Inas Weg- zwischen Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie

Shownotes

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie plötzlich Teil des eigenen Lebens werden? Was braucht es, um in einem zunächst fremden System wirklich anzukommen? Und was macht den Unterschied zwischen untergebracht oder behandelt werden und sich angenommen fühlen?

In dieser besonderen Folge von „Kinderschutz im Dialog – der Systemversteher-Podcast“ spricht Alexandra Voss mit Ina, einer Bewohnerin aus unserem Systemversteher-Verbund.

Ina nimmt uns mit in ihre ganz persönliche Perspektive. Sie erzählt von ihrer Aufnahme, von ihren Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen unseres Verbundes und von ihrem Weg durch das Heilpädagogisch-Psychotherapeutische Zentrum mit Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Jugendhilfe.
Dabei geht es weniger um Strukturen, Diagnosen oder Zuständigkeiten sondern um das, was für Ina entscheidend war und ist Bindung. Beziehung. Vertrauen. Ankommen. Und das Gefühl, als Mensch angenommen zu werden.

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum tragfähige Beziehungen aus ihrer Sicht eine wesentliche Grundlage dafür sind, dass Therapie und Jugendhilfe überhaupt wirken können.

Mit dieser Folge verfolgt Ina selbst ein besonderes Anliegen: aufzuklären und Hemmnisse abzubauen.

Sie möchte gerade Menschen erreichen, die bislang keinen Kontakt mit Jugendhilfe oder Kinder- und Jugendpsychiatrie hatten und vielleicht Angst davor haben, therapeutische Hilfe anzunehmen.

Denn Hilfe in Anspruch zu nehmen bedeutet nicht, gescheitert zu sein. Manchmal bedeutet es zunächst, einen Ort und Menschen zu finden, bei denen man ankommen darf.

Eine Folge über Hilfesysteme aus einer Perspektive, über die viel zu häufig gesprochen wird, anstatt sie selbst sprechen zu lassen.

Diesmal sprechen wir nicht über einen jungen Menschen. Wir sprechen mit Ihr!

Transkript anzeigen

00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zurück bei Kinderschutz im Dialog der Systemversteher Podcast.

00:00:33: Heute in einer ganz besonderen Situation, normalerweise sage ich ihr Hallo Carsten.

00:00:38: Jetzt hatten wir das schon ein paar Mal, dass ich nicht Hallo Carston gesagt habe.

00:00:42: und heute darf ich Hallo Ina sagen aus einem richtig, richtig coolen Grund wie ich finde nämlich weil mir eine junge Erwachsene gegenüber sitzt die in einer unserer Einrichtungen wohnt und gesagt hat es ist ja nett, dass ihr da so einen Podcast habt aber irgendwie gehören da übrigens auch andere rein als immer nur die Erwachsenen und die Fachkräfte, sondern es geht auch mal darum, dass wir gehört werden.

00:01:08: Und deshalb darf ich jetzt sagen Hallo Ina schön, dass du da bist!

00:01:11: Hi

00:01:13: Wir haben ein bisschen vorgesprochen worum es heute gehen soll wie wir's machen wollen weil das natürlich auch eine aufregende Situation ist und Ich fand total gut was du gesagt hast worum Es für dich in diesem podcast gehen soll und vielleicht gibst Du ein bisschen einen Ausblick Wofür machst du diesen Podcast oder warum war es dir wichtig, hier zu sein?

00:01:32: Ich glaube ich würde gerne ein bisschen vermitteln dass Jugendhilfe also Kinder und Jugendhilfen nicht das ist was man vielleicht erwartet.

00:01:41: Also für Leute die keine Berührungspunkte damit haben.

00:01:45: Man kennt viel aus Filmen und Serien und da wird das immer total schlimm dargestellt mit einem Gitter vor den Fenstern oder da teilen sich zehn Kinder zusammen einen großen Raum und da stehen nur Betten drin Und dass das in echt halt überhaupt nicht so ist.

00:02:01: Ja, vielleicht auch den Betroffenen selbst ein bisschen ... Das Gefühl zu geben, dass man halt nicht alleine ist und ... Dass man halt drüber reden darf und kann... Auch zu vermitteln, dass es kein Tabuthema ist.

00:02:13: Dass man da genauso rüberreden kann wie als wenn man im Krankenhaus ist, wegen einem Blinddarm oder so.

00:02:20: Ich find das total spannend und deshalb auch besonders, dass du gesagt hast ich würde das gerne machen weil du ja Bei uns, so viel haben wir besprochen dürfen und wollen auch teilen hier in dem Podcast.

00:02:33: Ganz viel schon erlebt hast.

00:02:35: du bist zu uns gekommen und hast gestartet erst mal in unserer Ambulanz vom High Pedagogische Psychotherapeutischen Zentrum.

00:02:42: Wir haben da eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an die angedockt oder zu der einer Ambulance gehört Und im Zuge dessen bist Du in Kontakt gekommen mit uns.

00:02:54: Besondere ist ein bisschen und wir werden danach nochmal darüber sprechen, wenn wir so gucken wo waren deine einzelnen Stationen.

00:02:59: Wie war das für dich?

00:03:01: Dass du ja ganz viel von unseren Angeboten erleben durftest nämlich des HPZ in verschiedenen Facetten In ambulanter Form, in stationärer Form.

00:03:12: Und jetzt wohnst Du in der Jugendhilfe die auch nochmal ihre Besonderheit hat.

00:03:18: Und deshalb finde ich es total toll, von dir mal Sachen zu hören weil wir natürlich irgendwie strukturell hier als Träger haben eine Idee wie wir uns so das Wohnen in unseren Gruppen vorstellen und auch wie wir unsere Wünschen für Kinder und Jugendliche.

00:03:33: aber das jetzt noch einmal wirklich zu hören ist total spannend und deswegen ein total großes Geschenk dass du da bist.

00:03:39: Jetzt habe ich gerade eben angefangen zu sagen Du bist bei uns im HPZ gestartet.

00:03:43: in der Ambulanz Magst du ein bisschen was darüber erzählen?

00:03:46: Wie war der erste Kontakt, wie hat sich das angefühlt.

00:03:51: Du darfst selber entscheiden... Auch das haben wir vorher besprochen, wie viel du darüber erzählst warum du da gewesen bist und wie man vielleicht auch zu uns ins HPZ in die Ambulanz überhaupt

00:04:00: kommt.

00:04:01: Also meine Eltern haben von einem Bekannten erfahren dass es die Berggeschuldigakonie gibt weil sie öfters Leute hierhin vermittelt

00:04:07: Und

00:04:08: ich war halt an einer schwierigen Lebensphase wo's mir nicht so gut ging brauchen dann eine Lösung, wie es weitergeht.

00:04:17: Dann hatte ich ein Vorstellungsgespräch mit der Chefärztin Frau Bäume.

00:04:21: Das war total gut das Gespräch.

00:04:24: Es hat mir Sicherheit gegeben und eigentlich wollte ich am Anfang gar nicht.

00:04:28: Ich fand's schrecklich.

00:04:30: Ich wollte überhaupt nicht.

00:04:31: Aber während dem Gespräch ... Mit Frau Bäume ist es auf jeden Fall vorstellbar gewesen, hier hinzukommen.

00:04:40: Was war deine Idee?

00:04:42: Kann ich gar nicht sagen.

00:04:42: Ich glaub einfach

00:04:43: ... Das Wort?

00:04:46: Also zu sagen, ich gehe da in eine Klinik?

00:04:48: Ja,

00:04:49: vielleicht hab ich's mir wie in der Geschlossene und Psychiatrie vorgestellt.

00:04:54: Weiß nicht, hatte so meinen ersten Eindruck war so nee, ich möchte hier eigentlich gar nicht hin.

00:04:59: Aber ich glaube, ich kann gar nicht genau sagen warum.

00:05:02: das Gefühl hatte neue Leute wieder über Probleme reden, viel an sich arbeiten was total anstrengend ist.

00:05:10: Und ich glaub... Das wollte ich einfach nicht, weil das wieder so viel Kraft zieht.

00:05:14: Wenn man wieder und wieder über seine Geschichte reden muss ... Entweder kann ich auf jeden Fall sagen, dass die richtige Entscheidung

00:05:21: war.

00:05:21: Dann ist schon mal ein gutes Fazit!

00:05:25: Und dann hatte ich halt das Riesenglück, dass zu dem Zeitpunkt die dritte Gruppe von der Tagesklinik eröffnet hat.

