Beziehungsgestaltung in langjährigen Jugendhilfeverläufen
Shownotes
In dieser Folge sprechen Alexandra Voss und Carsten Schüler darüber, wie Beziehung entsteht, warum sie das Fundament professioneller Begleitung ist und welche Dynamiken sich entwickeln, wenn Kinder über viele Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe begleitet werden. Was passiert, wenn aus einem Kind ein Jugendlicher wird? Wie verändern sich Bedürfnisse, Nähe, Distanz und Erwartungen auf beiden Seiten?
Gemeinsam werfen Sie einen ehrlichen Blick auf die Momente, in denen bisher tragfähige Beziehungen ins Wanken geraten, Grenzen neu ausgehandelt werden und Krisen entstehen. Wie gelingt es, diese Veränderungen nicht als Scheitern zu verstehen, sondern als Teil einer gesunden Entwicklung? Und wie finden Fachkräfte einen professionellen Umgang mit den eigenen Gefühlen, wenn vertraute Beziehungsmuster sich verändern?
Eine Folge über Vertrauen, Entwicklung, professionelle Haltung und die Frage, warum krisenfeste Beziehungen nicht dadurch entstehen, dass sie unverändert bleiben sondern dadurch, dass sie Veränderungen gemeinsam aushalten und gestalten.
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00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zurück bei Kinderschutz im Dialog der Systemversteher Podcast.
00:00:32: Hallo Carsten!
00:00:33: Hallo Alex!
00:00:34: Heute wollen wir gemeinsam sprechen darüber, wie das ist wenn wir Kinder- und Jugendliche lange in der Jugendhilfe begleiten.
00:00:40: Wir richten unseren Fokus heute also auf stationäre Jugendhilfen Auf langfristig angelegte Jugendhilfee.
00:00:47: Wir haben hier bei uns auf dem Gelände verschiedene Formen davon.
00:00:50: Konzepte, die anbieten das Kinder und Jugendliche für einen sehr begrenzten Zeitraum bei uns sind aber eben auch die klassischen Verbeheimatungen.
00:00:59: Und im Rahmen dieser Verbeheimatung will ich mit dir sprechen über Bindung und Beziehung und ob es immer die Lösung ist oder ob sich trotz einer guten Beziehungsprozesse verändern.
00:01:10: Was deine Idee dazu?
00:01:12: Also was heißt Trotz?
00:01:13: Ich würde sagen in einer guten beziehung verändern sich Dinge Und das weiß ja jeder, der privat Kinder erzielt.
00:01:22: Dass nicht jede Lebensphase gleich ist und es gibt bestimmte Lebensphasen die sind davon gekennzeichnet dass man sich abgrenzt, dass man seine eigene Identität entwickelt und zwar nicht weil das irgendwie schräg ist sondern weil's dazu gehört was essenziell zu einer guten, gesunden Entwicklung dazugehört sich abzugrenzen erwachsene Dorfzufinden und seinen eigenen Wegzugehen Regeln zu brechen.
00:01:46: Also Regeln brechen ist wirklich was wo ich denke das gehört zum Erwachsenen werden und keine Regeln brichst dann ist es schwierig deine Autonomie zu finden.
00:01:54: also ja Prozesse verändern sich und zwar nicht trotz gelingender Beziehung sondern Ich würde sagen wenn du eine gelingende Beziehungen hast Dann verändern Sie Dinge Und dann werden Dinge übrigens auch Schwierig.
00:02:06: Ich glaube sogar, dass eine gelingende Beziehung eine tragfähige Grundlage darstellt um mich auszuprobieren.
00:02:15: Um in dieser Beziehungen auch mal an Grenzen zu gehen und vielleicht sogar, wenn man von außen das Gefühl bekommt, da setzt jemand Beziehungsaufspiel.
00:02:23: Das macht eine gelegene Beziehunge möglich.
00:02:26: Bedeutet es für mich, wenn der Grundstein gut ist die ich in Bindung und BeziehUNG investiert habe?
00:02:31: Ich bin im guten Kontakt immer wieder reingebt dann kann ich alles aushalten.
00:02:35: Das wäre mir wahrscheinlich ein Spur zu pauschalen.
00:02:38: Aber ja, wenn ich in eine gelingende Beziehung erst mal investiere und einen guten Grundstein lege, dann macht das natürlich eine Menge aus.
00:02:45: Also wo Vertrauen wächst ist vieles möglich?
00:02:48: Und ich glaube darüber haben wir ja schon einmal in anderen Folgen gesprochen wie wichtig es am Anfang ist eine Menge dafür zu tun dass Vertrauen Wachsen kann.
00:02:56: also ich erinnere nochmal daran der Unterschied zwischen stationärer Jugendhilfe und einer Familie.
00:03:02: Da ist eine ganze Menge vorher passiert und machen wir uns mal nix vor.
00:03:06: Da ist ne ganze Menge Schlimmes vorher passiert, dass ein Staat, das eine Institution, das einen Jugendamt oder ASD sagt dieses Kind kann nicht in der Familie bleiben, in der es ist.
00:03:16: Oder das Eltern sagen ich bin so überfordert, das geht hier nicht mehr.
00:03:20: Das kann ich ja vielleicht nochmal kurz wiederholen weil ja nicht jeder Hörer jede Folge hört.
00:03:25: Es ist ja so, dass ein Kind aus einer Familie zu nehmen ist an sich eine doofe Idee.
00:03:29: Weil da gehört es ja hin!
00:03:30: Das heißt wenn ich das tue muss ja das was vorher passiert sein deutlich schlimmer sein... als das Kind aus der Familie zu nehmen, was ja ein krasser Eingriff ist.
00:03:38: So und wenn ich mir das klar mache, dann beginnt eine Hilfe damit, mir klarzumachen dass ich erst mal gar nichts erwarten kann weil Kinder- und Jugendliche häufig Bindungserfahrungen mit Erwachsenen gemacht haben die sehr ungünstig waren.
