Schule anders denken – Muss sich das Kind verändern oder das System?

Shownotes

Was, wenn nicht das Kind das Problem ist, sondern unsere Vorstellung davon, wie Schule funktionieren muss?
Schule soll ein Ort des Lernens, der Entwicklung und der Sicherheit sein. Doch was passiert, wenn Kinder und Jugendliche nicht in die Strukturen passen, die eigentlich für sie geschaffen wurden? Wenn Verhalten zur Herausforderung wird, Beziehungen auf die Probe gestellt werden und klassische pädagogische Antworten nicht mehr ausreichen?

In dieser Folge von „Kinderschutz im Dialog – der Systemversteher-Podcast“ spricht Alexandra Voß mit Alex Fleck, Schulleiter der Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, über Schule jenseits klassischer Erwartungen.

Gemeinsam hinterfragen sie vertraute Denkmuster, beleuchten die Bedeutung von Beziehung, Haltung und Verantwortung und stellen eine unbequeme Frage. Wie viel Veränderung erwarten wir eigentlich von Kindern und wie viel sind wir selbst bereit, als System zu leisten?

Ein Gespräch über Perspektivwechsel, pädagogischen Mut und die Frage, ob Schule manchmal grundlegend anders gedacht werden muss, um Kinder und Jugendliche wirklich erreichen zu können.

Eine Folge, die zum Nachdenken anregt, nicht nur darüber, wie Kinder lernen, sondern auch darüber, was Erwachsene und Institutionen von ihnen erwarten.

Transkript anzeigen

00:00:04: Kinderschutz im Dialog, der Systemversteher-Podcast mit Carsten Schüler und Alexandra Foss.

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu Kinderschütz im Dialogue.

00:00:19: der System Versteher Podcast.

00:00:21: ganz oft startet die Folge hiermit hallo Carsten.

00:00:25: das erweit schon ein paar mal anders und ist es auch heute denn heute heißt es hallo Alex und zwar nicht mit mir selbst sondern ich darf grüßen Alex Fleck unseren Schulleiter.

00:00:36: Hallo Alex, danke für deine Einladung.

00:00:38: Ja ich bin der Schulleiter an unserer evangelischen Förderschule der Berglichen Diakonie eine Fördersschule mit dem Förderschwertpunkt Emotional-Soziale Entwicklung und bei uns gehen die Kindheit Jugendlichen zur Schule, die in den Wohn- und Behandlungsgruppen bei dem System verstärkt

00:00:57: sind.

00:00:58: Jetzt hast du total schon schön gesagt quasi auch wer eigentlich so bei uns ist.

00:01:03: was wir heute machen wollen?

00:01:04: Wir wollen über Schule sprechen.

00:01:06: Schule hat ganz viele Bedeutungen.

00:01:08: Wenn ich so ein bisschen an meine Schulzeit denke, dann hat das hoffentlich eine andere Bedeitung als Schule hier funktioniert?

00:01:13: Ich weiß dass es anders ist!

00:01:16: Mein Schulerleben ist eins wo ich

00:01:19: auch

00:01:20: durchaus froh bin, dass ich einen Haken dran machen kann.

00:01:23: Wir arbeiten hier sehr tatkräftig daran, dass Kinder und Jugendliche Schule so nicht erinnern.

00:01:28: Genau darüber wollen wir heute sprechen.

00:01:29: Ein bisschen was bedeutet Schule eigentlich Und auch ein bisschen einen Blick darauf werfen, was bedeutet erleben in Schule?

00:01:36: Was bringt Kinder und Jugendliche in Umdrehungen.

00:01:39: Was macht Schule zu so einem doch ja auch Reizfeld?

00:01:43: Ja, du hast eben schon selber gesagt jeder von uns hat Schule schon erlebt also vor allen Dingen von unseren Erwachsenen und jeder hat mindestens eine Sache erlebt die man in Schule als negativ erfahren hat.

00:01:57: und auch ich habe Schule nicht immer als positiv erfahren.

00:02:01: Ich erinnere mich sehr genau noch an meinen allerersten Schultag in der Grundschule, wo ich vor die Tür geflogen bin weil ich ein Schüler war, der einen Flackern über den Heizung gesehen hat dieses Flimmern wenn die warme Heizungsluft am offenen Fenster hochsteigt und ich konnte es einfach nicht so stehen lassen dass da laut Lehrer nichts sein kann.

00:02:25: und ich habe das doch gesehen einer gewesen, der in die Diskussion gegangen ist und durfte dann hinterher vor die Tür weil mein Empfinden oder meine Wahrnehmung nicht ernst genommen worden ist.

00:02:38: Wir ticken hier bei uns an der Schule ganz anders denn Schule ist letzten Endes häufig etwas was mit belasteten Erfahrungen einhergeht.

00:02:51: ich sage immer so schön jeder hat einen Rucksack auf mit Schulerfahrungen die man eben erlebt hat und wir versuchen erstmal Schule so zu denken, dass wir Schule jetzt einen Ort darstellen der sicher ist.

00:03:08: Der erst mal jeden und jeder das Ankommen ermöglicht egal mit welcher Erfahrung man kommt.

00:03:15: Und wir wollen als allererstes Schule so denken Dass es nicht losgelöst ist von auch Beziehungen und positiven Erfahrungen.

00:03:25: Jetzt hast du gerade gesagt, jeder kommt mit einem Rucksack und wenn wir jetzt aber über Schule sprechen wollen dann... geht es erst mal um den wichtigsten Teil in Schule, nämlich Schüler und Schülerinnen.

00:03:36: Und vielleicht kannst du uns ein bisschen eine Vorstellung davon geben wie kommen denn Schüler und Schülerinnen zu uns?

00:03:43: Wer ist eigentlich so an unserer Schule?

00:03:44: jetzt haben wir eben gehört das gibt die Verknüpfung in unsere Systeme und Wohnformen.

00:03:49: Haben wir Schüler allen Alters da haben wir Schüler von jeder vorherigen Schulform.

00:03:53: was was ist der Start bei uns?

00:03:56: wer ist also?

00:03:56: Also wir haben SchülerInnen von Klasse eins bis Klasse zehn bei uns sind.

00:04:03: Also letzten Endes, es gibt Kinder und Jugendliche die sind ab dem sechsten Lebensjahr bei uns bis hin zu mittlerweile teilweise achtzehnjährigen, die unsere Schule noch besuchen und dann ihren Schulabschluss machen.

00:04:16: Und Kinder- und Jugendlichen auch aller Schulformen Auch vom Gymnasium mit allen Verhaltensweisen Die es so gibt manchmal auch Verhaltungsweisen nicht unbedingt erst mal sichtbar sind.

00:04:31: Ich hab manchmal auch Diskussionen mit abgebenden Schulen, warum ist denn das Kind jetzt hier bei uns in einer Kinder- und Jugendhilfe auf Maßnahmen aufgenommen?

00:04:41: Warum besucht das Kind gerade eigentlich die Tagesklinik?

00:04:44: Das verstehen wir gar nicht!

00:04:45: Das Kind war doch ganz unauffällig und wenn man dann entsprechende Fragen stellt kommt man manchmal auch dazu... dass auch nicht unbedingt das aggressiver, außeragierende Verhalten dahinter steckt was am ersten sichtbar ist und vielleicht auch in Anführungsstrichen im normalen Schulkontext das stürrendste Verhalten ist.

00:05:04: Sondern dass es manchmal auch die Verhaltensweisen sind, die gar nicht aufhalten nämlich abtauchen, dass ja gar nicht mehr im Kontext Schule teilhaben im Sinne von ich melde mich Manchmal auch schleichender Schulabsentismus, es beginnt mit einzelnen Tagen wo die Kinder und Jugendlichen fehlen bis hin zu teilweise über Monate hinweg.

00:05:29: Und da du manchmal oder häufig im öffentlichen Schulkontext kein Bezugslehrer-System mehr hast gerade in weiterführenden Systeme große Systeme, Genasien, Gesamtschulen hast du auf einmal unterschiedliche Klassen Lehrerinnen gar nicht merken, dass ein Kind vielleicht über Wochen und Monate zu Teil noch nicht in Schule waren.

00:05:54: Und dann wenn man mit denen in den Kontakt geht und sagt so wir bekommen aber wieder gespiegelt und das Kind hat doch so unzu viel vier Stunden, kommt man so ein bisschen an die Oberkante erstmal und man kratzt es ein bisschen daran und dann kommen auch zu einem Verständnis Oh ja!

00:06:14: Das Kind braucht Unterstützung.

00:06:17: Und jetzt hast du gerade gesagt, es gibt Kinder und Jugendliche die über Tage beispielsweise nicht in Schule waren oder auch länger.

00:06:24: Jetzt ist unser allerneugeherz mark natürlich extreme und die Frage ist was ist so das Maximum?

00:06:32: Was du bisher in deiner beruflichen Laufbahn hier bei uns erlebt hast wie lang ein Kind nicht ins Schule war und dann bei uns startet?

00:06:40: Das Maximum war letzten eines anderthalb Jahre die Situation, dass Kinder ja per Schulgesetz schulpflichtig sind.

00:06:50: Wir haben die Situation das wir als Schulen der Schulflichtüberwachung letzten Endes auch verpflichtet sind und ist es so?