00:05:32: Also, drei Gruppen waren nicht mehr zwei.

00:05:35: Und hab dann auch relativ schnell einen Platz bekommen.

00:05:40: Dann bin ich in der Tagesklinik gelandet und war da erst mal.

00:05:44: Am Anfang war es schwierig, dahin zu kommen aber

00:05:47: ... Jetzt kann man sich Chefärzte vorstellen wie im Fernsehen mit einem weißen Kittel reinfliegen.

00:05:54: Das ist bei uns definitiv nicht so, sondern unsere Chefärztin Frau Dr.

00:05:58: Dagmar Bäumel.

00:05:59: Ich schätze total an der, dass die ... einfach wirklich auch sehr normaler Mensch ist und einen ... auch das Gefühl gibt im Gespräch.

00:06:07: Du hast gesagt, es war ein total gutes Gespräch?

00:06:09: Weißt du noch oder kannst du noch festmachen, warum sich das so angefühlt

00:06:14: hat?

00:06:14: Also erst mal ... war's genau das, dass sie eben keinen weißen Kittel anhatte wie andere Chefärzte in Kliniken oder so.

00:06:22: Und auch nicht so... also keine Ahnung.

00:06:25: ich will nicht sagen, dass die nicht schick aussah aber es war nicht so.

00:06:28: dieses Steife.

00:06:30: Ich steh vollkommen über dir und weiß nicht, du musst jetzt machen was ich dir sage.

00:06:36: Da hab' ich ganz andere Ärzte kennengelernt.

00:06:38: also das woran ich mich auf jeden Fall erinnern konnte da war dass ich geweint habe und Das bei einem ersten Gespräch.

00:06:47: Ich hab die Person gerade kennengelernet Als ich nicht eine halbe Stunde geredet und ich konnte weinen.

00:06:54: und das kann ich nicht immer weiß ich nicht, mache ich nicht immer.

00:06:59: Viele wahrscheinlich nicht immer, weil das eine verletzliche Seite ist die man dann zeigt sich angreifbar macht oder so.

00:07:06: aber so mein körper hat mir gesagt ja ich fühle mich hier so sicher dass ich meine gefühle vor allem zeigen kann auch die traurigen und so

00:07:15: was für ein großes komplement an sein erstes gespräch.

00:07:18: also wenn man darauf zurück guckt zu sagen boah was für ne starke persönlichkeit du bist Dass du deinen Körper spüren konntest, der dir das Signal gibt zu sagen und hier darf ich sein.

00:07:30: Also ein Kompliment an unsere Ärztin, an unsere Chefärztin aber auch ein großes Kompliment an dich zu sagen Ich höre auf meinen Körper und ich lass zu.

00:07:37: Das finde ich schon noch sehr besonders.

00:07:39: Dann hast du gesagt nach diesem Gespräch, da gab es sicherlich auch noch das eine oder andere Gespräch dazwischen nur um so ein bisschen auch ein Bild vom Ablauf zu geben.

00:07:48: Man kommt hier nicht direkt nach einem Gespräch in die Tagesklinik sondern dann gibt es schon auch ein bisschen mehr Gespräche.

00:07:54: Da wird gut geguckt.

00:07:55: was könnte der richtige Ort sein?

00:07:56: Was ist der Bedarf?

00:07:57: können wir überhaupt einen Angebot machen?

00:07:59: haben wir gerade Platz?

00:08:00: jetzt hast du gerade schon gesagt Da ist die dritte Gruppe eröffnet worden.

00:08:04: Wir haben bei uns hier auf dem Gelände eine Tagesklinik mit drei Gruppen inzwischen, diese Dritte Grupe gab es und deshalb gab es Platz.

00:08:12: Dann bist du in die Tagesklinge gekommen?

00:08:14: Und wie war das ankommen für dich?

00:08:17: Wie ist so ein Ablauf in der Tagesklimik?

00:08:19: Wie stelle ich mir das vor?

00:08:20: Weil auch da ist ja dieses Wort Klinik drin.

00:08:24: Also ich muss sagen, die Tages- klinik ... also die ältere Gruppe... Ich weiß gar nicht von wann bis wann.

00:08:29: Die geht ich glaube von vierzehn, fünfzehn bis dann.

00:08:34: Das ist, meiner Meinung nach das schönste Gebäude auf dem Gelände.

00:08:38: Es ist total gemütlich eingerichtet und ich fand es einfach super.

00:08:42: Also, es war total schön da.

00:08:44: Räumlich, auf jeden Fall!

00:08:46: An meinem ersten Tag wurde ich richtig herzlich empfangen auch von den Mitpatientinnen.

00:08:51: Die haben mir dann das Gelände gezeigt... Ich hatte meine ersten Gespräche mit den Therapeuten und Ärzten usw.. Also ein normaler Ablauf.

00:09:03: Man wird von einem Taxi abgeholt, es gibt so einen Taxidienst, man wird dann abgehult zu Hause oder da wo man wohnt und wird zur Tagesklinik gebracht.

00:09:11: Und dann gibt's erst mal ein gemeinschaftliches Frühstück.

00:09:16: Wenn in der Schulzeit keine Ferien sind, dann gibt es Abteilungen für Schuldiagnostik.

00:09:24: Da gehen die von der Tagsklinik hin.

00:09:27: Ich glaube, die Tagesklinik hat auch zwei eigene Lehrerinnen.

00:09:31: Ich bin mir nicht mehr sicher wie es jetzt ist.

00:09:33: also ich war ja vor drei Jahren da.

00:09:35: Ja dann macht man halt seine Schulaufgaben bis zwölf und dreißig, elfunddreißig.

00:09:40: Ich

00:09:41: glaub das ist auch relativ individuell nach dem was man gerade gut schaffen kann wo man so steht aber ungefähr der Vormittag in der Thematik Schule.

00:09:51: Und dann gibt es verschiedene Therapieangebote, also Einzeltherapie, Gruppentherapie.

00:09:58: Bewegungstherapy, Kunst und Musik.

00:10:02: Also Musik ist glaube ich auch Gruppe.

00:10:04: Was bei mir damals das Musikgruppe war... ...und dann hatte ich Kunsttherapies einzeln und Bewegungsgruppe.

00:10:12: Aber da war es dann auch individuell.

00:10:14: Wie groß ist deine Gruppe?

00:10:15: Zehn, also irgendwie so ... Ich bin mir nicht mehr ganz sicher.

00:10:19: Aber überschaulich und angenehm.

00:10:22: Also fand ich überfüllt oder so.

00:10:24: Und dann, ich glaub von Montag bis Donnerstag ging's dann bis ... sechzehn Uhr, sechzen uhr dreißig.

00:10:31: Freitag glaube ich vielleicht lüg ich jetzt auch.

00:10:34: Ich weiß nicht, ob's freitag kürzer war.

00:10:36: Kann sein.

00:10:37: Ich bin mir nicht mehr

00:10:37: sicher.".

00:10:38: Da geht es auch, glaube ich, nicht darum wie korrekt das ist.

00:10:41: so aber ungefähr so ist das Erleben und Leben in der Tagesklinik.

00:10:45: Man hat noch ganz viel Freizeit also

00:10:47: die freizeit die man dann miteinander verbringt.

00:10:49: oder macht man was für sich selbst?

00:10:51: Wie hast du das so erlebt?

00:10:52: Man konnte sich zurückziehen.

00:10:53: Es gab Räume wo man sich zurück ziehen konnte Aber es gab natürlich auch Möglichkeiten dass man etwas zusammenmacht Spiele spielt.

00:10:59: da gab's ein Kicker einen Garten wo mal eine Schaukel war Konnte auch eine runde spazieren gehen Mit Absprache und wenn das dann erlaubt wurde.

00:11:09: Und dann hattest du deinen Tagesablauf in der Tagessklinik?

00:11:13: Wie lange warst du ungefähr da?

00:11:15: Von November, also Anfang November, den zwanzig bis Anfang Februar, vierundzwanzig.

00:11:23: Ja, und dann gab es eine Besonderheit bei mir.

00:11:26: Also ich war dann.

00:11:28: ab Dezember bin ich dann in einer Behandlungsgruppe gekommen.

00:11:33: War aber dann noch gleichzeitig in der Tagesklinikum weil ich, sag' ich mal eine Lösung für Weihnachten brauchte und wo ich bleiben konnte.