00:03:50: Und jetzt kann ich nicht kommen und sagen Jetzt bin ich als neuer und verlässlicher Erwachsener bezugs Punkt da und jetzt kannst du dich auf alles verlassen Ja Pustekuchen sondern dieses Vertrauen was ich natürlich brauche, um langfristig gut zusammenzuarbeiten.
00:04:04: Das muss ich mir hart erarbeiten als
00:04:06: Erwachsener.".
00:04:07: Aber gehen wir mal davon aus das passiert?
00:04:09: Also ich mache ein Beispiel über uns kommt ein Kind in eine Einrichtung mit sechs Jahren Startet hier bei uns, es gibt ganz tolle Pädagogen die Ankommenszeit gewähren.
00:04:20: Die sich mit dem Kind einfinden und miteinander erarbeiten zu sagen was brauchst du?
00:04:25: Was können wir geben?
00:04:26: wie ist dein Rahmen oder unser Rahmen?
00:04:28: Wie können wir dich unterstützen?
00:04:30: Wir nehmen dich an wo du bist und das gelingt alles!
00:04:34: ein großer Schritt Arbeit ist, ein großes Invest sich selbst reinzugeben.
00:04:38: Wir sprachen in anderen Folgen darüber was brauche es für eine professionelle Nähe beim Brauch des professionellen Distanz?
00:04:45: Alles funktioniert gelingenbringend und dann gibt es keinerlei Konflikte mehr weil wir alles über das Bindungsverhältnis lösen können.
00:04:55: oder gibt es trotz gelingen bringender Bindung eben Veränderungen die dieses Schwer machen?
00:05:01: also Mein Kind ist noch relativ klein.
00:05:03: Du hast altestechnisch größere Auswahl an kind zu sagen, du kannst auf ein bisschen Erfahrungsschutz auch zurückblicken.
00:05:10: die Herausforderungen in der Alterskategorie, die ich gerade begleiten darf Die sind durchaus glaube ich andere als den du dich schon stellen durftest, die du begleitend durfte.
00:05:20: da würde ich sagen selbst mit einer guten Bindung fordert einen das massiv heraus und manchmal eben auch nicht gelingenbringend.
00:05:28: Manchmal passieren Fehler, manchmal brechen Bindungen und warum soll das in Jugendhilfe nicht so sein?
00:05:33: Und da frage ich mich was passiert denn wenn bei dem Kind wo wir gut gemeinsam arbeiten konnten es gibt ein sicheres Bindungserleben Wenn das mit fünf Zähnen?
00:05:44: durch Umstände wie Pubertät, wie soziale Umständen Peer Group werden sich einfach Dinge verändern
00:05:52: Konflikte Schwierigkeiten ... das Gefühl zu haben, boah ich hab echt keine Ahnung mehr was ich noch machen soll.
00:06:01: Ich bin völlig ohnmächtig!
00:06:02: Ich habe Momente von Freude, von Trauer, von Ohnmacht, von Wut, von... Ich weiß überhaupt nicht weiter zu... Ich bin der glücklichste Mensch in der Welt dass ich diese Kinder hab.
00:06:15: Das gehört alles zum Leben, das gehört alles zur Erziehung dazu und zwar zu einer gelingenen Erziehungen dazu.
00:06:22: nix davon ist Schlimm.
00:06:24: Und alles davon ist förderlich, ehrlich gesagt.
00:06:26: Alles davon ist absolut förderlig!
00:06:29: Ich will ein bisschen aufräumen damit es irgendwie eine gelingener Erziehungsprozess möglichst glatt ist.
00:06:34: Das Gegenteil ist doch der Fall zu lernen sich auseinanderzusetzen, zu merken erwachsen sind auch nur Menschen und Erwachsene die machen auch Fehler.
00:06:42: aber habe ich dann eigentlich den Hintern in der Hose mich für meinen Fehler zu entschuldigen bei meinem Kind?
00:06:46: das sind ja Fragen die dann wichtig sind überhaupt nicht, ob irgendwie ein Erziehungsprozess besonders glatt läuft.
00:06:52: Da würde ich mir eher Sorgen machen.
00:06:54: da kann irgendwas nicht stimmen so.
00:06:55: Du
00:06:55: hast gerade gesagt Ohnmacht gehört dazu.
00:06:58: Bleibst du bei dem Wort Ohnmacht?
00:06:59: Ich finde, sich ohnmächtig fühlen ist sehr vehement.
00:07:02: Ich finde man darf sich herausgefordert fühlen.
00:07:04: also gerade wenn wir noch mal gucken... Wir reden ja jetzt nicht nur über das häusliche Setting im Rahmen seiner eigenen Kinder sondern wirklich auch in beruflicher Profession.
00:07:13: ich würde mir wünschen unsere Mitarbeitung dann fühlen sich möglichst wenig ohnmächtig.
00:07:17: Alex, ich würde mich das auch wünscht und ich weiß aber als jemand der selber in stationären Erziehungshilfen gearbeitet hat ... Also ich habe in einer Wohngruppe gearbeitet mit Sechzehnjährigen Jungs, die sehr herausfordernd waren.
00:07:29: Und natürlich machst du auch Ohmachtserfahrungen!
00:07:31: Toll wenn man das nicht macht... Aber wenn Du Ohmachtserfahrung machst weil Du in dieser Sekunde wirklich keine Idee mehr hast wie Du weiterkommen sollst und weil Du an dieser Sekunden wirklich einen Moment lang nicht weißt wie es weitergeht Ja dann geht die Sonne am nächsten Tag übrigens trotzdem wieder auf.
00:07:49: Da sind die schöne Ohmachs-Erfahrungen zu machen also wünsche ich auch nicht jedem so.