00:06:59: trotz kommt es vor, dass ein Kind einen Jugendlicher über eineinhalb Jahre nicht zur Schule kommen kann weil vielleicht auch gewisse Maßnahmen nicht greifen.

00:07:09: also es gibt im Schulgesetz gewisse greifen.

00:07:15: Letzten Endes meldet man das erst mal dem Schulabend oder letzten Endes der Schulaufsichtsbehörde und dann ist es so, dass irgendwann gegebenenfalls das Ordnungsamt oder auch die Polizei zwangst zu führen soll.

00:07:31: Und gleichzeitig muss man aber fragen, ist es für ein Kind ein Jugendlichen mit einer gescheiterten Schulbiografie und vielleicht eine Angststörung?

00:07:41: dann das richtige Mittel einem solchen Skin so zuführen zu wollen.

00:07:46: Ich erinnere das noch aus meiner Jugendamtskarriere, dass wir eben diese Thematik auch oft hatten mit den Schulen im Gespräch war und es ein bisschen darum geht.

00:07:53: Wer macht's denn jetzt?

00:07:54: Wer ist für so was zuständig?

00:07:56: Jetzt hab ich den großen Vorteil nicht mehr im Jugendamt zu arbeiten und sagen zu können als ich Privatpersonen, dass das natürlich auch irgendwie ein Mittel ist wo man sich wirklich überlegen muss, wem dient es jetzt letztendlich?

00:08:07: Natürlich haben wir eine Schulpflicht und die ist total sinnhaft.

00:08:11: Die braucht es auch.

00:08:12: Also Kinder ... und Jugendliche brauchen den Bezug Schule.

00:08:17: Das ist meine persönliche Meinung dazu, es gibt ganz viele Verfechter von anderen Schularten, anderen Lehrformen.

00:08:25: Meine persönliche Haltung ist Kinder- und Jugendlichenbrauchenschule weil das ein Ort von Begegnung, Beziehungen und eben Lernen ist und lernen auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.

00:08:34: Und trotz dessen gibt es solche Maßnahmen wie Zwangszuführung

00:08:37: etc.,

00:08:38: von denen ich gleichermaßen, wie ich glaube dass Schule ein wichtiger Ort sagen würde inzwischen.

00:08:43: ich halte nicht viel davon, weil sie in den meisten Fällen eben genau das inkludieren was das Wort sagt zwang und Ich bin kein freund von zwangen.

00:08:52: Ich glaube Dinge die mit zwangen sind funktionieren nicht.

00:08:55: also dass ist keine umgebungskultur in der eine bereitschaft ein erweitertes lernen Eine form von kontakt stattfinden kann wenn wir die dinge unter zwang tun.

00:09:06: es braucht Ein hinschauen es brauchein die richtigen Fragen stellen.

00:09:12: Es braucht einen, was brauchst du denn?

00:09:14: Was beschäftigt dich?

00:09:16: Was ist in deinem Rucksack?

00:09:18: Was hindert dich daran gerade in Schule einsteigen zu können?

00:09:23: Was sind die guten Gründe hinter deinem Handeln?

00:09:26: und da gucken wir als Schule sehr genau hin.

00:09:30: Was ist der gute Grund dahinter?

00:09:32: Was steckt dahinter dass du es grade nicht schaffst in die Schule zu kommen.

00:09:38: Es schafft gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, in eine Beziehung zu kommen.

00:09:43: Wenn man es schafft, gemeinsam wie wir es hier tun – mit allen Professionen, mit den Pädagoginnen und Pädagogen, mit dem Therapeutin, mit der Ärztin oder mit den Lehrkräften hinzugucken und gemeinsam die Perspektive abzugleichen und die Jugendlichen mit einzubeziehen, dann schaffen wir auch erfolgreich wieder ein.

00:10:05: andocken, zu ermöglichen auch wieder einen Schritt in die Schule reinzusetzen.

00:10:12: Ein Vertrauen zu entwickeln.

00:10:13: und dann geht es vor allen Dingen ja auch darum zu gucken was brauchst du um erstmal wieder auch in Schule andockend zu können?

00:10:20: Und dann geht's manchmal nicht erst mal darum hey du bist in Klasse neun und du musst jetzt die Lehrplaninhalte der Klasse Neun direkt umsetzen das wäre fatal sondern dann gehts erstmal darum was kannst Du denn da anzuknüpfen und dem Jugendlichen den Kind wieder zu zeigen, hey du bist gut so wie du bist.

00:10:38: Schau mal hin!

00:10:39: Du kannst schon ganz viel.

00:10:41: und dann schaffen wir es häufig auch das neue Lerninhalte wieder erlernt werden dürfen weil ein Zutrauen einen Wirksamkeitserleben wieder kommt, ein erlebendes sicheren und guten Ort ist.

00:10:55: Und dann schaffen was auch die Jugendlichen so zu stärken.

00:10:59: Das, was du da beschrieben hast, finde ich hört sich gut an und mir stellen sich zwei Fragen.

00:11:03: Erstens das braucht Zeit und die Frage dahinter ist gibt es diese Zeit immer?

00:11:09: Und die zweite Frage, die sich mir stellt also bei Carsten und ich sprechen hier ja viel auch über Bindung und Beziehung in Beziehungen sein wieviel macht es aus auch Krisenfest krisenstandhaft sein zu können?

00:11:22: Was sind Krisen so und kommen auch oft zum Schluss des Inbeziehungs?

00:11:25: sein nicht vor Krise wappnet Aber eine Haltung, eine Möglichkeit und Optionen gibt Krisen zu begegnen.

00:11:33: Jetzt würde mich total eben interessieren, wie kommt man zu diesem Faktor Zeit?

00:11:37: Weil ich mir vorstellen kann, wenn das jetzt Lehrer-Kollegen hören, Schulkollegen diese Beschreibung hören zu sagen und wir gucken erst mal wo stehst du denn dann sagen die Das ist ja nett aber Wir haben Mathe Englisch Deutsch Und dass in dem Zeitraum und funktioniert bei uns eben nicht zu sagen ach schön Dass Du da bist sei doch erstmal Da was Ja und berechtigter Faktor ist.

00:11:56: Und ich bin sehr froh und stolz darum, dass wir das hier haben können zu sagen, wir nehmen dich wo du bist und wir gucken erst mal, wo stehst du überhaupt?

00:12:04: Wir nehmen uns diese Zeit aber in Regelschulkontexten so meine Erinnerung und auch meiner Leben gibt es diese Zeit nicht.

00:12:11: Gibt es die nicht weil wir sie gesondert haben oder gibt es die bei uns aufgrund unserer Schulform?

00:12:17: Das also Frage eins.

00:12:17: und die Frage zwei ist Beziehungen.

00:12:19: Bindung schützt vor Krisen nicht.

00:12:20: wie ist denn Krise in Schule?

00:12:22: Also ist es das Ankommen der Schulzaun oder findet es in Schule statt?

00:12:27: Zum Faktor Zeit, ich erlebe es häufig so dass es im öffentlichen Schulsystem nicht vorhanden ist.

00:12:32: Ich spreche mal davon wie's bei uns ist denn wir haben ein integriertes intensivpädagogisches Konzept.

00:12:40: Das unter anderem uns ermöglicht den Faktore Zeit in Anführungsstrichen erstmal ein bisschen auszuhebeln.

00:12:48: Ich erlebe in Aufnahmegesprächen ganz häufig, das dann zu Teilen Eltern da sind und sagen, mein Kind ist doch schon in Klasse acht.

00:12:57: Das soll ja in zwei Jahren möglichst einen Schulabschluss machen.

00:13:00: Es ist doch gar nicht mehr zu schaffen.

00:13:02: und dann sage ich als allerererstes an dem Punkt stehen wir noch nicht sondern wir gucken erst mal hin was braucht In dem Fall ihr Kind um in Schule andocken zu können?

00:13:14: Und dann gucken wir welche Zeit braucht Ihr Kind um letzten Endes das was dann gefordert wird für einen Schulabschluss, um einen erfolgreichen Schulab schluss zu machen.

00:13:25: Dann auch leisten zu können?

00:13:27: und da ist es letzten endes so dass wir erstmal gucken die Lehrplaninhalte in Anführungsstrichen ein bisschen aufs Nebenleis zu stellen Und dann haben wir es so geregelt dass die Kolleginnen und Kollegen und das Schulleitungsteam als Stufenleitungsengen in der Begleitung sind.

00:13:48: Das heißt, wir können erst mal schauen dass man dann auch guckt wenn wir feststellen ein Kind ein Jugendlicher ist in Klasse acht kann aber vielleicht erstmal nur an den Lehrplaninhalten der klasse sieben anknüpfen.

00:14:04: das wird daran arbeiten und das ermöglicht uns dann wiederum dieses integrierte intensivpädagogische Konzept, weil wir dadurch einen anderen Personalschlüssel haben.

00:14:14: Wir haben letzten Endes Klassen Größen und Unterrichtsmöglichkeiten von einem Einzelsetting bis hin zu Lerngruppensettingen.

00:14:24: Lern-Gruppensetding sind dann bei uns in der Regel Klassengrößen von sieben bis neun Schülerinnen und Schülern.

00:14:31: wenn man das vergleicht mit einer in Anführungsstrichen normalen Schule wo in der regel um die dreißig SchülerInnen Sitzen ist es ein eklatanter Unterschied.