00:11:41: Und dann hatten wir eigentlich die Idee gehabt, dass ich in den Grashüpfer komme.

00:11:45: Ich ergänze einmal kurz der Grashübfer ist und stationäre Diagnostikgruppe, die wir haben?

00:11:51: Die

00:11:51: hatten aber dann erst ab Januar einen freien Platz und das hätte ja keinen Sinn für mich gemacht wenn ich für Weihnacht ne Lösung gebraucht hätte!

00:12:00: Und dann gab es aber zwei freie Plätze tatsächlich in der Behandlungsgruppe im HPZ.

00:12:05: Für mich war's total schwierig, weil ich mich auf den Graspuffer eingestellt hatte und es dann hieß ... Nee, kannst jetzt doch nicht dahin!

00:12:11: Wir haben eine andere Lösung, dann war ich so ... Oh nee, will ich eigentlich gar

00:12:15: nicht...

00:12:16: Dann muss ich mich umstellen und ich hatte wirklich keine Lust, aber dann hab' ich mir die Gruppe angeguckt und dann war da ne supernette Pädagogin, die mir dann die Gruppel gezeigt hat.

00:12:25: Dann bin ich mit nem Lächeln im Gesicht wieder rausgegangen und war so Jaaa, ich mach das!

00:12:29: Das ist auch in Ordnung.

00:12:31: Super, gut!

00:12:32: Darf ich Sie dazu was fragen?

00:12:33: Wie wichtig findest du es das wer einen begrüßt und wie man begrüße wird dafür ob man sich auf Hilfen einlassen kann.

00:12:40: aus der eigenen Perspektive

00:12:42: Ich glaube dass das schon sehr wichtig ist

00:12:44: würdest Du sagen wie ich begrüßt und empfangen werde, ist vielleicht sogar wichtiger als das, was sich mir überlege.

00:12:52: Was dann da passiert oder was ich mir auch ... Also verstehst du was so rational quasi der Plan ist zu sagen?

00:12:57: Da findet dann Behandlungsstadt und ich bekomme Unterstützung.

00:13:00: Das Entscheidende ist, wie werde ich begrüsst, ob ich mich überhaupt darauf einlassen kann selbst wenn ich weiß, Bohrtherapie beispielsweise täte mir gut?

00:13:08: Ich glaube dass es auf jeden Fall einen ausschlaggebender Punkt ist, Wer ich jetzt empfangen worden von jemandem, der überhaupt keinen Bock hat und total genervt ist, keine Ahnung.

00:13:20: Dann war ich so ja ... dann hätte ich das Gefühl bekommen dass ich gerade nerfe die Person keine Lust hat auf mich.

00:13:26: Ich hätte das dann über mich übertragen, dann hätt ich ein unwohles Gefühl gehabt, wenn ich da wäre und dann hätte ich gedacht, nee, ich werde mich da die ganze Zeit unwohl fühlen, das wird nichts für

00:13:34: mich.".

00:13:35: Also

00:13:35: wenn wir gucken, dass wer aus dem was du erlebt hast und was wir jetzt hier so besprechen gucken, was könnten gute Tipps auch für die Mitarbeiter hier sein zum Beispiel?

00:13:43: Dass man sagen würde, dass Hallo und das Ankommen.

00:13:46: wie begrüßen wir mögliche neue Bewohner bei uns, das ist total wichtig weil es das erste Startgefühl gibt dass schon auch Ausschlag geben dafür ist, kann ich mich einlassen oder nicht.

00:13:58: Selbst wenn ich weiß, ich brauche vielleicht Therapie das könnte mir gut tun.

00:14:02: aber das entscheidend ist wie ist der erste Kontakt?

00:14:05: Ja

00:14:06: würdest du sagen es hat sich durchgezogen weil ich jetzt gerade so gedacht habe ach der erste kontakt mit unserer Chefärztin der war für dich sodass du gesagt hast oh da kann ich.

00:14:14: Der Empfang in der Tagesklinik war so, dass du gesagt hast, die waren nett zu mir.

00:14:19: Die Mitpatienten waren net, da kann ich mich einlassen.

00:14:22: und dann trotz einer Unwegsamkeit sag' ich mal, das dein erstes darauf einstellen war.

00:14:27: Ich geh jetzt in den Grashüpfer und dann geht's doch woanders hin auch funktioniert hat weil es ein guter erster Kontakt war?

00:14:34: Also ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand schlecht empfangen wird.

00:14:39: Naja, auch unsere Mitarbeitenden sind nur Menschen.

00:14:41: Ja das stimmt doch frei!

00:14:42: Die haben mal einen Tag wo die vielleicht nicht so gut drauf sind aber dass man sich bewusst macht wie wichtig ist dieser erste Moment.

00:14:49: Und dann hast du den Besuch gehabt bis aus der Behandlungsgruppe.

00:14:53: Wir haben hier verschiedene davon mit verschiedenen Richtungen oder auch Ausrichtung, manche sind nur für Mädchen beispielsweise.

00:15:02: wir haben gemischte Gruppen.

00:15:04: die Altersstruktur ist ein bisschen unterschiedlich und haben das ein bisschen spezifiziert.

00:15:09: aber alle diese Gruppen haben die Besonderheit bei uns auf dem Gelände dass man eben dort wohnt und gleichzeitig Therapie- und Behandlung stattfindet.

00:15:17: deshalb heißen sie so sehr Behandlungsgruppen, weil es eben eine Wohn- und Behandlungshorm miteinander vereint ist.

00:15:26: Du bist aus dieser Behandelungsgruppe raus und hast gesagt, bis wir im Lächeln raus haben, du hast gesagt okay das probiere ich Und was ja aber noch in der Tagesklinik?

00:15:33: Hast du dann an dem Tag quasi deine Sachen gepackt und bist da eingezogen?

00:15:37: oder wie war das?

00:15:38: Ich weiß jetzt nicht mehr, in welchem Abstand es war, dass ich die Gruppe gesehen habe.

00:15:43: Also ich weiß, dass es ein Freitag war... ...und ich weiß auch, dass sich mit einem YouTube-Beutel Schlafanzugzahnbürste dahin gekommen bin.

00:15:52: Mehr hatte ich nicht dabei!

00:15:54: Dann darf er eine Nacht wahr und am Wochenende zurück ins... Favo gegangen bin.

00:16:01: Magst du für die Nicht-Profis erklären, was ein Favo ist?

00:16:04: Es gibt einen Familienwochenende und Besuchskontakt.

00:16:07: Eigentlich ist es so, dass das immer abwechselnd ist.

00:16:10: Alle zwei Wochen Favo und alle zwei Wochen BK.

00:16:12: Und Favo is, dass man dann über Nacht zu Hause ist oder ...

00:16:18: Da wo man

00:16:18: wohnt und lehnt.

00:16:19: Und BK, dass wir dann ... an dem Samstag oder am Sonntag über den Tag unterwegs ist.

00:16:24: Anders ist es, wenn man in der Krankenkassenphase ist, also wenn man über die Krankenkasse in der Behandlungsgruppe ist.

00:16:31: da geht man jedes Wochenende zurück nach Hause, wo man rund und bei der Jugendhilfe ist das dann so abwechselnd

00:16:38: Und dann bist du eingezogen und hast da auch die Weihnachtszeit verbracht, das war ja der ausschlaggebende Grund.

00:16:43: Du hast gesagt ich brauchte für mich eine Lösung für Weihnachten und bis in die Behandlungsgruppe gegangen.

00:16:50: Dann bist du aber nicht nur bis Januar geblieben, bis die Tagesklinik zu Ende war oder Februar.

00:16:54: Das war eigentlich auch der Punkt.

00:16:57: Ich habe gesagt, ich bleibe da nur so lange, bis ich in der Tagesklingek bin.

00:17:01: Das hab ich festgesagt.

00:17:03: Ähm, ja am Ende war's nicht so.

00:17:06: Wir können kleinen Spoiler gehen, da du immer noch bei

00:17:08: uns bist, dass

00:17:10: das wohl nicht so gewesen

00:17:12: ist?

00:17:12: Nee ... Ja, ich hätte mich dann dazu entschieden, dass ich halt über die Tagesklinik hinaus weiter dort wohnen bleibe.

00:17:19: Genau.

00:17:19: Du hast dann gewechselt von Krankenkassenphase in Jugendhilfephase bei uns im Rahmen der Behandlungsgruppe.