00:07:54: aber wenn Du die machst dann ist es auch nicht weiter dramatisch.
00:07:57: Und es gibt Kinder, die aufgrund ihrer Symptomatik dir genau das zeigen wollen und dann gehört das selbstverständlich auch mal dazu.
00:08:05: Das ist kein Zustand, den man dauernd immer haben muss.
00:08:08: Da wird's auch schwierig aber natürlich gehört es auch mal zu sich genauso zu fühlen.
00:08:13: Ich kann dir ehrlich sagen um so mehr du dich traust dich einem Klientel zu stellen die im Leben massivste Erfahrung von Ohn macht durch sexuelle Gewalt, durch Ausbeutung.
00:08:28: Als ich Kinder gab die sind an Nachbarn verliehen worden damit sie dort vergewaltigt werden, damit die Eltern ihre Drogen bekommen.
00:08:35: Du lang genug in Jugendhilfe bist dann passiert dir das ja nicht einmal dass du sowas erlebst.
00:08:38: also da sind ja Situationen mit den Kindern konfrontiert sind.
00:08:43: die können sich ja normale Menschen gar nicht vorstellen.
00:08:45: und ich kann dir sagen umso mehr du sagst Ich rücke an dieses Klientel ran, ich beschäftige mich genau mit diesen Kindern.
00:08:51: Ich bin genau für diese Kinder da, der so mehr verspreche ich dir, werden diese Kinder dir zeigen, dass du erlebst was Ohrmachtserfahrung ist und wenn du darauf keinen Lust hast dann darfst du dich diesen Kindern nicht nähern sondern das gehört dazu!
00:09:04: Dann brauchen wir professionelle Möglichkeiten von Supervisionen, von sehr guter Fallbesprechungen... Das wird ja nicht stehen bleiben.
00:09:12: Aber dass man denkt, man kann diese Momente vermeiden daran glaube ich überhaupt nicht.
00:09:16: Ich würde sogar so weit gehen und sagen wenn es gut aufgearbeitet ist, gut aufbereitet ist ein gutes Team da ist dann kann man diesen Moment auch nutzbar machen.
00:09:25: Da bin ich bei dir für mich bei der Punkt weil du eben gesagt hast sie gehören dazu und sie gehören vielleicht auch zu jedem Jugendhilfeprozess.
00:09:32: wir haben verschiedene Formen Wir haben Außenwohngruppe Regelwohn Gruppen.
00:09:35: da würde ich sagen gehört Ohnmacht nicht zwingend zu jedem Jugendhilfeprozess.
00:09:40: Er kann einem passieren, ich glaube das ist es... Ich
00:09:43: will jetzt jetzt nicht so absolut klingen.
00:09:44: und gleichzeitig wenn du mit dreiundzwanzig Jahren Sozialpädagogisch studiert hast und hast vielleicht sogar ein nettes Leben bis dahin gehabt und arbeitest dann plötzlich mit sechzehnjährigen die alles andere als nettes Leben gehabt haben, die krasse Erfahrungen gemacht haben.
00:09:58: Egal ob in Regelwohngruppen oder auch in Intensivgruppen also auch in der Regelwohngruppe bist du ja nicht weil dein Leben vor allem Ponyhof gewesen ist.
00:10:05: dann verspreche ich dir machst du am Anfang Ohmachtserfahrung.
00:10:07: Also mich hat meine erste Ohmachtserfahrung in der Jugendwohn Gruppe Da würde ich sagen da habe ich so viel daraus gelernt wie im ganzen Studium.
00:10:14: nicht und Ich bin froh dass ich die gemacht hab aber weil sie auch gut aufgefangen wurde Und weil da Menschen waren mit denen ich drüber sprechen konnte und natürlich wollte ich das nicht jeden tag erleben.
00:10:23: Aber es war auch gut Das mal zu erleben.
00:10:27: Warst du mit dem Kind Jugendlichen, der Jugendlichen wie auch immer dieses Ohnmachtsgefühl für dich erzeugt hat oder die dich hat spüren lassen?
00:10:36: Wie sich Ohnwacht anfühlt?
00:10:38: Wie warst du da in Beziehung?
00:10:40: Hat sich das dynamisch verändert?
00:10:42: Das finde ich spannend!
00:10:43: Das will ich hören.
00:10:44: Ja gerne... Das waren Jugendlicher, muss man sagen, sechzehn, siebzehn.
00:10:49: Ich mochte den sehr.
00:10:50: also es waren wirklich so ein paar Typen hochgradig kriminell und hatte eben auch mehrere Verfahren anhänglich.
00:11:00: Also der konkrete Anlass war, er musste wirklich seine Arbeit schon machen, sonst war klar, wenn er das jetzt wieder zum Wiederholen male Gerichte sind ja schon sehr geduldig nicht macht, dann wandert er ab.
00:11:11: Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden, weil mir einfach Sonnenklar war dass er keine gute Entwicklung nimmt, wenn der in den Jugendknast geht Und es ist ja auch evaluiert Keine gute
00:11:23: Wirkung hat.
00:11:24: Das Jugendarrest
00:11:25: keine heilsame Erfahrung?
00:11:26: Nee, das ist wirklich keinerlei positive Effekte hat außer dass die Gesellschaft sich besser fühlt.
00:11:30: aber auf die Kinder und Jugendlichen, die da sind, hat es null positive Effekt.
00:11:34: Das wissen wir leider, dass das so ist.
00:11:35: Und das wusste ich damals auch schon.
00:11:36: Ich hatte ja grad studiert also ich war theoretisch gut ausgestattet.
00:11:39: Also wollte ich das unbedingt vermeiden... ...und der musste nichts weiter machen als Fegen, keine Ahnung mal die Wohngruppe wischen oder so.
00:11:47: dann hätten wie ihm quasi als Institutionen ... was ich heute auch ein bisschen schwierig finde, diese Verquirkung.