00:14:42: Heißt aber auch gleichzeitig durch die gestaffelten Schulformen und Beschulungsform können wir Möglichkeiten darstellen, dass eine Lehrer oder eine Lehrerin erst mal in einem Eins-zu-Eins-Setting mit dem Kind, mit dem Jugendlichen sich auf Mathe, Deutsch oder was auch immer die größte Lücke oder die größste Hürde ist dann fokussieren.

00:15:05: jetzt kommen wir aber erstmal zu den Faktoren.

00:15:07: Was ist denn wichtig, um das zu schaffen?

00:15:10: Da ist das Wichtigste in Beziehung und Bindung zu gehen.

00:15:14: Und eine Beziehungen aufzubauen... ...um überhaupt zu ermöglichen mit einem Kind wieder was eine gescheiterte Schulbüroffi vielleicht hat und kein Selbstwertgefühl mehr hat.

00:15:26: Kein Selbstbewusstsein zu sagen doch du bist gut so wie du bist!

00:15:31: Mit dem was du in deinem Ich sag's wieder, Rucksack hast.

00:15:34: und wir gucken gemeinsam mit dem was du in deinem Rucksacks sowohl die positiven als auch vielleicht die negativen Dinge.

00:15:43: Wie schaffst du es wieder?

00:15:44: In diesem wunderbaren Ort zu kommen und das zu lernen, was du erstmal lernen kannst und auch lernen willst um dann letzten Endes auch vielleicht spielerisch erst mal im Wald bei einem Waldspaziergang zu gucken.

00:15:57: okay hier gibt´s Natur Hier gibts Blätter Dann schafft man vielleicht darüber ein Gespräch.

00:16:03: irgendwann über dieses Gespräch lernt man sich ein bisschen kennen.

00:16:07: Dann kommt man vielleicht auch dazu, dass man den Inhalt blätter, einen Blatt von einem Baum in Biologie mit allen binden kann oder im Sachunterricht und sagen kann lass uns doch mal gucken was ist das denn für einen Baum eine Baumart?

00:16:20: Und dann kommt man Schritt für Schritt vielleicht zu dem nächsten Ding.

00:16:24: Wir sehen zu, daß man es vielleicht dann auch irgendwann schafft wenn man in Beziehung ist in Wirksamkeits wieder erleben Dass das Kind sich auch traut, wir beide gemeinsam gucken uns jetzt mal die Aufgabe in Mathe an und schauen mal ob wir das nicht gemeinsam rausgeknobelt bekommen.

00:16:43: Was ist denn das Ergebnis darin?

00:16:46: Ich habe eine Zwischenfrage.

00:16:47: bedeutet wenn ich meinen Wissen über Schule abrufe dass bei uns beispielsweise Lehrer in allen Fächern Kompetenzen haben Weil wenn der Lehrer, der quasi mit mir auf Biologie und Sachunterricht schaut und das Blatt anschaut in Beziehung geht und darüber was lernt auch die Matheaufgabe löst oder lösen darf.

00:17:07: Dann müsste das ja bedeuten dass er in beiden Bereichen zurechtkäme?

00:17:11: Korrekt!

00:17:12: So ist es.

00:17:13: Es ist so, dass die Kolleginnen und Kollegen bei uns die Hauptfächer alle abdecken.

00:17:20: Mathe Deutsch Englisch Sachunterricht ist es im Primarbereich, im Sekundar-Einsbereich also ab Klasse fünf.

00:17:28: Es ist dann letzten Endes ja Biologie und

00:17:31: Co.,

00:17:31: dass wir aber entsprechend arbeiten.

00:17:34: Also wir haben letzten Enden unterschiedliche Bereiche in unserer Schule.

00:17:40: Wir haben den sogenannten stationären Bereich wo die Kinder und Jugendlichen aus unseren Wohn- und Behandlungsgruppen hinkommen.

00:17:49: Da gibt es einen Primarbereich, also Klasse Eins bis Vier und einen Sekunder Eins Bereich, Klasse Fünf bis Klasse Zehn hoch Und wir arbeiten dort in sogenannten Kooperationseinheiten.

00:18:01: Eine Kooperationseinheit besteht letzten Endes Aus drei Lehrkräften.

00:18:06: Diese drei Lehr Kräfte bringen erstmal unterschiedliche Kompetenzen mit Und gucken gemeinsam, wie können sie den gesamten Fächerkanon der jeweiligen Erfordernisse abdecken.

00:18:17: Was jede Lehrkraft tut ist Mathe Deutsch Englisch und dann kann man gucken wer ist in Affin in Musik oder hat Musik auch studiert?

00:18:28: Wer hat Biologie vielleicht studiert?

00:18:30: wo kann man dann eben miteinander gucken?

00:18:32: Wie kriegen wir diesen gesamten fächer Kanon Der wiederum ja in den Lehrplänen abgedeckt sein muss um auch hinterher ein Zeugnis erstellen zu können abgedeckt.

00:18:42: Dadurch entsteht natürlich auch bei den Lehrkräften etwas, weil die Lehrkräfte dann ja auch selber merken wie kompetenz sie sind wenn sie die Dinge für die sie auch brennen umsetzen dürfen.

00:18:53: Die arbeiten ja dann in ihrer eigenen maximalen Wirksamkeit.

00:18:56: Also das ist ja total logisch zu sagen, wenn ich die Dinge tue von denen ich das Gefühl habe, ich kann sie gut und da hab' ich einen Talent hin oder auch ein eigenes Interesse hin für die Dinge, für die wir brennen, die setzen wir anders um.

00:19:09: Eigentlich sehr smart zu sagen kommen wir neben die Sachen, in denen du auch ein bisschen in deinem Wohlführbereich bist und in denen darfst du anderen, in dem Fall Kindern- und Jugendlichen Inhalte vermitteln?

00:19:22: sehr smart gelöst, finde ich.

00:19:24: Und zeitgleich die Frage auch wir müssen ja Zeugnisse ausstellen?

00:19:28: Es hat sich jetzt gerade so ein bisschen blumig will ich es mal sagen angehört und ich finde das total schön.

00:19:33: aber auch wir sind natürlich auch an Lehrplanen und Zeugnüsse und Schule gebunden.

00:19:38: also das ist jetzt nicht vollständig frei.

00:19:40: du hast eben gesagt den Hauptfächerkanon haben wir und vielleicht kannst du da noch was zu sagen.

00:19:46: Also letzten Endes ist es ja so dass Wenn wir irgendwann dahin kommen möchten einen Schulabschluss nach einer zentralen Prüfung zu erteilen, das ganz klar ist.

00:19:57: Wir sind genauso leer plangebunden wie alle anderen Schulen auch.

00:20:02: Das heißt auch, wir geben ganz normal wie alle andere Schulen auch und des Schulgesetzes uns vorschreibt Zeugnisse.

00:20:08: Wir müssen aber natürlich erst mal gucken was bekommt das Kind für ein Zeugnis?

00:20:13: Hat das Kind vielleicht eine Einschränkungen, eine Lerneinschränkung so dass es letzten Endes einen zusätzlichen Förderbedarf lernen bedarf.

00:20:23: Oder ist das Kind kognitiv in der Lage an sich die Dinge umzusetzen?

00:20:28: Ist aber aufgrund von dem Erlebten was es wiederum in seinem Rucksack trägt gerade nicht in derlage abzurufen und kann deshalb nicht in Mathe durch Englisch oder irgendwo eine leistung erbringen?

00:20:40: da muss man sehr genau hingucken weil letzten endes da wichtig ist Sicherheit zu haben, auf der einen Seite selber sicher zu sein.

00:20:50: Was kann ich für unterschiedliche Gleise fahren?

00:20:53: So nennen wir es und das Kind auf ein Gleis setzen, wo's erst mal darum geht... Wir nennen es ein bisschen ein Nebengleis, wo es erstmal darum geht du darfst Vertrauen in deine Leistung kriegen und wo es das Kind aber auch schon soweit ist nach dem Lehrplan Inhalten bewertet werden kann und dann auch das entsprechende Zeugnis bekommt.

00:21:12: Da kommt jetzt wieder die Triade, also die Kooperationseinheit ins Spiel.

00:21:16: Weil letzten Endes die Kooperationseinheit ja auch aus unterschiedlichen Charakteren unserer Kolleginnen und Kollegen besteht.

00:21:24: Jeder bringt auf der einen Seite das mit wofür er sie brennt inhaltlich, bringt aber ja auch einen anderen Blick mit auf das Bedürfnis der jeweiligen Kinder in diesen Lerngruppen.

00:21:38: Und ich sage immer... jede einzelne Person von uns zieht eine gewisse Schüler Klientel an.

00:21:45: Ich habe meistens eine Lerngruppe gehabt mit vornehmlich Jungs, die auch eher extrovertiertes Außergehendes Verhalten zeigte.

00:21:55: es gibt dann Kolleginnen und Kollegen, die ziehen dann eher eine Klientele an von eher introvertierten Verhaltensweisen.

00:22:04: und so bildet sich dann innerhalb dieser Kooperationseinheit auch eine ganz gemichte Lerngruppe.

00:22:11: und es ist so, wenn ein Kind bei uns bevor es in den staziellen Bereich wechselt.