00:17:26: und wie war die Zeit für dich als du in einer Behandlungskruppe gewohnt hast?

00:17:30: Hat sich das nach Krankenhaus und Behandlung angefühlt?

00:17:34: Dass ich behandelt wurde, das habe ich gemerkt.

00:17:38: Aber nach Krankenhäus hat es nicht für mich angefühlen.

00:17:41: Jetzt ist in den Gruppen so, dass Kinder zeitgleich sind, die noch in der Krankenhausen- und Jugendhilfephase sind.

00:17:49: Du hast ja auch beides erleben dürfen und über die Zeit beobachten dürfen ... Und hattest du das Gefühl, wenn wir darüber reden zu sagen wie wirkt es für Leute die damit keine Berührungspunkte haben als du schon an Jugendhilfe kennend warst?

00:18:06: Wie war das von außen in Anführungsstrichen betrachtet, die in der Krankenkassenphase zu sehen?

00:18:11: hat sich das für dich unterschieden im Erleben gar nicht in den Fakten.

00:18:14: Das müssen andere sagen wie die Phasen unterschiedlich sind und was dazu gehört was nicht dazu gehört aber einfach nur im erleben.

00:18:21: oder Haben auch die als fester Bestandteil der Bewohner da gewohnt?

00:18:26: für dich?

00:18:27: Manchmal wusste man noch gar nicht, ob die Person jetzt über die Krankenkasse ist oder über Jugendhilfe.

00:18:34: Also, man hat es dann in dem Punkt gemerkt, dass man halt nicht ... Die Ausgänge sind so ein blödes Wort, als würde man im Gefängnis sein und dann ... für eine Zeit rausgehen.

00:18:43: Du meinst den Rahmen, wo man sich bewegen kann?

00:18:45: Wie weit kann man gehen?

00:18:47: Das hat das unterschiedlich genau Gelände grenzen statt Grenzengruppengrenzen.

00:18:51: Ja und dass hat man halt als Krankenkassenkind nicht.

00:18:54: also man darf nur in Sichtweite sein von den Pädagogen und das hat aber auch was mit der Versicherung zu tun.

00:19:01: Das war so der einzige Unterschied, den man gemerkt hat vielleicht aber sonst überhaupt nicht.

00:19:07: Und wenn du jetzt darüber nachdenks wie die zeit war Dann kann man sicherlich mal mehr oder weniger wohlfühlen.

00:19:15: Das hat mit Sicherheit auch was damit zu tun, ne?

00:19:17: Du hast es gerade gesagt ich hatte Therapie.

00:19:19: also hier findet ja dann Behandlung statt.

00:19:22: das ist und bleibt Arbeit selbst wenn man sich wohl fühlt sich in therapeutische Setting zu begeben um sich auseinanderzusetzen mit Themen.

00:19:31: Das ist intensiv so und das macht dir etwas mit uns.

00:19:35: Also da geht's einmal mehr Mal weniger gut bei gehört so ein bisschen einfach auch dazu, weil das auseinandersetzen mit den eigenen Themen einfach auch herausfordernd sein kann.

00:19:47: Wie hast du dich gefühlt in unserer Behandlungsgruppe?

00:19:50: Für mich war die Behandlungskruppe mein Zuhause.

00:19:53: Das war der Ort wo ich gewohnt habe.

00:19:56: also ich bin auch nicht am Wochenende häufig... Also am Anfang schon bin ich häufig wo anders hingegangen zu meiner Patentante dann aber Das war dann nicht der Ort, wo ich eigentlich gewohnt hab.

00:20:09: Für mich habe ich in der Behandlungsgruppe gewohnte.

00:20:11: Das war gerade mein Zuhause und ich hab zu meinen Freunden immer gesagt, ich fahre jetzt nach Hause.

00:20:17: Ich fahr nicht in die Behandungsgruppe oder nach Hause!

00:20:19: Das war der Ort wo ich mich sicher gefühlt hab und wo auch ich sein konnte.

00:20:24: Also ich musste mich nicht verstellen... Mit der Zeit hat sich das ... also es war nicht direkt von Anfang an, dass es mein Zuhaus war.

00:20:33: entwickelt, sage ich mal.

00:20:35: Dann mit der Zeit hat sich dieses Fawo und BK auch... Also BK hatte die Gruppe auf also da musste man nicht weg.

00:20:46: aber beim Fawow hat die Grupe dann halt zugemacht und für mich hat sich das so angefühlt als würde ich weggeschickt

00:20:53: werden.".

00:20:54: Du hast gerade

00:20:54: so gestockt bei dem man musste weg ne?

00:20:57: Ganz grundsätzlich ist es so wenn jemand in Not ist, dann finden wir Lösungen dafür.

00:21:02: Grundsätzlich gehören diese Momente eben auch die Kontakte zu Familienangehörigen, Bezugspersonen.

00:21:11: Das sind ja nicht immer quasi Blutsverwandte Familie, sondern es sind auch Bezugsspersonen oder Drittpersone.

00:21:19: Gehören schon auch zu dem Behandlungsverlauf dazu.

00:21:22: Ich find's aber ganz spannend und das macht mir ein weiteres Mal weil wir haben natürlich im Vorgespräch ein bisschen darüber auch gesprochen Gänsehaut und bewegt mich sehr, wie sich das für dich angefühlt hat.

00:21:34: Also dass hier der sichere Ort, das sichere Zuhause war und diese Erprobungen und Kontakt zu Bezugspersonen für dich fast eher eine Herausforderung waren, zu sagen ich muss mich da jetzt hin auf den Weg

00:21:49: machen.".

00:21:50: Als meine Behandlungsgruppe dann Familienwochenende hat, gibt es eine Zwillingsgruppe und die hat dann in der Zeit Besuchskontakt.

00:21:58: Also sie hat dann offen und dann wurde man halt in die Zillungsgruppe geschickt, sage ich mal so.

00:22:05: Meistens habe ich eine Lösung gefunden wo ich sein konnte über das Wochenende.

00:22:09: Es ist ja auch eigentlich so dass diese Favous und BKs einfach ... ... so Erprobungen sind, weil die Leute dann vielleicht nach der Behandlung wieder nach Hause gehen.

00:22:19: Aber bei mir war es halt klar, dass ich nicht wieder zu meinen Eltern ziehe oder... ... zur anderen.

00:22:24: Das war für dich klar schon in der Be?

00:22:26: Handlungsgruppe?

00:22:27: Ja.

00:22:27: Dass das nicht die Perspektive sein wird.

00:22:29: und hattest du das Gefühl, das war für die Anderen auch klar?

00:22:31: Oder war das für Dich klar, ich gehe diesen Weg?

00:22:34: Nee, das ist auch der Behaltungs- also dem Pädagogen.

00:22:36: Und klar!

00:22:37: Okay.

00:22:37: Dass es so sein wird.

00:22:39: Jetzt ist Behandlungsgruppen bei uns was im Konzept vorsieht, dass das nicht eine Verbeheimatung ist.

00:22:46: Nicht verbeheimert bedeutet ich habe da meinen Wohnsitz und ich lebe da verselbstständig mich.

00:22:52: da werde er wachsen vielleicht entwachse ich dem auch.

00:22:56: Da gibt es einfach unterschiedliche Wohnformen, unterschiedliche Konzeptionen und die Konzeption der Behandlungsgruppe ist, dass sie schon darauf hinarbeitet auf eine Rückführung.

00:23:06: Wenn das möglich ist also wenn dadurch Schutz nicht gefährdet wird, wenn dadurch Gesundheit nicht gefährdert wird dann ist die Idee aus der Be?

00:23:14: Handlung Gruppe wieder in den Herkunftskontext zu ziehen.

00:23:19: ich lass das mal so groß weil da einfach auch verschiedene Regelungen gibt und total individuelles.

00:23:24: Für dich war klar Meine Reise geht nicht in den Herkunftskontext, sondern woanders hin.

00:23:31: Wann stand das fest?

00:23:32: Wie hast du dich selber auf die Suche gemacht?

00:23:35: Hast du gesagt ich such mir selber meine Gruppe.

00:23:36: bist du dabei unterstützt worden?

00:23:38: hat das Jugendamt beispielsweise gesagt boah das ist übrigens die Gruppe wo es hingehen kann.

00:23:43: Wir wissen jetzt, ich habe das im Einstieg schon gesagt.

00:23:46: Du wohnst inzwischen in einer unserer SBW-Gruppen, im Intensivsbw.