00:11:53: Aber damals war das halt so... ... ihm ausstellen können,... ... er hat seine Arbeit schon gemacht, so.
00:11:58: Aber das hatte er eigentlich.
00:11:59: Ich glaube, ich habe ihm den Besen quasi persönlich in die Hand gedrückt und hab gesagt, guck mal... ... jetzt drei Meter nach vorne und also irgendwas zu machen,... ... dass der diese blöde Arbeit schon macht damit er nicht in Knast geht.
00:12:13: Also aus meiner Sicht damals kann ja nicht wahr sein.
00:12:15: Das muss doch möglich sein, so ne?
00:12:17: Und er hat es so krass verweigert!
00:12:19: Gleichzeitig auch sehr sympathisch verweigert, dass ich ihm nicht böse sein konnte.
00:12:24: Aber ich konnte sehen was kommt und ich konnt's nicht verhindern.
00:12:28: Das hat mich so ohnmächtig gemacht in Phasen, weil ... Ich doch unbedingt diesen Jungen retten wollte!
00:12:36: Also das war meine erste pädagogische praktische Erfahrung für Kinder- und Jugendliche überhaupt.
00:12:41: Und ich war glaube ich so ungefähr ... und ich wollte ihn retten!
00:12:45: Ich hab gesehen, was der Film Potenzial hat Also wie intelligent er war, wie witzig der war.
00:12:50: Wie sympathisch der war so und ... Und der wollte sich aber nicht retten lassen.
00:12:56: Das hat viel bewirkt bei mir damals.
00:12:58: Der ist in den Knast gegangen.
00:13:00: Ich konnte das nicht verhindern.
00:13:02: Es war wirklich schmerzhaft für mich damals.
00:13:05: Er hat mich tief geprägt.
00:13:07: Aber ich würde dem Nachhinein sagen es hat mich etwas gelehrt.
00:13:11: Du kannst unterstützen du kannst helfen zur Seite stehen Auch helfen sich selbst zu verstehen, du kannst ganz viel machen.
00:13:18: Also ich finde man kann sehr, sehr wirksam sein in Hilfen zur Erziehung aber du kannst es ihnen nicht abnehmen.
00:13:24: Du kannst Ihnen das Problemen nicht abnehmen.
00:13:26: Das funktioniert nicht.
00:13:28: also im Nachgang würde ich sagen Ich bin froh dass ich die Erfahrung mit Dreiundzwanzig gemacht habe und nicht erst Mit fünfdreißig mit Burnout so sondern Dass ich das gleich von vorne rein direkt auf die zwölf diese Erfahrungen gemacht hab.
00:13:40: soweit hat mich wahrscheinlich davor bewahrt In der ungünstige Fahrbosser zugeraten Denn das ist ja das Problem.
00:13:46: Also wenn du das denkst, dass du da irgendwas retten kannst und du da irgendwie so ein Retter-Syndrom bekommst, es ist ja die beste Voraussetzung um wirklich sehr ernsthaft erkranken und bei einem Ort zu bekommen.
00:13:57: Von daher genau!
00:13:58: Das war eine klassische Erfahrung.
00:13:59: Übrigens auch typisch vom Alter in der Sechzehn-Siebzehn... Es ist halt ne blöde Idee zu denken, was für ihn machen kann.
00:14:08: Aber ich finde es anerseits verständlich für den Dreiundzwanzigjährigen, der gerade von der Fachhochschule gekommen ist, also dass er das denkt.
00:14:14: Also da gucke ich auch sehr versültig auf den... ...dreinzwanzigjährigen Karsten und denke ja klar, hast du das gedacht?
00:14:19: Ist doch logisch so.
00:14:21: Aber klar würde ich heute sagen ist jetzt nicht so ein günstiger Gedanke
00:14:27: Ich kann es so gut nachempfinden.
00:14:29: Ich habe während meines Studiums in der Drohung- und Suchtberatung gearbeitet die aufgeteilt war einmal einen Kontaktcafé und eine Notstarfstelle für Minderjährige Und auch da erlebt man sehr oft Ohnmacht.
00:14:40: Es waren Minderjährige, die konsumiert haben Und häufig, also einfach schon örtlich gelegt ihren finanziellen Lebensmittelpunkt.
00:14:49: Also ihre finanzielle Bezüge aus Prostitution gewonnen haben und oft Elendsprostitutionen, Sozialprostitionen diesen Bereichen.
00:15:00: und auch da spürt man häufig Ohnmacht weil man natürlich denkt das ist einfach mit siebzehn nicht der Ort wo du dir ein Kind vorstellen willst einen jungen Menschen Jung Erwachsenen.
00:15:10: Und wo man auch an seine Grenzen kommt, ich hab das im Studium schon erlebt und war eben wirklich auf der Situation zu sagen aber ich will doch so sehr was anderes für dich und ich tue doch jetzt alles dafür dass es anders sein könnte warum kannst du denn meinen Strohhalm gar nicht annehmen?
00:15:25: also das ist ja das man sagt irgendwie ich habe doch eine Idee für dich.
00:15:27: warum kannst Du denn die Idee die ich für Dich habe nicht greifen?
00:15:31: und darin liegt ja schon der Fehler?
00:15:33: Die Idee die Ich für dich habe.
00:15:35: Das ist nicht die Idee, die das Kind der Jugendliche, der junge Erwachsene für sich hat.
00:15:39: und das ist ein bisschen meine Antwort, die ich in dieser Phase lernen durfte weil es eben meine Idee ist und ich nicht begleite was deine seine ihre Idee
00:15:49: ist.".
00:15:49: Und
00:15:49: dass auch finde ich eine gute Überleitung zu diesem Thema von langfristigen Kindern- und Jugendhilfebeziehungen?