00:22:18: Wenn ein kind bei uns in einer wohnungsbehandlungsgruppe aufgenommen wird gucken wir das dieses kind erst mal.

00:22:24: in der abteilung für schuldiagnostik nennt sich das bei uns beschult wird für acht bis zwölf wochen Und da gibt es letzten endes kolleginnen und kollegen die erstmal eine sogenannte Bestandserhebung machen.

00:22:39: Da wird am letzten Endes geguckt, okay.

00:22:42: Was kann das Kind erst mal rein Lehrplan orientiert?

00:22:46: Was kann es kind grundsätzlich kognitiv?

00:22:49: Das heißt da findet dann auch in Kooperation mit der Tagesklinik IQ-Testung und Kurs statt.

00:22:55: Dann wird Kontakt aufgenommen mit den noch aktuellen Schulen dass auch dargeguckt wird was bringt das Kind denn überhaupt mit an Verhaltensweisen?

00:23:04: Was sieht die Schule Was denkt die Schule auch darüber, welches Thema in diesem Rucksack ist?

00:23:10: Dann wird auch geguckt.

00:23:12: Was bringt das Familiensystem mit?

00:23:14: was hat das Kind also an auch zu teilen ja schlimme Erfahrungen schon gemacht?

00:23:21: und dann ist es so nach diesen acht bis zwölf Wochen wird dieses kind in einer Konferenz in einer Lehrerkonferenz im stationären Bereich vorgestellt dem wie es an Bedarfen letzten Endes erst mal aufgestellt ist mit dem, was es im Rucksack hat.

00:23:36: Und dann heißt es dieses Kind dieser Jugendliche ist meinetwegen vierzehn Jahre alt geht in Klasse acht braucht aber erstmal eine Lerngruppe einen geschützten Rahmen die vielleicht etwas kleiner ist.

00:23:52: und Dann wird geguckt was braucht das kind?

00:23:54: In welcher Lern Gruppe passt es und wird einer Lern-Gruppe zugeordnet?

00:23:57: alleine Das ist ja schon eine andere herangehensweise.

00:24:01: kommen wir wieder zum vergleich mit den anderen Schuhsystemen.

00:24:04: Wir gucken erst mal, was braucht das Kind um möglichst einen guten und sicheren Ort in der Schule zu haben?

00:24:11: Um die Erfolgsbedingungen bei uns in der schule möglichst hochzusetzen?

00:24:16: Und dann gucken wir dass die Lehrkraft die dieses kind in seiner Lerngruppe übernimmt Dann auch erstmal Dieses Kind kennenlernt Dass man behutsam guckt.

00:24:27: Kann das Kind jetzt auch schon komplett in diese Lerngruppe von sieben bis neun Schülerinnen und Schülern direkt starten?

00:24:34: Braucht es erst mal ein kleines Setting, von eins zu eins.

00:24:37: Kann das kind von acht bis zwölf Uhr dreißig schon am Unterricht teilnehmen oder aber kann das Kind erstmal nur von zehn bis zwelfuhr kommen?

00:24:49: macht das Sinn, dass dieses Kind direkt an einer großen Pause teilnimmt oder braucht das Kind auch erst mal eine gelenktere Pause.

00:24:55: Wir haben ganz viele unterschiedliche Konzepte nennen sich das damit wir es legitimieren können bezüglich der Bezirksregierung gegenüber und wir haben mittlerweile viele Schulsozialpädagogen an unserer Schule beschäftigt um diesen Bedarfen ein bisschen gerechter zu werden Projektstellen daraus entwickeln und kann dann gucken, wie können wir zusätzliches Personal haben?

00:25:22: Und bei uns einstellen um all diese Bedarfe möglichst abzudecken.

00:25:26: Jetzt hört sich das total schön an und wir wollen aber kein Hochglanz hier verkaufen sondern schon auch ein bisschen in die Realitäten schauen.

00:25:34: und auch bei uns erleben Kinder- und Jugendliche Krisen und Belastungen Weil natürlich Schule auch unsere Schule bedeutet eine gewisse Form von Anforderung.

00:25:43: Es ist jetzt nicht so, als würde man bei uns sein und das wäre alles federleicht.

00:25:48: Das läuft alles sofort gut.

00:25:49: ein Kind lernt und darf erleben.

00:25:51: Auch Schule kann ein schöner Ort sein.

00:25:53: Alles ist tutti sondern auch bei uns erleben Kinder- und jugendliche Krisen.

00:25:58: Kannst du ein bisschen was darüber sagen?

00:26:00: was für Krisen, weil also wenn ich an klassische Schulform denke dann erinnere ich an meine Schulzeit das Thema Noten und Bewertung.

00:26:09: Was war, was mich sehr unter Druck gesetzt

00:26:11: hat?

00:26:12: Weil heute als erwachsener Mensch das Glück habe genau das zu machen, was du gerade auch über Lehrkräfte erzählt hast nämlich in dem Bereich indem ich mich wohl fühle wo ich Kompetenzen habe, wo ich Wissen habe und das Interesse habe mir wissen anzueignen stattfinden zu dürfen.

00:26:27: Das bei mir der Bereich Kinderschutz da fühle ich mich sehr wohl drin.

00:26:30: Ich habe ein großes Interesse, Antwort und Weiterbildung um Dinge zu vermitteln.

00:26:35: Jetzt ist es aber ja so dass für mich beispielsweise Schulzeit bedeutet hat ich musste mich auch mit Themen auseinandersetzen die jetzt nicht nur mit dem zu tun hatten worauf ich gerade Lust hatte.

00:26:43: Das unterscheidet sich ja auch manchmal tagesformabhängig bei Kindern und Jugendlichen.

00:26:48: da kann ich aus meinem eigenen erleben aus den Völlenschöpfen auch das war bei mir Tagesform abhängig.

00:26:53: mal so mal zu.

00:26:55: Was sind Krisen, die wir bei uns haben?

00:26:57: Obwohl wir dieses besondere Setting haben.

00:26:59: Obwohl wie die Komponente Zeit haben, obwohl wir hoch ausgebildete Lehrer und Pädagogen und Sozialpädagogin haben.

00:27:06: Schulsozialarbeiter also ja eigentlich ein großes Potpüree an Qualifikationen sind auch wenig gefeiert vor Krisen.

00:27:15: Wir unterscheiden so ein bisschen unter sichtbaren und unsichtbaren Krisen.

00:27:19: Und ja krisen gibt es auch bei uns und zwar Auch nicht unbedingt wenige.

00:27:26: Eine Krise muss ja nicht immer erst mal laut und sichtbar sein, mit aggressiven Ausbrüchen, massiven Regelverletzungen und

00:27:33: Co.,

00:27:33: sondern das kann auch etwas sein wo sich das Kind zurückzieht, wo es vielleicht auch erst startet falls ein Flächbeck hat... Und auch das sind Krisen!

00:27:42: Und davor sind wir niemals gefeilt.

00:27:46: Es gibt natürlich auch das Thema Verweigerung von Mitarbeit.

00:27:50: Da muss natürlich dann auch geguckt werden, warum verweigert denn dieses Kind überhaupt erst mal die Mitarbeit?

00:27:56: Warum wird der Unterricht gestört oder.

00:27:58: Klar wir haben Jugendliche wenn wir jetzt darauf gucken Emotionalsoziale Entwicklung ist der Unterstützungsbedarf.

00:28:06: Die haben erstmal Entwicklungsbedarfe im emotional sozialen Bereich.

00:28:10: das heißt auch dass sind vielleicht nicht unbedingt die sozial angepassten sondern es sind vielleicht auch die Kinder die auf dem Schulhof stehen und auf ein A-Bro, was geht mit vielleicht auch nicht angemessenen Reaktionen reagieren im Sinne von einem aggressiven Impulsdurchbruch.

00:28:32: Wir arbeiten möglichst präventiv.

00:28:37: Möglichst präzentiv heißt erstmal für uns unter anderem strukturierten Tagesablauf.

00:28:43: Wir haben das Glück, Hilfen aus einer Hand zu haben also in dieser Triade Jugendhilfe Kinder und Jugendpsychiatrie und Schule auch zu gucken.

00:28:53: was ist denn wichtig?

00:28:54: Was beschäftigt denn gerade das Kind?

00:28:57: Gab es vielleicht auch gestern Nachmittag eine Krise in der Wohngruppe oder hier im HPZ bei uns?

00:29:05: Und ist es vielleicht wichtig dass die Schule das weiß?

00:29:09: Gab es vielleicht auch eine Auseinandersetzung unter unterschiedlichen Kontrahenten?

00:29:13: und das ist dann wichtig morgens, dass die Schule das Innerübergabe erfährt.

00:29:17: Auch da haben wir miteinander vereinbart, dass Krisenprotokolle zumindest übergreifend so klar sind, dass Übergaben stattfinden?

00:29:27: Eine kurze Ergänzung Krisenprotokolle ist bei uns ein Teil von Dokumentationsform, von dem Erleben.

00:29:33: Von Krisen, von Auseinandersetzungen, von schwierigen Erlebnissen die Kinder und Jugendliche haben.

00:29:39: für alle, die nicht aus unserem Kosmos kommen muss man manchmal Sachen noch einschieben weil wir ein Verständnis, ein Selbstverständnis davon haben was man so kennt.