00:23:51: da erzählen wir gleich nochmal oder du gleich noch mal ein bisschen was drüber.

00:23:54: Du bist in die Verselbstständigung quasi gezogen.

00:23:56: wie war der Weg dahin?

00:23:58: Es war nicht von Anfang an klar dass ich ins SBW gehe.

00:24:03: also es gab ständig verschiedene Pläne und Lösungen auch wieder verworfen wurden, weil es dann doch nicht so gepasst hat.

00:24:14: Weil du gesagt hast, da fühle ich mich nicht wohl?

00:24:16: Also hast du die Gruppen angeguckt sozusagen oder wurden sie verworffen, weil quasi organisatorisch von Jugendamtgeleitungen was auch immer gesagt wurde das ist jetzt doch nicht das geeignete oder richtige?

00:24:29: Nee also es kam von mir aus!

00:24:32: Ich bin ja nicht in die Schule gegangen, weil ich meinen Schulabschluss schon hatte und hab mich dann auf die Suche nach einem FSJ gemacht.

00:24:40: Und hatte auch eins in Hilden, der Plan war es eigentlich ... eine eigene Wohnung zu ziehen, aber halt mit Unterstützung.

00:24:49: Aber das wurde relativ kurzfristig bevor mein FSJ angefangen hätte.

00:24:56: Es hätte nach den Sommerferien angefangen, ich hab's vor den Sommerfernien verworfen.

00:25:01: Verworfen klingt so ja, ich muss doch nicht!

00:25:05: Nee, es hat sich dann halt einfach nicht richtig angefühlt.

00:25:07: Wir haben alle noch mal miteinander geredet ... dass ich besser doch noch bleibe und ... haben dann eine andere Lösung gesucht, dass ich woanders ein FSJ mache was in der Nähe ist.

00:25:19: Wo hast du dein

00:25:19: FSJ gemacht?

00:25:22: Ich sage mal FSJ hat eigentlich einen BFD gemacht.

00:25:24: Eigentlich theoretisch also nicht theoretisch.

00:25:26: aber Es ist das gleiche, es wird nur anders bezahlt und Gibt ein paar Unterschiede.

00:25:32: Aber im Grund ist es das Gleiche.

00:25:35: Ich hab mein FSJ dann in der Bäckerei beim STHV gemacht.

00:25:39: Der STH V ist einer der Bereiche, die auch hier auf dem Campus angesiedelt sind eine Unterstützungsform für erwachsene Menschen.

00:25:48: innerhalb ihrer Angebote gibt es auch eine Bäckerei.

00:25:51: Ja

00:25:51: also das ist ein Teil von der Tagesstruktur von denen.

00:25:55: es gibt verschiedene Angebote Bäckerel Holzwerkstaat Gärtnerei und So weiter und so weiter.

00:26:01: Und ich hab mich dann bei der Bäckerei beworben, wurde auch angenommen ... Okay,

00:26:06: also heißt du warst örtlich hier quasi nicht mit dem Plan, wo?

00:26:10: ich geh jetzt in eine andere Stadt?

00:26:13: Geht da eine eigene Wohnung, sondern du war's noch ne Weile aufm Gelände?

00:26:17: Ging ein Jahr das FSJ-Jahrt und hatte halt für einen Jahr ne Pause und musste mir nicht wieder irgendwas überlegen was ich mache.

00:26:25: Und hatte Zeit nochmal an mir zu arbeiten.

00:26:29: Dann ging's halt, also ... als es Richtung Ende der FSTJ ging, ging's dann auch um eine Lösung wie es weitergeht.

00:26:37: Also wohnlich und ich hab am Ende gemerkt so ja die Behandlungsgruppe war ein guter Ort für mich.

00:26:46: War ein sehr guter dort für mich, hat mich zu Hause gefühlt.

00:26:49: aber das muss weitergehen.

00:26:50: Es war ja sehr beschützend und vor allem auf dem Gelände man sagt ist es so'n bisschen so ne eigene Welt Also ein bisschen abgeschnitten von der Außenwelt, also halt sehr beschützend.

00:27:01: Ja ich hatte halt das Gefühl ja es wird zu viel... Ich muss selbstständiger werden und möchte selbstständig werden.

00:27:09: Ich brauche diese ... dann gab's verschiedene Weiß ich nicht, Möglichkeiten oder Wünsche auch.

00:27:20: Was passieren könnte?

00:27:22: Und dann hatte ich mir das SBW auf dem Geländen hier angeschaut...

00:27:25: Weißt du wofür SBW in lang steht?

00:27:27: Selbstbetreutes Wohnen!

00:27:29: Oder?

00:27:29: Sehr pädagogisch betreutes

00:27:30: Wohnen, genau!

00:27:32: Ich dachte immer, dass heißt selbstbetreudes Wohnen.

00:27:34: Auch

00:27:34: eine schöne Form vielleicht.

00:27:35: Denken wir darüber noch mal

00:27:36: an.

00:27:36: Aber es macht gar keinen Sinn.

00:27:38: Selbstbetreutes Wohnen

00:27:40: und betreutes Wohnen.

00:27:41: Könnte ja auch noch eine Option sein, also falls da noch mal in Sachen Namensfindung was getan werden muss,

00:27:47: dann

00:27:47: wäre er bereit.

00:27:49: Das hatte ich mir angeguckt.

00:27:50: Ich hatte ne Probewoche.

00:27:52: Also hab dann eine Woche in einer Wohnung hier gewohnt.

00:27:55: mit wem anders zusammen.

00:27:57: Also in der WG?

00:27:58: Ja

00:27:59: in der Zwei-AWG mit einem anderen Jungen zusammen.

00:28:02: Das war dann auch in Ordnung weil wir beide volljährig waren.

00:28:05: Wenn wir minderjährig gewesen hätten das nicht ein anderes Geschlecht sein können.

00:28:09: Aber mir ist relativ schnell die Klage gekommen, das ist es nicht.

00:28:12: Also ... Das war dann zu wenig Betreuung, sag ich mal.

00:28:19: Und ja, ich hab mich total unruhig gefühlt und hab auch einen Tag vorher in meine Gruppe gegangen, also in die Behandlungsgruppe.

00:28:29: Und das war jetzt auch nicht weit weg, ne?

00:28:30: Das waren fünfzig Meter Entfernung!

00:28:34: Ähm... Und ... Dann brauchten wir eine andere Lösung.

00:28:40: Und die hat sich dann auch ergeben!

00:28:43: Ich finde das so schön, dass wir hatten es in der Vorbesprechung sozusagen noch, dass ja wirklich so die Erkenntnis ist.

00:28:50: Diese Türen sind zu den Zeitpunkten aufgegangen, wo du sie gebraucht hast.

00:28:54: Also ich musste da so ein bisschen drüber schmunzeln unsere dritte Gruppe von der Tagesklinik macht auf als du einen Platz gebrauchst.

00:29:00: Und jetzt hast du es gerade schon ein bisschen angekündigt und das hat sich dann auch ergeben.

00:29:05: Es gab hier bei uns oder von uns als Träger ein neues weiteres Angebot nämlich ein Intensiv-SBW.

00:29:15: Willst Du dazu ein bisschen was erzählen?

00:29:16: Wenn uns Jugendämter zuhören... Ohren auf, weil das ist die perfekte Beschreibung.

00:29:24: Jetzt steh ich ein bisschen unter Druck.

00:29:27: Das ist ein Mehrfamilienhaus, was eigentlich dafür benutzt werden sollte für Airbnbs.

00:29:34: und da sind acht Wohnungen drin und das Erdgeschoss ... der Gemeinschaftsteil, sag ich mal.

00:29:41: D.h.,

00:29:42: es ist wie eine Wohngruppe nur, dass man seine eigene Wohnung hat.

00:29:45: In der Wohnung gibt's ein eigenes Badezimmer in einer eigenen Küche, dann ... der Wohnbereich und ähm ... ja, man isst halt selbstständig.

00:29:54: Unten gibts trotzdem einen Gemeinschafzwohnzimmer, ne Gemeinschaufsküche und drei Bade Zimmer.

00:30:02: Ähm, unten Büro!

00:30:04: Die Betreuung... ist das wir ... eine Pädagogin oder einen Pädagogen bei uns haben.

00:30:11: Meistens sind die auch zu zweit im Dienst, dann gibt's die Teamleitung, die ist auch jeden Tag da bis auf halt am Wochenende und wir haben ne Nachtwache, die dann nachts wach is'.