00:15:56: Was mir damals wahrscheinlich geholfen hätte wäre wenn ich immer im Studium dort nicht mehr über Systemik erfahren hätte würde ich auch im Nachgangsamt gut ausgebildet worden.
00:16:06: Auch in Gesprächsführung, Carl Rogers und In-Recht ... Das war schon, muss ich sagen, also lob an die Fachhochschule Braunschweig.
00:16:13: Aber systemisch, das war ja erst im Kommen so in der sozialen Arbeit.
00:16:17: Ich durfte hinterher eine systemische Ausbildung machen.
00:16:21: Und zu verstehen dass der Symptomträger, die Symptometrägerin ... eingebunden sind in systemische Verstrickungen und das ein verhaltene Funktion hat.
00:16:32: Und dass es gar nicht darum geht, macht der jetzt die Arbeitsschule oder macht er das nicht?
00:16:35: Oder verschwindet die in einer Prostitution oder eben nicht?
00:16:38: Sondern dass das für etwas steht so und meistens auch für etwas im System steht so ne Das macht schon eine Menge Aussicht damit zu beschäftigen Und ich würde mindestens sagen, dass das für Wohngruppen wahnsinnig wichtig ist.
00:16:50: Also wir legen ja sehr großen Wert auch auf Elternarbeit.
00:16:54: Das ist nicht nur deswegen, weil wir Elternarbeit an sich, also Elternarbeit hat an sich einen Wert.
00:16:59: aber diese Idee auf ein gesamtes System zu gucken und was das... Verhalten eines einzelnen Kindes, eines einzelne Jugendlichen mit einem gesamten System zu tun hat.
00:17:08: Das ist halt relativ entscheidend um mich jetzt nicht mal die ganze Facette aufzumachen.
00:17:11: Mal einen Einpunkt reingegrätcht das fünfzehnjährige Mädchen was mit sechs aufgenommen worden ist und mit vierzehn, fünfzehnt plötzlich anfängt gegen alles zu arbeiten was in der Wohngruppe da ist.
00:17:22: Und du fragst dich was ist denn jetzt los so?
00:17:24: Also es gab immer mal Konflikte und so.
00:17:26: aber plötzlich geht's wirklich gegen Alles.
00:17:28: ja ist eben kein Zufall.
00:17:30: erstens ist Jugendlichsein-E eine Phase von Autonomie und ich muss mich ausprobieren.
00:17:34: Ich muss mich gegen Regeln auflehnen, um überhaupt rauszufinden, wer ich eigentlich bin?
00:17:39: Und dann kommt darüber hinaus häufig etwas was mit eigener Identität zu tun hat.
00:17:44: Ich wohne eben nicht an dem Ort, von dem ich stammel.
00:17:47: Das sind eben nicht meine Eltern!
00:17:50: Dann muss ich einen Raum haben das auszuprobieren.
00:17:53: also da gibt es wirklich die Tendenz alles zu tun um diesen Ort Also wirkt das oft zu verlassen und dann werden ganz viele Dinge getan, wo Wohngruppen dann an Grenzen kommen.
00:18:02: Das ist dann der Moment, wo ich als Leitung auf den Spiel komme weil die sagen Boah es geht nicht mehr weiter mit dem Mädchen.
00:18:07: Das wirklich lässt sich auch gar nichts mehr ein das als Phase zu begreifen sollen.
00:18:11: Ja, das gehört jetzt wirklich dazu!
00:18:13: Das gehört dazu wenn du als Beheimhaltungswohngruppe eine Grundschülerin aufgenommen hast und die wird jetzt jugendlich.
00:18:19: Dann gehört genau diese Phase jetzt dazu.
00:18:22: Und da müssen aber Teams wiederum sehr gut begleitet werden um zu wissen was heißt denn das jetzt eigentlich?
00:18:26: Weil es kann bedeuten... Mama und Papa haben mich auch schon nicht gehalten und jetzt in meiner Automobiliephase werde ich euch zeigen dass ihr das auch nicht könnt Kann es bedeuten.
00:18:34: Es kann aber auch bedeuten wer ist eigentlich mein Papa?
00:18:38: Ich fangen an, mich damit vermehrt zu beschäftigen.
00:18:41: Und manche machen das sehr unbewusst.
00:18:43: Wer hat mal jemand gehabt?
00:18:45: Der ist dann mit sechzehn-sehnten fast durch sein Verhalten weg und war in so einer Peergroup von Obdachlosen
00:18:52: usw.,
00:18:53: und bei nähere Betrachtung der Biografie war klar, seinen Vater sei obdachlos und unauffindbar.
00:18:59: Das ist also im Prinzip ein sehr loyales Kind gewesen.
00:19:02: Sein Vater ging über.
00:19:03: Es lohnt sich wirklich auf das System zu schauen und sich klarzumachen, dass diese Biografie ihren Raum braucht.
00:19:12: Auch in der Wohngruppe oder gerade in der Wohngruppe braucht die Biografi ihren Raum.
00:19:16: auch in der Pflegefamilie, auch in einer Profifamilien braucht dieser Herkunftsbiographie diesen Raum.
00:19:24: Ich möchte eine kritische Frage stellen vielleicht auch ein bisschen plakativ.
00:19:28: bedeutet die Lösung dafür ist unsere Systeme müssen mehr aushalten?
00:19:31: Und dann wird es schon gehen.
00:19:33: bedeutet wenn wir aushalten über den punkt hinauskommen, wenn wir Beziehungen weiter gestalten trotz des abreibens.
00:19:40: Trotz der Herausforderung die damit einhergehen werden wir sagen können wir sehen die biografie wir können das verstehen wir sehen den guten grund und wir halten Mit dir gemeinsam aus.
00:19:50: ist das immer die Lösung?
00:19:51: Nein,
00:19:51: das wäre viel zu kurz gesprungen.