00:29:46: Und dann gibt es letzten Endes auch dieses Thema Bezugspersonen.

00:29:53: Wer ist die richtige Bezugsperson für das Kind?

00:29:56: dieses Thema überschaubare Lerngruppen möglichst zusammenzustellen.

00:30:01: und gleichzeitig schützt auch das nicht, natürlich nicht.

00:30:08: Denn eine Anforderung die gestellt wird um sei es erst mal du stehst morgens auf und gehst in Richtung Schule kann auch schon zu viel sein.

00:30:17: Und da geht's aber immer wieder gut hinzugucken die Fragen zu stellen und klarzuhaben dass ist nicht der böse Wille des Jugendlichen morgens nicht aufzustehen.

00:30:28: Das tut er nicht, weil der Lecker aus Schienbein treten möchte, sondern das tut er in der Regel nicht, da es einen guten Grund dahinter gibt, weil's ein Erlebender hintergibt, weils wieder dieses Thema mit.

00:30:40: was hat der die Jugendliche im Rucksack?

00:30:43: Und dann muss man einen langen Atem manchmal haben und dann muss mal gucken welche Antworten finden wir bei den Hilfen aus einer Hand.

00:30:50: Welche Perspektiven haben wir bei dem Hilfen anstatt eine Lehrkraft.

00:30:57: Eine Lehrkraft löst vielleicht auch schon was aus, weil es ist ja Lehrer.

00:31:01: Wenn ich mir das auch sehen will zu gucken geht die Schulsozialpädagogin erstmal in den ersten Beziehungskontakt mit dem Kind und dann so schauen hey was steckt denn dahinter?

00:31:11: Und ich finde, das ist so das ganz besonders große Geschenk was wir ja hier haben.

00:31:15: Wenn wir gucken dass wir eben uns genau diese Frage stellen also dass wir nach dem klassisch gute Grund gucken warum sind Kinder und Jugendliche so?

00:31:24: Warum zeigen sie diese Verhaltensweisen?

00:31:26: Wofür steht diese Krise denn?

00:31:28: Weil wir alle wissen Krisen ist dann das nach außen gezeigt Also vielleicht auch das sich verschließen Das darf ja auch du hast es eben gesagt die Krise sein.

00:31:36: Es ist nicht immer das ausagieren Aber was ist das was sich nach Außen zeigt?

00:31:40: wofür steht es eigentlich?

00:31:42: Was bedeutet das, was steht dahinter und welches Bedürfnis steht auch dahinter.

00:31:46: Und die Zeit und Musse zu nehmen den Ansatz haben sich genau das zu fragen.

00:31:51: Das ist finde ich das was uns eben auch nochmal unterscheidet und was Kindern und Jugendlichen hier einen besonderen Ort gibt wenn du eine klassische Krise beschreiben müsstest.

00:32:01: jetzt haben wir eben gesagt es gibt verschiedene Ausprägungen.

00:32:03: Ich würde da trotzdem gerne noch mal hin wie läuft so etwas ab.

00:32:07: Es gibt nicht das typische Beispiel für Krise weil wir nicht diese Schublade in Anführungsstrichen haben.

00:32:16: Das ist die eine Krise, das ist die andere Krise sondern es gibt so viele unterschiedliche Krisen.

00:32:23: Gehen wir mal auf den Punkt.

00:32:24: vielleicht wenn ein Kind körperlich ausagierend wird.

00:32:30: Wenn ein Kind vielleicht im Unterricht auf einmal ich sage jetzt mal der stuhl knall nach hinten das kind steht auf und sagt ich kann das alles nicht und wird wirklich aggressiv wird vielleicht auch laut dann ist es letzten ns so dass wir ein sogenanntes krisen konzept haben.

00:32:52: da sind wir wieder bei dem was was auf dem papier eben konzeptionell verankert ist und was auch wichtig ist.

00:32:58: aber wie leben wir?

00:32:59: das was drin ist?

00:33:02: Ein Teil unserer Prävention ist erstmal oder ein Teil unserer Krisenkommunikation, alle Lehrkräfte bei uns in Schule haben einen Funkgerät.

00:33:10: Ich

00:33:10: kann ein kleines Anekdötchen erzählen, hätte ich gesagt an der Stelle.

00:33:13: Als ich das erste Mal bei euch war, saßen wir zusammen auch Leitungskontext jetzt erst mal und haben uns kennengelernt.

00:33:21: Und ich hatte das nicht sofort auf dem Schirm.

00:33:23: Ich kenne Schule einfach in den Regelschulsystemen, kannte unsere Schule hier jetzt auch nicht so fort, habe euch kennengelernen.

00:33:30: Wir saßen im Gespräch und auf einmal kam die Stimme aus deinem Hosenbund.

00:33:33: So möchte ich es mal sagen weil da dein Funkgerät war.

00:33:37: Und dann aber, als ihr mir erklärt habt, warum ist es so und wofür haben wir das?

00:33:42: Was bedeutet das an Handlungssicherheit für Kollegen.

00:33:45: Und auch dadurch für Kinder und Jugendliche gedacht?

00:33:48: was eine gute Lösung.

00:33:49: Aber beim ersten Mal muss ich, wenn nicht an die Funkgeräte denke sehr lachen weil ich mich sehr erschrocken habe.

00:33:55: Weil da plötzlich die Stimme aus dem Off kamen.

00:33:57: Wir versuchen erstmal Sicherheit herzustellen und zwar für alle die in dem Moment in der Nähe sind.

00:34:04: Das betrifft einerseits das Kind was gerade in der Krise steckt, vielleicht auch aggressiven außergehenden Verhaltensweisen.

00:34:13: Das betrifft die Kinder, die im näheren Umgebung sind und unsere Lehrkräftekolleginnen und Kollegen.

00:34:21: Das bedrifft auch die Pädagogin und Pädagogen.

00:34:24: Wie schaffen wir das Ganze?

00:34:26: Wir schaffen es, indem wir erst mal gucken, okay A – wie bekomme ich Sicherheit für die Mitmenschen erstmal hergestellt ist immer oberste Prämisse.

00:34:35: Wenn ein Krise in einem Klassenraum stattfindet, versuchen wir erstmal sind wir gerade in der Situation und so im Beziehung dass die anderen Schülerinnen und Schüler vielleicht den Klassenraum verlassen können.

00:34:46: Die Türen bei uns in der Schule sind in der Regel offen.

00:34:50: Wir haben die Klassenräume sehr nah beieinander.

00:34:52: das heißt meine Kolleginnen und Kollegen aus der Kooperationseinheit kriegen in der regel eine laute eine aggressive Krise mit.

00:35:01: man hört das Und wir sind alle sehr sensibel miteinander.

00:35:04: und wenn wir etwas hören, gucken wir, oh, braucht mal ein Koop-Kollege vielleicht gerade Unterstützung.

00:35:11: Die Schüler die dann aus dem Klassenraum vielleicht rausgehen und der Kollege, der vielleicht dann grade in der Begleitung noch ist von der Krise holt sich dann als nächstes Unterstützung entweder durch das besagte Funkgerät.

00:35:24: Das kann dann so aussehen, dass man eine gewisse Person direkt anfunkt oder auch das man grundsätzlich erst mal in das Funkgerät sagt hier ist mein Name ich bin X Y. Ich brauche gerade Unterstützung und dann kommen die Menschen, die das hören.

00:35:39: Die Menschen sind in der Regel Kolleginnen und Kollegen direkt ortsnahe, die im selben Gebäude sind und wir haben es so geregelt, dass immer Stufenleitung oder Schulleitungen mit dazukommt.

00:35:53: Und dann ist letzten Endes klar, und das ist ein nächster großer Vorteil bei den Hilfen aus einer Hand.

00:35:59: Wir sind alle in Part geschult.

00:36:01: Das ist ein Konzept.

00:36:05: auf der einen Seite im Umgang mit Krise wie kann ich handlungsfähig sein?

00:36:09: Aber vor allen Dingen sehr vieles was vorher präventiv wirken kann.

00:36:14: Es kann aber auch sein dass wir eben Sicherheit herstellen müssen im Sinne das Kind zeigt vielleicht selbstverlässendes Verhalten oder bringt auch andere Innöte, dass wir vielleicht auch mal festhalten müssen und auch das tun wir nie alleine.

00:36:27: Sondern auch da ist es so, wir warten auf Unterstützung und dann gucken wir gemeinsam wenn nichts anderes mehr

00:36:33: geht.".

00:36:34: Das schlägt mein Kinderschutz jetzt an der Stelle und das finde ich immer total wichtig zu sagen Wir legen einen sehr großen Wert darauf, das halten und begrenzen die... äußerste Maßnahme ist, das will ich an der Stelle nochmal sehr klar sagen.

00:36:46: Ich werde es immer wieder gefragt wie ist das?

00:36:48: Wir sind auch immer wieder in der Situation und das ist eine Realität die wir gerade in unserem Arbeitssetting also in Jugendhilfe gepaart mit Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Fachklinik für Kinder und Jugendpsychatrie abbilden dass wir schon auch in die Sequenzen kommen dass das notwendig ist Auch im Kontext Schule Und dass wir aber sehr sehr klar haben Das ist die Äußerst Möglichkeit, weil das der höchstmögliche Eingriff in Persönlichkeits- und Freiheitsrechte in des Autonomiebestreben eines Kindesjugendlichen ist.