00:30:24: Der vierundzwanzigstunden-Dienst, der schläft ... nachts?

00:30:27: Aber die Nachwache ist nachtswach!

00:30:31: Und dann gibt es noch einer Haushaltsorganisationstrainerin Abgekürzt hot.

00:30:39: Das ist ganz cool!

00:30:41: Die ist dafür da, dass man sich an die Wände kann wenn man halt Fragen für den Haushalt hat.

00:30:48: Man kann sich mit ihr treffen um mal zusammen zu putzen und kochen einfach auszutauschen wobei man Hilfe braucht.

00:30:57: Die bietet dann aber auch mittags immer ein warmes Essen an hat dann halt die Möglichkeit, sich entweder selbst zu verpflegen oder noch verpflegt zu werden.

00:31:10: Und dann ist es auch ganz individuell, ob man sich wirklich die ganze Woche selbst verpflegt oder alle zwei Tage in der Woche sich verpflegt und am Wochenende dann verpflege wird.

00:31:21: also total individuell.

00:31:23: Muss man irgendwas davon selber machen?

00:31:25: Also ist das ein Muss

00:31:26: daran

00:31:26: teilzunehmen oder ist es ein muss, dass alles schon alleine zu schaffen?

00:31:29: Nein

00:31:30: auf keinen Fall.

00:31:31: Ich habe im Gespräch mit der Teamleitung, du hast eben gesagt die gibt's auch noch, die ist fünf Tage die Woche da.

00:31:37: Es ist ganz spannend weil die irgendwann mal diesen Satz geprägt haben oder das Teamruppe ist ein Kann aber kein Muss eben genau das anzubieten zu sagen wir können hier in Ort von Gemeinschaft sein.

00:31:50: Ihr habt euch für dieses Modell entschieden, also sowohl ihr Kinder jugendlichen jungen Erwachsenen die ihr da wohnt.

00:31:57: Ich weiß gar nicht ob wir es gesagt haben du bist volljährig.

00:32:00: Also du gehörst zu den Jungen Erwachsenden.

00:32:02: so nennt man sie junge Menschen habe ich letztens gelernt.

00:32:08: Und für die, oder euch für diese Wohnform, für dieses Konzept entschieden habt gilt eben das Angebot zu sagen.

00:32:14: Die Gruppe ist ein Kann.

00:32:16: Also ich kann daran teilnehmen.

00:32:17: es gibt ganz verschiedene Angebote.

00:32:19: Es gibt ja auch immer durchlaufende Angebote bei denen man sein kann aber es ist eben kein Muss.

00:32:24: Wie lebst du deinen Alltag in diesem intensiv SPW?

00:32:29: Ich muss sagen dass ich einer der selbstständig gehören bin.

00:32:33: Also, ich stehe alleine auf.

00:32:35: Ich verpfleg mich die ganze Woche selber.

00:32:39: Ich weiß selber wann meine Termine sind.

00:32:41: Muss nicht dran erinnert werden.

00:32:43: Ähm ... Ja, ich gehe arbeiten also... Ich bin weniger Gruppe mehr.

00:32:50: Ich allein, also alleine ja.

00:32:52: Alleiner aber eben nicht alleine?

00:32:53: Das ist diese Besonderheit davon, dass man jemanden da ist.

00:32:57: Du hast das gerade gesagt es gibt ähm Das ist jetzt ein bisschen der strukturelle Teil, denn würde ich dir abnehmen.

00:33:03: Außer du möchtest den auch erklären weil du hast es super gut gemacht!

00:33:07: Es gibt eben genau diese Möglichkeit zu sagen... Ich habe Taxi über Pädagogen da und die sind auch nachts da.

00:33:12: Die dürfen aber nachts schlafen Und es gibt aber eine Nachtwache.

00:33:16: Also jemand, der immer ansprechbar und wach ist einfach um genau das auch zu bedienen.

00:33:21: also ein Gedanke davon Es gibt ganz viele Gründe warum das so ist und warum das im Konzept so verankert ist.

00:33:28: Aber ein Grund eben ist Zu sagen die Hemmschwelle soll ganz niedrig sein wenn ich denn dann mal doch was habe nachts weil Ich eben vielleicht das gerade noch lerne allein zu leben Weil mich ein Thema heute mehr beschäftigt als ist es vielleicht noch vor einer Woche getan hat und um die Hemmschwelle ganz niedrig zu halten.

00:33:46: Und zu sagen, ist es immer jemand da?

00:33:48: Du musst niemanden wecken!

00:33:50: Du musst nicht irgendwo klopfen und sagen Hallo und dann kommt jemand verschlafen aus seinem Bett der ja auch natürlich das Recht hat irgendwie zu schlafen.

00:33:57: und um genau dieses Angebot geben zu können.

00:34:00: Es gibt diesen ganz großen Teil von Freiheit Selbstbestimmung und Autonomie von eigenem Wohnen, eigenem Apartment und gleichzeitig aber eben einem hohen Versorgungsanteil zu sagen wir sind da wenn wenn du uns brauchst.

00:34:13: Dafür ist dieses Konzept so gestrickt und ich finde es ganz spannend zu hören, dass du sagst, ich bin einer von den Selbstständigerinnen, weil ich eben meine Sachen selber mache.

00:34:21: Machst du irgendwas mit unseren Pädagogen?

00:34:23: Unterstützen die dich?

00:34:24: Ja also meistens so Behördensachen oder so.

00:34:30: Da bin ich auch kein Profi drin.

00:34:33: Also

00:34:34: gib dir einen kurzen Ausblick!

00:34:35: Ich bin jetzt schon deutlich älter als du.

00:34:41: Ein Leben lang was, wo es wenige Menschen gibt, die wirkliche Profis da sind.

00:34:46: Das ist eine Herausforderung für alle.

00:34:50: Ich muss dazu sagen, dass ich trotzdem auch noch von meinen Eltern sehr unterstützt werde.

00:34:55: Auch bei Behandelssachen und so.

00:34:58: Von beiden Seiten sowohl von den Pädagogen als von meinen Eltern.

00:35:02: Ich nutze sie auch für Gespräche zwischendurch einfach mal um sich zu unterhalten ... Auch noch mal das Gefühl zu bekommen, ich bin nicht alleine.

00:35:11: Also da ist trotzdem jemand... Das

00:35:13: ist ja auch so der Unterschied zum, ich sag mal in Anführungstrichen normalen SPW, ne?

00:35:17: Da gibt es eine zeitlich begrenzte Ressource wenn jemand da ist und im Intensiv-SPW ist die Möglichkeit zu sagen, oh ich brauche aber jetzt mal ein Gespräch.

00:35:26: oder jetzt gerade fühlt es sich vielleicht kurz einsam an weil ich in meiner Wohnung bin und ich weiß und darf nutzen dass ich nicht einsam bin sondern darf ins Gespräch gehen und darf mit mir jemandem suchen, da ist immer wer zu sagen Hast du mal kurz für mich.

00:35:39: Das ist ja schon auch total schön, wenn man gleichzeitig lernen darf und trotzdem gibt es hier meinen eigenen Raum in dem ich sein

00:35:46: darf.".

00:35:46: Wir gucken noch mal darauf, wie du gesagt hast, wie hier gestartet bist.

00:35:50: Du warst in der Lebensphase, wo es dir nicht so gut ging, wo's wirklich intensiv war und wo es einen guten Ort für dich gebraucht hat.

00:35:56: Einen anderen Ort als das Herkunftssystem, Bezugssystem in den vorher gewohnt und gelebt hast.

00:36:03: Und wir uns jetzt angucken, wie ihr jetzt lebt, dann finde ich das wirklich beeindruckend!

00:36:08: Du hast ganz schön viel über Dich gelernt, für Dich gelernt und mitgenommen... Was würdest du sagen?

00:36:16: Warum ist Therapie wichtig?

00:36:18: Und warum ist es, so wie du es am Anfang gesagt hast.

00:36:20: Also man geht ja auch in den Krankenhaus wenn man irgendwie einen Blinddamm hat und dabei Hilfe braucht.

00:36:25: Und warum isst das für Therapie- und mentale Gesundheit genauso?

00:36:29: oder sollte es genau so sein dass man sagt jetzt gerade geht's mir nicht gut und ich gehe jetzt drehen unter mir Hilfe.

00:36:35: Für mich damals war wichtig.

00:36:37: also was heißt wichtig.