00:19:53: Viel zu kurzgesprungen!
00:19:54: Also natürlich muss ich viel aushalten also jeder der pur partierende Kindheit weiß dass man auch mal viel auseilen muss und das gilt für eine Wohngruppe genauso Und natürlich nochmal potenziert ja weil die eben nicht die gleichen positiven Bindungserfahrung mitbringen wie Kinder Die in einer gesunden Beziehung aufgewachsen sind.
00:20:09: so also Ja Ich muss viel authalten aber das alleine reicht ja nicht aus.
00:20:13: und das ist Das Alex was ich gerade versucht habe über systemische Bildung zu sagen.
00:20:18: Die ist ja nicht nur dafür da, dass du selber besser verstehst warum der sich so verhält oder sie sich so Verhält.
00:20:25: Sondern die ist ja dafür da um damit auch in Aktion zu treten.
00:20:28: Also dann ist es auch mal dran zu sagen Ja okay was möchtest Du wissen über deinen Papa?
00:20:32: Wir sind nicht diejenigen die sagen Du musst hier wohnen übrigens!
00:20:36: Du hast die Freiheit zu sagen Du willst zu deinen Eltern Okay lass uns gucken Du bist jetzt fünfzehnsechzehn Du bist nicht mehr sechs Du bist dich mehr so schutzlos wie damals.
00:20:45: Und das heißt vielleicht auch manchmal einen Jugendlichen von der Wand laufen zu lassen.
00:20:50: Also, das sollte man nicht sehen und ein Auge tun ohne vorher drüber gesprochen zu haben was es bedeutet?
00:20:55: Aber manchmal ist das erforderlich.
00:20:56: Manchmal ist es wirklich erforderlig zu sagen okay da sind die Eltern du tuest gerade alles dafür um dahin zu kommen.
00:21:03: Wenn es dann vielleicht noch Signale gibt, ja jetzt kriegen wir das hin und so.
00:21:07: Und da können tausendmal alle Fachhefte drumherum sagen, die ist aber eine ungünstige Idee.
00:21:12: Manchmal muss man das auch ausprobieren um dann zu merken an.
00:21:15: Das war jetzt keine gute Idee und dann darf man vielleicht auch wieder da sein, um das aufzufangen.
00:21:19: in den Fällen, die ich so erlebt habe kommt's aber gar nicht erst dazu sondern dann ist allein schon die innere Freiheit zu sagen hey!
00:21:26: Wir sind nicht diejenigen, die dich halten dass sie sagen Ich hab mich auseinandergesetzt Ich glaube, ich möchte hier bleiben.
00:21:34: Alles gut!
00:21:36: Ich glaube umso mehr ich selber festhalte und sage ne, hier ist der Ort und das musst du doch verstehen dass wir hier die wirksamen Kräfte für dich sind um so mehr Ausschlusstendenzen erzeuge ich.
00:21:48: Das heißt nein es geht nicht ausschließlich ums Aushalt Es geht auch mit diesen systemischen Ideen die ich gewinne.
00:21:54: Da brauche ich übrigens auch gute Supervision.
00:21:57: Stell mal voll, du arbeitest mit jemanden zehn Jahre.
00:21:59: Das ist oft länger als die meisten ihren Partner haben oder die haben dann irgendwann eigene Kinder bekommen und diese sind aber auch noch keine zehn Jahre also die sind vielleicht drei oder vier.
00:22:06: das heißt sie kennen dieses Menschenkind länger als ihr eigenes Kind.
00:22:09: Das macht ja auch Beziehungsdynamiken bei dir selbst als Profi.
00:22:13: das muss saugut begleitet werden.
00:22:14: da müssen wir gute Supervision haben und dann finde ich musst du mit diesen systemischen Erkenntnissen in die Aktion treten und arbeiten Und da gibt es eine Menge Dinge, die du tun kannst.
00:22:25: Ich glaube der Hauptpunkt ist loslassen und sagen aber weißt du was?
00:22:31: Probier dich aus!
00:22:32: Und ich bin trotzdem an deiner Seite.
00:22:34: Das hilft häufig vieles an Zuspitzung zu verhindern.
00:22:38: Ich wollte gerade sagen, also ist quasi eigentlich das gute Gelingenbringen der Bindungsangebote zu sagen ich verstehe dich.
00:22:44: Ich sehe Dich und ich gebe Dir Raum, Dich zu erproben Und ich bin aber da wenn Du zurückkommen willst.
00:22:50: Also dass es nicht ums Aushalten um jeden Preis geht sondern ums Raum geben und dann aber im Zweifel anknupfungsfähig zu sein zu sagen wo ich hab probiert Und vielleicht war das nicht so eine gute Idee, aber ich durfte meine eigene Erfahrung machen.
00:23:03: Also ist das was eine gelingbringende Bindung?
00:23:06: Wenn wir jetzt auf die langen Verläufe gucken einen Grundstein zu legen wovon man dann profitieren kannst.
00:23:10: du sagen Wir haben die grundsätzliche Bindung und die darf auch Belastung erfahren.
00:23:14: Die darf er probt gespürt gereizt ausgereizt werden, erlebt werden und dann darf man sich darauf zurückfinden.
00:23:23: Ist das was es braucht in Jugendhilfe?
00:23:25: In langen Jugendhilfeprozessen?
00:23:27: Das ein weiterer Baustein, den es braucht im solchen Prozess und trotzdem nicht die Pauschallösung.
00:23:33: Wichtig finde ich, JugendhilFE-Prozesse können sehr unterschiedlich verlaufen.
00:23:38: Und ich finde es wichtig dass wir egal wie ein Prozess verläuft, dass wir versuchen einen guten versöhnlichen Abschluss hinzubekommen.
00:23:49: Ich sage mal, was ich damit meine?