00:37:21: Und das ist der Grund, du hast eben gesagt warum es Partschulungen gibt damit unsere mitarbeitenden Kollegen Fachkräfte sich darin eben auch sicher fühlen und klar wissen was geht wo sind Grenzen erreicht?

00:37:34: Warum tun wir das gemeinsam?

00:37:36: Was hat das mit Sicherheit zu tun

00:37:38: etc.?

00:37:41: Das oberste Ziel letzten Endes, gar nicht ein Kind erst in Krise kommen zu lassen.

00:37:46: Das ist immer unser größter Wunsch und gleichzeitig wissen wir dass das passieren kann weil es ja unser unser Alltagsgeschäft ist.

00:37:53: und deshalb ist es auch so wichtig oder eines der obersten Ziele was hilfreich ist eine verlässliche Beziehung für die Kinder und Jugendlichen Die klaren Strukturen eine möglichst klar strukturierte, feste Lerngruppe.

00:38:10: Wir arbeiten nicht so, dass wir Fächer spezifisch immer eine andere Lerngrupe haben sondern das Kind kommt in eine feste lerngruppen mit einer festen Bezugstheerkraft wo verlässlich ist und wo Verlässlichkeit da ist.

00:38:24: Bezieht sich diese Verläßlichkeit und die Bezugsnähe nur auf die Lehrkräfte oder auch auf den Piergruppe untereinander?

00:38:33: kann ja Fluch und Segen oder Potenzial haben in beide Richtungen, sowohl Sicherheit zu geben als auch in Beziehung sich gutzukennen.

00:38:41: Und eben auch gut zu kennen was der andere gut abkann oder nicht so gut abkannt.

00:38:46: Genau also es bezieht sich auf die Peer Group denn auch da wird wieder geguckt das sind wir wieder kommt ein Kind dann in einen Klassen Kontext von der Abteilung für Schuldiagnostik in den stationären Bereich wird auch da geguckt welche Peer group braucht denn auch das Kind, der Jugendliche vielleicht.

00:39:03: Welche Piergroup tut ihm gut?

00:39:06: Und letzten Endes gibt es ja auch Beziehungen untereinander und man schon weiß meinetwegen in einer Behandlungsgruppe bei diese beiden zusammen in Kombination die tun sich überhaupt gar nicht gut.

00:39:19: Das beachten wir wieder ins Schule.

00:39:20: da sind wir weder bei dem Part.

00:39:22: was hilft denn?

00:39:23: Die helfen aus einer Hand dass miteinander verknüpft sein und miteinander kommunizieren und da eben gut zu gucken.

00:39:31: Was was noch super wichtig ist sind auch immer wieder zu gucken, dass man Rückzugsmöglichkeiten bietet.

00:39:39: Dass man nicht darauf pocht du musst aber jetzt vielleicht dein Mathe weiter machen sondern hey ich sehe gerade Du kommst hier nicht weiter brauchst du mal eine Auszeit und dann gibt es auch da unterschiedliche Möglichkeiten einen Rückzug dazu bieten.

00:39:54: wir haben immer nah an den Klassenräumen, Nebenräume wo man das ermöglichen kann.

00:40:00: Es gibt die Möglichkeit eine Auszeit zu bekommen.

00:40:02: es gibt die Möglichkeiten mit der Schulsozialpädagogik zu schauen Hey hast du gerade Kapazitäten?

00:40:09: Das Kind braucht jetzt gerade mal Unterstützung oder braucht man einen anderen Kontext.

00:40:13: Es Gibt Möglichkeiten auch da immer wieder in Anführungsstrichen Wahlmöglichkeiten klar abgesprochene Wahlmöglichkeiten dazu bieten um da wieder zu gucken.

00:40:22: und gleichzeitig muss man ja auch klar haben, auch wenn die Kinder und Jugendlichen in den Not sind.

00:40:30: Auch wenn die kinder- und jugendlichen vielleicht in einer Krise sind und sie einen guten Grund dahinter haben, eine Krise zu sein heißt das im Übrigen nicht dass wir jedes Verhalten dulden.

00:40:41: es heißt auch im übrigen Nicht Dass wir jedes verhalten einfach so entschuldigen sondern Wir gucken auch.

00:40:47: was brauchst denn damit es wieder gut werden darf?

00:40:51: Was brauchst Du Damit Es Wiedergut Werden Darf?

00:40:54: Und hey, du bist am nächsten Teil im Übrigen auch wieder herzlich willkommen bei uns.

00:40:58: Und dann ist das Ding auch zu und wir gucken dann auch was braucht denn auch vielleicht dein Gegenüber damit es wieder gut werden darf?

00:41:04: Was braucht vielleicht die Lehrkraft deine Mitschüler?

00:41:08: Was brauchen die Mitmenschen damit du auch wieder gut in die Lerngruppe zurückkommen kannst.

00:41:14: Der Teil von Verantwortungsübernahme, den Du meinst zu sagen wenn es eben Situationen gab die Grenzen anderer verletzt haben, die die eigenen Grenzen verletzten, dafür eben auch eine Form von Verantwortung übernahmestadt finden zu lassen und zu sagen... Das ist okay, dass mir das passiert und es ist okay da sich in Krise geraten.

00:41:31: Aber ich darf auch Verantwortung übernehmen zu sagen was bedeutet das übrigens für mich?

00:41:35: Und weil es bedeutet das auch für andere und da gut hinzuschauen finde ich einen total wichtigen Aspekt.

00:41:42: Was ich mich gerade noch gefragt habe ist, wenn jetzt Kinder und Jugendliche zu uns kommen bei uns Staaten die lange Zeit nicht in Schule stattgefunden haben.

00:41:51: Dann ist unser System ja doch auch erst mal sowieso für Menschen, die in Schule Stadt gefunden haben neu und anders.

00:41:57: Für die Kinder- und Jugendlichen, die lange keinen Schulbesuch hatten, die ja nochmal ganz anders.

00:42:04: Und wenn ich mich erinnere und aus meiner Umgebung schaue dann kenne Phänomen von, wenn man länger in einem Ort nicht war und der eigentlich zur Regelmäßigkeit gehört hat.

00:42:16: Dann ist der Anlaufstart so schwer?

00:42:20: Wie ist es bei Abwesenheit in Schule?

00:42:24: Gerade bei denen die lange nicht in Schule waren wo sich Schulabsentismus wirklich manifestiert hat Und wo's vielleicht auch lange gedauert hat bis sie Bei uns bei den Systemverstehren Unterstützung und Hilfen bekommen kann es häufig ein langwieriger Prozess sein, erst mal wieder Vertrauen aufzubauen.

00:42:47: Musst dazu durchbrechen und auch um Vertrauen zu werben dass Schule wie das Kind der Jugendliches bis dahin erlebt hat.

00:42:57: nicht das ist wie wir Schule erleben Und da gibt es nicht den einen Weg sondern dann gibt's so viele unterschiedliche Wege zu gucken.

00:43:06: was brauchst du damit du wieder vertrauen bekommt, dass wir anders ticken.

00:43:11: Das versuchen wir in den Aufnahmegesprächen den Kindern und Jugendlichen schon zu

00:43:15: vermitteln.".

00:43:16: Und da ist es so super wichtig auch von den Erfahrungen zu profitieren die eben auf der einen Seite andere Kinder- und Jugendliche aus der Gruppe selbst vielleicht gemacht haben also auch zu gucken das die Jugendlichen den anderen Jugendlichen erklären.

00:43:31: ich kenne das vielleicht was du gerade erlebst.

00:43:34: Wie kommen sie in diesen Kontakt?

00:43:36: Also wie kommt das zustande des Kinder und Jugendlicher?

00:43:38: genau?

00:43:38: das Erleben

00:43:39: häufig in den Wohn- und Bahnungsgruppen selbst, weil auch da letzten Jahres ja geguckt wird.

00:43:44: Dass die Peer Group vielleicht zu teilen, auch zusammenpasst.

00:43:47: manchmal gibt es dann eben eine bestimmte Gruppe, die eine bestimmten Klientel von Jugendlichen mit einem bestimmten Rucksack aufnimmt oder aber eben auch zu gucken okay wo haben wir denn vielleicht auch hier bei uns in der Schule Jugendliche, die ähnliches erlebt haben?

00:44:06: explizit hinzugucken und vielleicht einen Kontakt herzustellen.

00:44:11: Und dann kommen natürlich die Pädagoginnen und Pädagogen ins Spiel, die ja auch einen unheimlichen Schatz mit dabei haben und klar haben hey da gibt es vielleicht irgendwo ein Kind das kann ihr noch mehr erzählen.

00:44:26: Dann gibt's natürlich auch Angebote, die vielleicht genau darauf spezialisiert sind nämlich das Haus am Waldsee was eine Wohngruppenform ist, die Vereinigungsschulabsehnte Jugendliche aufgenommen hat und wo da sehr viel Austausch stattfindet.

00:44:45: Und gibt es bei uns in der Schulform so was wie Hospitation?

00:44:48: Also das muss ich tatsächlich gerade mal kurz fragen weil ich mir dessen nicht sicher bin ob es die Möglichkeit gibt zu sagen Ich guck mal wie sind sie denn da so und darf dass selber erleben?