00:36:39: Ich sag mal ich brauchte einfach Hilfe.

00:36:41: Ich brauche jemanden dem ich meine Gedanken mitteilen kann ohne irgendwie verurteilt zu werden oder dass sie mir nicht glauben, oder das kleinreden.

00:36:53: Glaubst du jeder Mensch sollte mal Therapie machen?

00:36:56: Also ich glaube wenn jeder Mensch einmal Therapie gemacht hätte dann denke ich oder hoffe ich, dass die Welt ein besserer Ort wäre weil man ... Also ich hab sich Therapie nicht nur mich mehr kennengelernt, sondern auch andere Menschen.

00:37:12: Nicht indem ich mit anderen Menschen geredet habe, sondern über mich Sachen verstanden habe und die dann vielleicht auf andere Menschen übertragen konnte oder ... Ich wusste in Grund, warum ich mich so verhalte wie ich mich verhaltaue und deshalb haben andere Menschen vielleicht auch ... warum sie sich halten, wie Sie sich verhalten.

00:37:31: Das ist ein bisschen unser Ansatz hier zu sagen es gibt für alles einen guten Grund und ich finde total schön wenn was wir hier therapeutisch arbeiten und leben so gut auch bei dir angekommen ist zu sagen boah ich konnte das mitnehmen für mich zu gucken was ist mein guter grund um den im blick zu haben aber auch noch mal zu überlegen ok andere tun Dinge aus einem guten Grund.

00:37:55: würdest du sagen dass ... sich die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Fachklinik.

00:38:02: So heißen wir ja, ne?

00:38:03: Das ist in unserem Titel drin, das is so!

00:38:05: Wir sind eine Fachklimik für Kinder-und Jugendpsychatrie.

00:38:08: Hat sich das zu irgendeinem Zeitpunkt für dich wie Klinik... also wie ein Krankenhaus, wie wir es uns vorstellen vielleicht oder wie wir's du hast eben gesagt aus Filmen, aus Medien kennen.

00:38:19: Ich sage mal einen Anführungsstrichen der weiße Kittel.

00:38:22: Solche Dinge hat sich das für dich hier so angefühlt zwischendurchmal?

00:38:26: Nee weil ich auch Andochse erfahren hab, wo es wirklich Krankenhaus und Klinik und so war.

00:38:36: Ich weiß dass manche Kinder- und Jugendliche diesen Ort klappseln.

00:38:41: Und das mag ich gar nicht.

00:38:43: Warum?

00:38:44: Das ist keine Klappe hier.

00:38:46: Also ich mag das Wort nicht.

00:38:48: Dass es so negativ besetzt ... Man hat direkt was Negatives vor dem Bild.

00:38:53: Es ist für mich kein schönes Wort.

00:38:57: und vor allem nicht diesen Ort als Klapse zu bezeichnen.

00:39:01: Weil es auch, sag ich mal, Orte gibt die dann doch eher wie in einem von dem Zeichnenden Klapse sind.

00:39:10: also Ich war in einer erwachsenen Psychiatrie in der geschlossenen Und das war ein Krankenhaus.

00:39:16: Also das war wirklich Klinik.

00:39:19: Das war mit Kasachs und weißem Kittel und Krankenhausbett und so geschlOSSene Fenster So was und das ist hier nicht.

00:39:28: Wir können unsere Fenster aufmachen.

00:39:31: Gute Info, richtig gute Info.

00:39:35: Lüften ist ein Ding!

00:39:36: Du sagst gerade ich würde es nur nicht nennen und ich mag diesen Begriff nicht.

00:39:39: wie würdest du das hier nennen bei uns?

00:39:42: oder was sagst du zu unserem Ort?

00:39:46: Meistens sage ich Bergische Diakonie einfach als Überbegriff.

00:39:50: Ich weiß also keine Ahnung aber sonst... Also zu der Behandlungsgruppe hab ich auch nie Klinik, glaub ich gesagt.

00:39:59: Ich bin in der Klinika.

00:40:02: Wenn Leute gefragt haben, habe ich gesagt ... Ich hab nicht Behandungsgruppe gesagt, weil das hätte kein normaler Mensch verstanden.

00:40:10: Was heißt normaler Menschen?

00:40:13: Keine Berührungspunkte damit.

00:40:14: Deswegen hab ich Wohngruppe gesagt, dass ich in einer Wohngruppen bin.

00:40:20: Wie war die Reaktion darauf, wenn du sagst, ich war in einer Wohngruppe?

00:40:23: Meine Freunde, die ich schon vorher kannte Die haben das total normal aufgenommen.

00:40:29: Ich glaub, die haben dann nicht groß ... Also ich glaube, ich hab einfach gute Freunde, die das für meinen Weg dann akzeptiert haben.

00:40:45: Was für ein schönes Kompliment ihr übrigens an die Freunde?

00:40:48: Ja, sie haben mich auch hier abgeholt und besucht, keine Ahnung.

00:40:53: Also auch so was findet statt in ...

00:40:55: Ja,

00:40:56: ja.

00:40:56: In Kinder- und Jugendpsychiatrie hat man übrigens auch Freunde, kriegt man Besuch und darf mit Menschen in Verbindung sein.

00:41:03: Und übrigens nicht nur im Kosmos hier sondern eben auch darüber hinaus ne?

00:41:07: Das ist ja auch eine total wichtige Botschaft das sich in Behandlung begeben, sich Hilfe und Unterstützung holen.

00:41:13: Nicht bedeutet man es plötzlich in so einer Blase und sieht niemand mehr jemandem nicht da.

00:41:19: Mein Arbeitsort also ich arbeite in der Boulderhalle und das ist halt diese Bubble Also diese Community, die für alles eigentlich ... also für alles Gute, sag ich mal Verständnis hat.

00:41:35: Also total offen ist für wenn man sich Hilfe holt und sonstiges.

00:41:39: Und da hat eigentlich keiner blöd reagiert.

00:41:41: Ich hatte keine ... auf der Arbeitsstelle auf keinen Fall negative ... weiß ich nicht, negative Erfahrungen gemacht.

00:41:50: Hatte ich mal jemand gefragt wie das ist?

00:41:53: Wenn ich mir jetzt echt ... bekommen nun mal auch sehr aus diesem Kosmos.

00:41:56: Ich habe mich für die Arbeitswelt genau in diesem Bereich, für den Bereich Kinderschutz und so entschieden.

00:42:03: Mein Freundeskreis kennt es auch nur von mir.

00:42:06: Ich hab sehr früh mich entschieden, in welche Richtung das gehen soll und hatte trotzdem aber auch Begegnungen... Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis beispielsweise, die keinen Bezug dazu haben, die dann immer gesagt haben, ja, ich dachte mal wie ist das denn da eigentlich?

00:42:18: So bist du sowas mal gefragt worden?

00:42:21: Bestimmt!

00:42:23: Ich kann mich aber jetzt nicht an eine konkrete Situation erinnern.

00:42:27: Nicht so einprägsam, dass du gesagt hättest, das war besonders unangenehm oder sowas?

00:42:31: Wenn das Thema war, dann gehörte das dazu?

00:42:34: Ja also ich weiß, dass ich viel von meinem neuen Wohnort erzählt habe und erklärt habe weil es halt neu ist.

00:42:43: Es war ja nicht wie normales SBW.

00:42:48: Aber da waren auch die ... Also in meinem Arbeitsumfeld ist es halt total locker da, also da haben die selber Erfahrungen mit und arbeiten auch viele im sozialen Bereich eben.

00:43:01: Ich weiß ich war auf einem Geburtstag und hab davon erzählt... Und dann war das aber auch fertig als ich habe es erzählt und dann war es fertig.

00:43:10: Die haben sich nicht getraut weiterzufragen.

00:43:12: Ah okay, also quasi als Reaktion eher so ein Hemd ist zu sagen oder nicht dass man irgendwas jetzt sagt was vielleicht schwierig sein könnte.

00:43:20: Also ich glaube das ist auch häufig so, dass die Menschen sich einfach nicht trauen weil sie Angst haben dass man irgendetwas Falsches sagt?

00:43:26: Würdest du dir wünschen einfach gefragt zu werden oder glaubst du das ist eine Empfehlung an die Menschheit zu sagen hört auf einfach nur in eurem Kopf darüber nachzudenken und sagt einfach was?

00:43:35: Ja!

00:43:36: Also wenn man es auf eine gute Weise macht auf jeden Fall.