00:23:50: Es gibt manchmal auch Situationen in denen Jugendliche aufgrund von systemischen Verstrickungen die nicht gelöst werden konnten denn wir sind eben nicht allmächtig wirklich alles dafür tun dass es dann nicht weitergeht in einer Wohngruppe und es kann auch dazu kommen und das haben wir alle schon erlebt, die in Jugendhilfe länger tätig waren, dass es da wirklich nicht weiter geht.
00:24:15: Wenn das dann so ist, kann ich tausendmal der Meinung sein dass das keine gute Idee ist.
00:24:20: Dann finde ich es wichtig einen Schritt zur Seite zu treten und zu sagen Und trotzdem sind wir acht oder neun Jahre miteinander durchs Leben gegangen.
00:24:28: Egal wie wütend du gerade bist und egal ehrlich gesagt seien wir auch mal ehrlich wie wüten und verletzt vielleicht manche kollegInnen in den Land sind.
00:24:36: Unser Job ist es eine gute Supervision zu machen eine gute Teambesprechung zu machen und nie mehr wütenden zu sein Sonst zu sagen hey dass jetzt gerade der Prozess, der da ist und dann trotzdem einen guten Abschluss zu finden.
00:24:47: Auch wenn wir das Gefühl haben es ist ein Abbruch oder sogar eine Entlassung von dem Jugendlichen und es gibt da fachlich ganz viel was dagegen spricht.
00:24:55: hey ihr habt acht Jahre neun Jahre oder fünf Jahre wie auch immer miteinander gearbeitet.
00:25:01: Das ist wahnsinnig viel wert.
00:25:03: Und dann findet doch bitte einen guten abschluss und sagt hey und egal wie wir das jetzt miteinander sehen Wir finden einen würdigen ... Rahmen, um Tschüss zu sagen.
00:25:13: Und wenn du das in dem Moment nicht kannst... ... dann sind wir ja im Monat zwei oder wie lang auch immer noch da, ... ...um würde ich Tschüss so sagen.
00:25:22: Wichtig ist,... ...dass ich nicht als Profi... ...noch eine Verletztheit mir rumtreibe, weil mit mir... ...hat das gar nichts zu tun!
00:25:30: Gar nix!
00:25:31: Und dass sich klarzumachen, ...finde, dass es die größere Sorge auf die Wirtsung... ...urgreifen können.
00:25:36: und wenn wir das irgendwie hinkriegen.... Egal wie eine Hilfe endet, dann trotzdem würdigen Abschluss zu finden.
00:25:42: Und einen Abschluss der geprägt ist von Mitgefühl und von Zuwendung.
00:25:46: Das finde ich wahnsinnig wichtig!
00:25:49: Ich würde das komplett teilen, dass man vielleicht zuerst... Und dass ich aber dann kurz so einen Impuls hatte zu sagen, naja und es gibt eben auch noch die Prozesse in denen wir uns einfach gemeinsam oder Kinder- und Jugendliche aus unseren Rahmenbedingungen entwachsen.
00:26:05: Das sind ja auch Prozesses wo es wichtig ist Beziehung zu gestalten, wo sich Dynamiken verändern um die Erkenntnis zu haben und zu sagen okay wir waren hier ein guter Ort das darf sein und wir können uns regelhaft.
00:26:16: Das, was du gerade beschrieben hast wäre beispielsweise wenn es über Krisen soweit kommt.
00:26:21: Aber auch wir können die Erkenntnis erlangen zu sagen das Umfeld hat sich verändert durch Aufnahmenentlassungen gibt es einfach eine andere Kinder- und Jugendlichengruppe.
00:26:32: Und man darf auch in längerfristigen Prozessen und auch wenn Konzepte beispielsweise bis achtzehn oder Feuerigkeit groß, jeder definiert das übrigens auch anders ausgelegt sind.
00:26:43: Darf man einem System einfach entwachsen?
00:26:45: Dann darf es einen Abschied geben.
00:26:47: und dann bedeutet Beziehung eben loszulassen zu begleiten in Überleitungen, in Systeme die passen können und das eben auch in Beziehungen eingebettet übergeben zu können als ein ganz regelhaften Prozess der übrigen auch emotional was mit uns tun darf.
00:27:05: Wenn Kinder und Jugendliche, du hast es gerade gesagt zum Teil von Mitarbeitenden länger begleitet werden beispielsweise als ihre eigenen Kinder auf der Welt sind oder wir von einem halben einem ganzen Leben eines solchen Kinder- und Jugendlichen sprechen dann darf uns das auch emotional berühren wenn wir feststellen dass Kind der Jugendliche ist unserem System entwachsen und wir verabschieden uns Übergabe, Überleitungsprozesse und finden einen neuen geeigneten Ort.
00:27:35: Da würde ich so weit gehen und sagen das würde ich regelhaft erwarten.
00:27:38: dass wir das tun ist da für mich nichts sein wo wir sagen ja das muss man auch irgendwie aushalten oder so sondern wirklich sagen nee nee das ist mal unser Regelauftrag.
00:27:49: also zu merken bis wohin bin ich dran?
00:27:51: bis wohlen bin nicht mehr dran.
00:27:52: und wo gibt es ein anderen ort der wichtig ist.
00:27:55: Deswegen haben wir ja auch Verselbstständigungskonzepte bei uns.
00:27:58: und dann gibt es irgendwann den Moment wo man merkt, ah das ist jetzt ein viel besserer Ort weil da vieles positiv gewachsen ist.
00:28:04: Man merkt diese Selbstständigkeit ist da und die darf ich jetzt nicht weiter beschneiden sollen.
00:28:08: Dann muss sich denenjenigen diejenige in dem nächsten Schritt begleiten so.
00:28:12: Es kann doch manchmal sein dass man merken, Gruppe ist einfach nicht mehr das Ding und da wird's jetzt gerade schlechter.