00:44:59: oder ist das etwas was eher schwierig umsetzbar ist?

00:45:02: also

00:45:02: für das Erleben musst du erst mal in der Lage sein, Schulgebäude wieder zu betreten.

00:45:07: Gerade bei den Kindern und Jugendlichen die Ewigkeiten nicht in Schule waren ist das häufig schwierig.

00:45:13: Wir würden das alles anbieten aber vorneweg steht erstmal wer es eigentlich in der Lage dieses Kinder dazu zu bewegen in die Schule wieder einen Anfangstrich im Fuß zu setzen Und dann gibt es Fast nichts, was es nicht gibt bei uns.

00:45:30: Wenn wir die Idee haben eine Hospitation könnte sinnhaft sein Machen wir auch das.

00:45:35: Gibt es den anderen Kontakt?

00:45:37: Jetzt hast du gerade gesagt wer in Schule stattfindet muss ich erst mal quasi dahin bewegen.

00:45:43: Bewegen sich das System Schule Die Erwachsenen auch zum Kind?

00:45:46: Definitiv wie letzten Endes auch da.

00:45:49: Lehrkräfte kommen in Wohngruppen Schulsoziapädagogik kommt in die Wohngruppe oder Da wo der die Jugendliche vielleicht auch gerade ist.

00:45:58: Das ist kein einseitiges Kind muss sich zur Schule bewegen, sondern Schule bewegt sich sehr gerne auch hier in die Gruppen.

00:46:07: Und die Kolleginnen und Kollegen sind ja auch im Austausch mit den Wohngruppen nehmen mit Anfallbesprechung teil.

00:46:15: Da kommt es dann auch wieder letzten Endes uns zugute.

00:46:18: eben diese Hilfen aus einer Hand weil da auch geguckt wird kann enthelfen dass vielleicht eine Kollegin erst mal Auch zu Zimmertüren kommt mal eine Zimmertür ist, mal eine Stimme vor der Zimmerteure ist sich mal vorstellt und wir haben es auch schon erlebt dass eine Schülerin ganz lange nicht in die Schule gekommen ist.

00:46:40: Die Kollegin ist über ein halbes Jahr jeden Tag zu Zeitpunkt X in die Wohngruppe gekommen.

00:46:48: Irgendwann hat die Schülerin die Türe aufgemacht und die Kollegin durfte anders Zimmer ran.

00:46:56: dann hat man sie irgendwann geschafft an den Ästich in der Wohngruppe setzen zu dürfen, weil das war der vertraute Rahmen.

00:47:03: Und darüber ist man ins Gespräch gekommen und man hat es dann geschafft herauszufinden dass diese Schülerin total gerne näht.

00:47:11: Dann haben wir gedacht, cool!

00:47:14: Die Lehrerin die da im Kontakt war, die näht auch total gerne.

00:47:17: Und dann hat man es geschafft zusammen in die Schule zu gehen, weil wir in der Schule unter anderem auch Nähmaschinen haben und gemeinsam erstmal zu nähen.

00:47:27: Und dann sind wir über das Nähen in Beziehung gegangen und irgendwann... ...und irgendwann war in dem Fall wirklich ein langer, langer Zeitraum.

00:47:36: Das war fast ein Jahr wo dieses Mädchen nur über Nähe in die Schule gekommen ist.

00:47:44: Irgendwann haben wir es aber geschafft dass man über das Näh ins Gespräch gekommen ist und wieder auf Lehrinhalte gucken durften Deutsch, Mathe, Englisch!

00:47:55: Und als dieses Vertrauen Schritt für Schritt wieder gewachsen ist und als dieses Kind erleben durfte, dass Schule und Kolleginnen und Kollegen hier bei uns eben anders ticken.

00:48:08: Dass es darum geht wirklich darum geht was brauchst du damit?

00:48:12: Du in Schule gut und sicher sein kannst!

00:48:17: Da hat dieses Kind so viel Wirksamkeit wieder erleben dürfen das diese Jugendliche irgendwann mit einem Schulabschluss hier gehen durfte Und das war natürlich ein Riesen-Erfolgserlebnis.

00:48:29: Also, oberster Satz ist immer es geht erst mal nicht um die Lehrplaninhalte bei uns sondern es geht erstmal darum was brauchst du damit du in Schule gut sein kannst?

00:48:42: Und diesen Satz oder diese Aussage haben wir deshalb, weil wir uns dessen bewusst sind das Schule für Kinder und Jugendliche schon auch.

00:48:50: Ich habe eben gesagt meine Schulzeit ich bin froh wenn ich einen Haken dran mache aber für viele und Kinder und jüngliche auch wirklich Bedrohung bedeutet.

00:48:57: also Manchmal gibt es Diskussionen, ich erlebe das im privaten Kosmos über das Nicht-zu-Schule gehen.

00:49:04: Das hat was mit Faulheit zu tun und der hat nur keinen Bock und all diese Dinge finden statt die auch erst mal wenn ich mich damit nicht beschäftige durchaus menschlich sind dass das gehört und erlebt wird.

00:49:14: aber Schulverweigerung Schulweigerung, das steht ja für was.

00:49:20: Und da steht oft eine ganz große Angst hinter.

00:49:23: Da steht oft ein ganz großes Erleben von Bedrohungen Hinterbedrohung meiner Bedürfnisse, Bedrohen meines Daseins, meiner Kompetenzen, meine Wirksamkeit und Selbstwirksamkeit.

00:49:35: Mir ist es so wichtig, dass noch mal zu sagen Das ist für Kinder und Jugendliche nicht der schnelle Weg Das ist nicht die schnelle Lösung.

00:49:41: Es ist nicht der Ansatz zu sagen, ich gehe mal nicht mehr und dann ist schon alles

00:49:44: gut.".

00:49:45: So das mag eine kurzfristige Lösung sein für's Gefühl aber nicht mehr zur Schule zu gehen.

00:49:51: Das machen Kinder nicht aus Langeweile sondern dahinter steht große Not und bin immer froh dass wir uns dessen versuchen und uns wechselseitig daran erinnern ums das immer wieder bewusstzumachen.

00:50:03: Das passiert aus großer Not heraus und wir wollen dich in deiner Not sehen dir begegnen.

00:50:09: Jetzt hören uns nicht nur Lehrer und auch glücklicherweise nicht nur unsere Mitarbeitenden, und nicht nur Kinder- und Jugendliche – ich darf das sehr stolz sagen, dass wir noch Kinder-und Jugendliche -, sondern uns hören eben auch Menschen die in Rolle und Erleben elternteil sind.

00:50:23: Und hast du einen Ratschlag?

00:50:27: Hast du eine Idee oder würdest du Eltern was an die Hand geben wenn ihnen die Situation begegnet, dass ihre Kindern nicht mehr zur Schule

00:50:35: gehen?".

00:50:36: Als Allererstes ganz schnell zu gucken,

00:50:40: in

00:50:40: den Kontakt mit der Schule zu kommen.

00:50:43: Auch da erstmal nicht lockerzulassen.

00:50:46: Also welche Perspektive hat die Schule?

00:50:49: Vielleicht auch gibt es einen guten Grund warum dieses Kind gerade nicht mehr zur Schule kommt.

00:50:54: Das Kind sehr ernst nehmen und versuchen mit dem Kind, mit dem Jugendlichen in den Kontakt zu kommen.

00:51:01: so was ist das denn?

00:51:02: Denn manchmal sind's Noten Manchmal ist es Leistungsdruck, manchmal ist das den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

00:51:10: Das kann ich eh nicht und da erlebt man ja auch ganz schnell wenn man mal eine Woche auf Zweifel, vielleicht auch nicht in der Schule war weil man krank war also bei mir wirklich gesundheitlich auch krank waren Dass man dann das Gefühl hat boah Ich habe so viel Stoff verpasst.

00:51:25: wie soll ich das denn eigentlich wieder aufholen?

00:51:28: Und manchmal sind's genauso banale Dinge und da kommt es auf Schnelligkeit an und als Eltern sich auch nicht abwimmeln zu lassen.

00:51:35: Kinder und Jugendliche sagen vielleicht auch da nicht direkt, hey ich bin hier in der Peer Group.

00:51:41: Ich habe irgendwie vielleicht auch sozialen Druck oder manchmal steckt auch Mobbing dahinter?

00:51:46: Das muss man ganz klar so sagen.

00:51:48: Mobbing ist Alltag an vielen Schulen Und das löst aber was aus warum man sich vielleicht gar nicht mehr in die Schule traut Da wirklich zu gucken ins Gespräch zu gehen und sich ansonsten schnell Unterstützung zu holen und sich auch nicht abwimmen zu lassen.

00:52:06: Und Unterstützung bekommt man in der Regel als erstes in den Schulen, wenn man das Gefühl hat da bekommt man keine Unterstützung dann wirklich auch zu gucken okay wo kriege ich denn Unterstützung?

00:52:16: Gibt es gegebenenfalls auch Anlaufstellen an unterschiedlichen Punkten?

00:52:25: gibt's Anlaufstellen Beim Jugendamt beispielsweise gibt es an und auf Stellen auch bei einem Schulamt, wenn vielleicht auch eine Schule so gar nicht diese Dinge ernst nimmt.