00:43:39: Einfach fragen.

00:43:40: Was

00:43:40: eine

00:43:40: guteweise?!

00:43:43: Ja, also wenn man wirklich noch keine Berührungspunkte damit hatte dann auf jeden Fall offen sein und nicht mit Vorurteilen oder so Fragen.

00:43:51: Oder nicht wertend auch weil man eben selber keine Erfahrung hat und dann kann man sich meiner Meinung nach auch keinen Bild wirklich davon machen.

00:43:58: eigentlich ist es immer gut so wie Kinder zu fragen.

00:44:02: Also wenn Kinder fragen die fragen eigentlich immer am besten

00:44:07: Darf man verraten, dass du in der Boulderhalle nicht nur mit Erwachsenen zu tun hast.

00:44:11: Sondern auch mit Kindern die Fragen auf besondere Art und Weise stellen?

00:44:16: Wenn Kinder etwas fragen...

00:44:19: Weil das unbedarft

00:44:20: ist?

00:44:20: Ja, so unschuldig auch.

00:44:23: Die haben einfach Interesse.

00:44:24: Die wollen es wissen.

00:44:25: Die ... haben eben keine Angst irgendwas Falsches zu sagen.

00:44:30: Und die sagen nichts Falschees.

00:44:33: Ich hab Narben an den Armen.

00:44:35: Und dann fragen die Kinder mich, was das denn sei.

00:44:40: Das ist total... Ohne Vorurteile ohne ... Was hast du da dein Arm?

00:44:46: Die wollen es einfach wissen!

00:44:47: Die interessieren sich dafür, was habe ich an den Armen?

00:44:49: und dann erkläre ich denen das.

00:44:51: Ich sage jetzt nicht, ja, das und das.

00:44:54: Erklär dir das so, damit sie es verstehen.

00:44:56: Das sind Narben

00:44:57: ...

00:44:58: Ich war noch schlechten.

00:45:00: Mir ging's nicht gut, ich war krank.

00:45:02: Es ist aber nicht ansteckend und mir gehts jetzt besser.

00:45:06: Und dann fangen die an von sich zu erzählen.

00:45:09: Ja, ich hab da auch eine Narbe und sonst was.

00:45:11: Das ist immer total schön!

00:45:13: Was für ein gutes Beispiel, weil das ja auch ein sehr sensibles Thema ist.

00:45:17: Gerade du hast es selber offen gemacht.

00:45:19: Du hast gesagt, du hast einen Schnitt?

00:45:22: und haben auf den Arm.

00:45:26: Und dass er eigentlich in total sein Siebler Punkt sein könnte, Kinder fragen das so unbedarft und sagen was ist das denn?

00:45:33: So ohne zu interpretieren aber warum ist das dann passiert?

00:45:36: und wie kann man da nur keine Ahnung war es?

00:45:38: Da gibt's ja ganz viele Arten und Weisen wirklich auch... Blöde Fragen zu stellen.

00:45:42: Ich finde diesen Satz, es gibt keine blöden Fragen doch gibt's schon!

00:45:45: Es gibt richtig blöde Frage und es gibt richtig, blöder Arten zu fragen.

00:45:48: so also das vielleicht noch mal mehr als die Frage an sich.

00:45:51: aber es gibt wirklich auch blöre Arte zu fragen gerade bei so einer Thematik und das haben Kinder einfach nicht so da hast du recht.

00:45:57: Also ist die Empfehlung für uns große.

00:45:59: ich gucke immer nach Empfehlungen eben was?

00:46:01: Die Empfehlinge für die Pädagogen, die empfehlungsfür erwachsene Menschen und große Menschen solche Themen mehr anzugehen wie ein Kind ohne Vorurteil, ohne Hintergedanken sondern mit einem offenen und ehrlichen Interesse.

00:46:14: Und dann ist es auch besser gefragt zu werden als man hat so das Gefühl jemand denkt sich seinen Teil?

00:46:19: Gibt's irgendwas wenn jetzt jemand hier zuhört der gerade an dem Punkt steht zu sagen Boah vielleicht gehts mir nicht gut und ich überlege ob eine Klinik der richtige Ort für mich sein kann?

00:46:31: gibt's irgendwas was du demjenigen sagen würdest

00:46:34: Das ist ein schwerer Schrittes auf jeden Fall dass das nicht von heute auf morgen ist, eine Entscheidung.

00:46:41: Dass man wahrscheinlich lange drüber nachdenkt was ich auch gemacht habe.

00:46:44: also ich hab lange darüber nachgedacht ob ich mir jetzt Hilfe suche oder ob ich das mit mir selbst ausmache und es war die richtige Entscheidung mir Hilfe zu suchen.

00:46:53: Man muss das nicht alleine mit sich ausmachen.

00:46:56: Dafür gibt's dieses System Das Menschen gibt sie für einen da sind Die einen unterstützen die einem zu hören.

00:47:03: Ja dieser typische Satz man isst nicht allein.

00:47:06: Also, das ist ganz wichtig.

00:47:08: Man kann blöde Sachen erfahren in dem System auf jeden Fall.

00:47:13: Ich will nicht sagen, dass alles Friedefreude Eierkuchen ist im System.

00:47:16: Auf keinen Fall!

00:47:17: Man kann aber auch gute Erfahrungen machen.

00:47:19: also ich habe super viele gute Erfahrungs sammelt.

00:47:23: Ich hab auch blöder Erfahrung gesammelt... ...aber die guten überwiegend den schlechten.

00:47:29: und wenn man eine Therapeutin sucht oder so was gerade echt schwierig ist, muss man dazu sagen.

00:47:36: Dass man auf keinen Fall aufgeben soll.

00:47:38: wenn man zum Beispiel bei der ersten Therapeuten oder dem ersten Therapeut sich nicht wohlgefühlt hat dann gibt es noch andere Menschen und es gibt andere Lösungen.

00:47:47: Es gibt immer einen Plan B, C, D. Ja das ist gut dass wir dieses System haben

00:47:52: Ina, ich hab dem nichts mehr hinzuzufügen.

00:47:54: Ich dank dir total ... Ich möchte damit schließen, dir einmal zurückzumelden.

00:47:59: was für einen großen Respekt ich für dich habe erst mal den Mut zu haben, dich hierhinzusetzen zu sagen hör mal meine Stimme gehört übrigens auch gehört oder die der Betroffenen zeitgleich aber wirklich auch nochmal zu sagen ich bin sehr beeindruckt von dir.

00:48:13: ich bin auf vielen Wegen sehr beeindrückt nämlich darauf Zu sagen wie viel mut du hast dich immer wieder auch für dich zu entscheiden.

00:48:20: also jeder, der aus dem Jugendhilfesystem oder dem therapeutischen System kommt.

00:48:25: Der wird an der einen oder anderen Stelle Sachen gehört haben wo er weiß dass du das jetzt gut formuliert hast und für was das steht.

00:48:33: Und wie weitreichende Entscheidungen du treffen musstest, welche Bedeutung die hatten und dass du unglaublich stolz auf dich sein kannst.

00:48:42: Ich weiß, dass ganz viele Menschen hier in unserem System sehr stolz sind und sehr beeindruckt von dir sind.

00:48:49: Es hat mir eine große Freude gemacht, dass du einen so großen Mut hast, dich mit mir hinzusetzen.

00:48:54: Ich bin dir sehr dankbar dafür!

00:48:56: Und vielleicht hören wir uns einfach nochmal wieder, wenn es ein spezielles Thema gibt.

00:49:00: Wenn du noch mal einen Wunsch hast gehört zu werden!

00:49:03: Oder jetzt die Leute, die uns zugehört haben.

00:49:05: Kinder und Jugendliche, vielleicht auch Pädagogen.

00:49:08: Wenn ihr noch mal Themenanregungen oder Fragen habt, dann schreibt gerne in die Kommentare.

00:49:13: Schreibt eine Mail an uns.

00:49:16: Alle aus unserem System kennen meine Mail-Adresse.

00:49:18: also wenn ihr da nochmal was habt meldet euch gern.

00:49:21: ansonsten macht gerne bei Spotify beispielsweise die Glocke an dass er erinnert werdet wann diese und auch weitere Folgen kommen Und dir sage ich Dankeschön.

00:49:31: Ich sag

00:49:31: auch noch mal danke, dass ich dabei sein durfte!

00:49:33: Sehr sehr

00:49:56: gerne!

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