00:28:17: aber eigentlich hatten wir eine positive Entwicklung.
00:28:19: also Gruppe vielleicht gar nicht mehr als Ding.
00:28:21: Also das richtig einzuschätzen dran zu sein und die richtige Entscheidung zu treffen.
00:28:27: Und flexibel das anzubieten, was ein Kind, was einen Jugendlicher braucht?
00:28:31: Das würde ich mal sagen ist für mich ein Standard den Jugendhilfe bieten müsste.
00:28:37: Ich sage nicht dass es das immer hinkriegt!
00:28:39: Meine Erwartung wäre das ehrlich gesagt weil dafür sind wir Profis genau das zu tun.
00:28:44: Ich bin auch bei müsste, weil ich glaube dass die Realität trotzdem so aussieht.
00:28:48: Dass dieser Moment das zu erkennen.
00:28:50: wann ist jetzt der entscheidende Punkt?
00:28:53: also bis wohin können wir noch wirklich sein?
00:28:55: bis wohinhin braucht es unsere Unterstützung?
00:28:57: eben auf das halten aushalten Raum geben und dann aber zu erkennen okay Raum geben an dieser Stelle bedeutet Raum geben für einen anderen Ort.
00:29:06: Ich glaube dass das trotzdem ein Prozess ist.
00:29:10: gut machen und ich glaube aber trotzdem, dass es eine gute Reflexion da braucht im Team in Dynamiken.
00:29:17: Wenn wir schon immer das kleine Paulchen hatten der jetzt aber übrigens ein Paul ist und auch ein Paul sein will und den loszulassen?
00:29:24: Das ist ja klar finde ich.
00:29:25: wenn ich als Vorgesetzter oder als Leiter einer solchen Institution sage das ist für mich ein gesetzter Standard so dann muss sich natürlich auch etwas dafür tun damit wie diesen Standard umsetzen.
00:29:34: zum Beispiel vernünftige Supervisionen die wirklich gut sind die fachlich hoch qualifiziert ist.
00:29:42: Supervision ist nicht, ich rede mal ein bisschen darüber wie es mir gerade geht.
00:29:46: Das darf schon einmal ein bisschen mehr sein so und da darf man schon auch mal systemische Grundlagen im Blick haben und einen Team auch mal ein Stück mehr weiterhelfen als Wellness Oase für die Seele.
00:29:57: das darf schon auch mein bisschen mehr sind und das finde ich entscheidend weil wir als Profis unterwegs sind.
00:30:04: und des Zweite finde ich auch ausreichend Raum für Teambesprechung.
00:30:08: den brauchen wir und das ist kein nice to have, das ist ein wahnsinnig wichtiger Standards.
00:30:12: Und übrigens Teambesprechungen die den Namen auch verdient haben.
00:30:16: also dass alle mal darüber reden was ihnen gerade durch den Kopf geht wenn sie an Paul denken das keine Team besprechung sondern da braucht es eine Struktur Da braucht es in meinen Augen auch eine Methode.
00:30:26: Deswegen schulen wir die hier auch übrigens für Teamleitende und auch für Mitarbeitende, also Besprechungsstrukturen, die dazu führen dass du nach einer Besprechung mit mehr Erkenntnissen rausgehst als vor der Besprechungen.
00:30:39: Und nicht nur das alle sagen wie durf sie grad das finden was Sie gerade zu erleben.
00:30:43: Das bringt in der Regel wenig Übrigens nicht mal in meinen Augen nicht mal eine innere Entlastung, sondern das schockt sich dann im Zweifel eher hoch.
00:30:51: Also da braucht es hohe Professionalität.
00:30:53: aber ich finde das sind für den Kinder und Jugendlichen einfach schuldig dass wir die auch bieten und da bin ich wiederum als Träger des meinen Mitarbeitenden schuldigt, dass ich danach ausreichende Ressourcen dafür zur Verfügung stelle.
00:31:05: Deswegen ist es auch ein wichtiger Punkt, zum Beispiel von Kostensitzverhandlungen.
00:31:10: Dass man für solche Dinge Zeit und Raum und auch finanzielle Bäume zur Verfügung hat – weil das essentiell ist für einen guten Hilfeverlauf.
00:31:19: Und das ist im Prinzip ein gutes Schlusswort, weil eben für gute Hilfeverläufe und Beziehung und Bindung braucht es Räume.
00:31:28: Braucht es Besprechungsräume und Kulturen, braucht es Beziehungsräime also Kindern Raum in der Begleitung und Beziehenung zu geben.
00:31:38: und als Trigger haben wir eine hohe Verantwortung diese Dinge möglich zu machen.
00:31:43: Wir haben in dieser Folge ein bisschen auch angeschnitten, also über Elternschaft geredet und wollen einen kleinen Ausblick geben auf die nächste Folge, die kommen wird mit der wir uns nämlich mit tatsächlichen Elternfragen einmal beschäftigen wollen.
00:31:55: Es wird dazu einen Aufruf geben.
00:31:58: wer uns auf unseren Social Media Kanälen folgt wird es vielleicht auch mitbekommen dass es dazu nochmal ein Fragesticker gibt.
00:32:04: ihr dürfte eure Fragen reinstellen nämlich auch einmal zu sagen welche Erziehungsfragen habe ich denn an Menschen wie Carsten und mich als zumindest berufliche Profis mal meine Fragen auch zu platzieren.
00:32:15: Dazu wollen wir einladen, folgt uns also gerne auf Social Media um das nicht zu verpassen Und dann freuen wir uns in der nächsten Folge uns zu beschäftigen mit Erziehung und Erziehungsfragen.
00:32:26: Ich sage danke Carsten an der Stelle und bis zum nächsten Mal
00:32:29: Danke Alex Tschüss Kinderschutz im Dialog Der Systemversteher Podcast und Alexandra Foss.
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