00:52:35: So weit möchte ich das eigentlich gar nicht kommen lassen weil ich immer auch die Hoffnung habe dass Schulen da mittlerweile so gut aufgestellt sind.

00:52:43: aber es gibt eben auch Erfahrungen zumindest in der Vergangenheit die das auch schon mal widerspiegeln und da wirklich nicht loslassen, nicht locker lassen als Eltern Und es gleichzeitig aber auch nicht negieren, denn das Kind hat einen guten Grund dahinter.

00:53:02: Warum ist es gerade nicht schafft in die Schule zu gehen und dass es kein Lapidaris warum das Kind grade nicht geht?

00:53:10: Das macht's nicht einfach so!

00:53:13: Und bedeutet es aber auch, dass der Weg nach vorne der Weg ist ein bisschen also zu sagen ich beiß mich für mein Kind am Thema Schule auch fest.

00:53:23: Also ich kann mir vorstellen, wenn mein Kind plötzlich nicht mehr zur Schule geht.

00:53:26: Dass das für Elternteile auch was mit einem Thema Scham zu tun hat.

00:53:29: Dass ich es nicht mehr hinbekomme und dass mein Kind jetzt in Schule stattfindet Und das zu versuchen bei Seitezuschieben und zu sagen Es hat nichts mit Scham zutun sondern hier geht's um dann Bedürfnis und hier gehts vielleicht auch nur um eine Not.

00:53:39: und Ich nehme meinen kind ernst und war und ich beiße mich für Mein Kind daran fest zu sagen ich bin an der Lösung interessiert.

00:53:47: Ich stoß mich ein bisschen an dem Begriff beißen aus den ganz einfachen Grund Manchmal auch erlebe in der Schule, dass Eltern wirklich auch in Anführungsstrichen beißen und dann Schule an so einen Pranger stellen.

00:54:02: Ich würde eher sagen ich nenne es immer so schön wir sind In einer hoffentlich gelebten Erziehungspartnerschaft Eltern Gemeinsam mit Schule in einer Erziehungspartnerschaft Und das bedeutet letzten Endes Das beide wie in einer echten Partnerschaft auch ein Interesse daran haben das beste für das Kind den Jugendlichen rauszuholen.

00:54:25: Das heißt, ja bitte definitiv raus aus dem Schamgefühl und sagen ... mein Kind geht nicht mehr zur Schule und ich brauche, ich will Unterstützung.

00:54:35: Und wir haben beide in dieser Partnerschaft das Interesse, das Kind dabei zu unterstützen, dass es wieder in der Schule andocken darf.

00:54:44: Und da auch nicht loszulassen?

00:54:45: Dann bin ich d'accord mit dem Begriff beißen.

00:54:48: Darauf wirklich zu sagen, ich hab da auch ein Anrecht drauf, Und wenn ich das Gefühl habe, ich bekomme diese Unterstützung nicht dann wirklich auch die nächsten Anlaufstellen zu nehmen.

00:54:58: Ich hab heute noch mal viel gelernt über Schule ehrlich gesagt und auch über die Idee wie man Schule sehen darf.

00:55:03: möchte mich dafür bei dir bedanken dass das nochmal einen neuen Blick auf Schule mitgebracht hat und gerne ein bisschen schließen und dich fragen ob du dich Damit identifizieren.

00:55:15: kannst.

00:55:16: du sagen, dass die Idee, die wir hier von Schule haben, Schule zu einem sicheren neuen erlebbaren Ort zu machen und Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben.

00:55:25: Lernen und erlernen und leben und erleben nochmal auch neu zu besetzen.

00:55:31: Ich identifziere mich mit dem was wir hier tun.

00:55:36: Schulleiter hier an dieser Schule geworden, weil ich komplett dahinter stehe was wir hier tun.

00:55:41: Ich stehe hinter unserem Leitsatz und ich stehe dahinter dass es erst mal nicht entscheidend ist was ein Kind laut Lehrplaninhalten können muss sondern weil ich es erstmal entscheidende finde Was kann das kind eigentlich hinbekommen mit dem was er erlebt hat?

00:55:56: Und ich finde es total wichtig dass wir alle bewusst haben dass uns Verhalten eines Kindes immer etwas erst mal über das Kind selbst erzählt, über dass er erzählt was das Kind in dem Rucksack hat.

00:56:12: Dass es Kind uns über Zug, über Verweigerung, über Aggressionen, über Absentismus erstmal einen Hilfeschrei aussendet und es tut's nicht grundlos!

00:56:24: Es hat immer den guten Grund dahinter.

00:56:28: Wichtig sind dann eben zu versuchen, mit den Situationen erst mal umzugehen.

00:56:33: Wichtig ist nicht loszulassen auch in Beziehung zu gehen.

00:56:37: und manchmal bedeutet auch im Beziehungen gehen dass man in Anführungsstrichen Den Tritt vor das Schienbein bekommt und morgen trotzdem wieder Versucht in Beziehen zu gehen.

00:56:47: schön dass du da bist sage ich immer.

00:56:49: so schön Da einen langen Arten zu haben Auch immer wieder präsent zu haben.

00:56:54: Das heißt nicht wir heißen dieses Verhalten Gut und wir möchten gerne, dass du dieses Verhalten zeigst.

00:57:03: Sondern erst mal heißt dieses Verhalten hat den Grund dahinter?

00:57:09: Und wir wollen den Grund verstehen und Wir haben den Blick in so weit erstmal verändert das wir nicht zuerst fragen was stimmt mit diesem Kind nicht sondern dass wir erstmal fragen Was braucht dieses kind und was sagt es uns mit diesen verhalten?

00:57:27: Dann im nächsten Schritt beginnt Professionelles Handeln bei uns mit dem Verstehen.

00:57:34: Und dieses Verstehn führt dann zu einer Veränderung.

00:57:38: erstmal bei mir selbst, weil ich nämlich dann irgendwann klar habe okay das Kind hat das erlebt, das Kind zeigt mir deshalb dieses Verhalten, dann gucken wir dass wir miteinander mit dem Kind mit den unterschiedlichen Professionen gucken was braucht dieses Kind?

00:57:59: wie können wir dieses Verhalten in Anführungsstrichen nutzen?

00:58:02: Wie können wir dann auch dieses Veralten irgendwann so verändern, dass dieses Kind damit gut klarkommen kann?

00:58:08: und dann letzten Endes übernehmen wir als Erwachsene die Verantwortung dafür.

00:58:13: Den Rahmen so zu gestalten das Entwicklung stattfinden darf.

00:58:18: darauf kommt es an.

00:58:20: ich würde letzten endes einem Jugendlichen, einem Kind mitgeben.

00:58:27: Dass ein Kind was nach langer Zeit die Schule erst mal wieder betritt.

00:58:33: Klar hat du musst heute nicht alles schaffen und du musst nicht da ansetzen wo du vorher gestanden hast sondern wir gehen gemeinsam diesen Weg.

00:58:45: Wir gehen gemeinsam deinen Weg und es gibt nicht diesen einen Weg Sondern es gibt den individuellen Weg und wir nehmen uns die Zeit gemeinsam auf diesem Weg zu gucken.

00:58:59: Wir nehmen unsere Zeit, gemeinsam in deinen Rucksack zu gucken.

00:59:03: auch ich habe im übrigen rucksack auf durch meine erleben und Erlebnisse Und ja das immer wieder auch klarzumachen.

00:59:12: Mein Hauptziel ist den Kolleginnen und Kollegen Die dass im alltäglichen tun die Möglichkeiten dafür auch immer wieder zu bieten Und dadurch, dass ich und wir als Stufenleitung ja auch nicht zu nah dran sind an den einzelnen Biografien.

00:59:28: Auch immer wieder zu sagen so... ...und du machst das richtig was du da tust liebe Kolleginnen lieber Kollege!

00:59:35: Und es braucht Zeit.

00:59:36: Ja, Zeit haben wir nicht immer aber müssen uns diese Zeit nehmen und wir werden dann den individuellen Weg

00:59:42: finden.

00:59:43: Ich musste grad schmunzeln weil ich so gedacht habe das war jetzt doch noch mal ein längeres Ende.

00:59:47: und gleichzeitig habe ich gedacht ich habe im Ende nochmal etwas gelernt.

00:59:49: Schule Als einen guten Ort zu begreifen, bedeutet übrigens ein guter Ort für Kinder und für Lehrkräfte.

00:59:55: Und wenn es das für Lehrkräfte ist können die an Kinder- und Jugendliche weitergeben.

00:59:59: Ich danke dir für die Folge, für die Zeit!

01:00:04: Bin ganz gespannt, wenn ihr uns zuhört Fragen zum Thema Schule habt, eigene Erfahrungen teilen dürftet, dann dürft ihr das gerne in den Kommentaren machen.

01:00:12: Wir sind immer offen für Fragen.

01:00:13: Wenn es nochmal auch Fragen und Anmerkungen zu unserer Schule gibt Dann meldet euch auch gerne dazu.

01:00:20: Ansonsten freue ich mich, wenn ihr einen Kommentar da lasst.

01:00:24: Die Glocke anmacht, dass ihr euch erinnern lasst beim nächsten Mal, wenn eine neue Folge kommt und freu mich schon, wenn wir uns wieder hören.

01:00:31: Vielen Dank dir Alex!

01:00:33: Danke dir!

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