Sexualisierte Gewalt Teil 2 - Weil Täter:innen strategisch handeln

Shownotes

Alexandra Voß und Carsten Schüler sprechen im zweiten Teil der Doppelfolge über sexualisierte Gewalt in Institutionen über die Verantwortung von Systemen, Teams und Leitungen, wenn ein Verdacht bekannt wird.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was professioneller Kinderschutz eigentlich bedeutet, wenn Situationen komplex, belastend und konflikthaft werden. Thematisiert werden institutionelle Dynamiken, Loyalitätskonflikte, Unsicherheiten sowie der Umgang mit Verdachtsmomenten und falschen Verdächtigungen.

Die Folge beleuchtet außerdem, warum gelebte Feedbackkultur, Beteiligung, transparente Beschwerdewege und wirksame Schutzkonzepte zentrale Schutzfaktoren gegen sexualisierte Gewalt sind und weshalb Täter:innen genau solche Strukturen vermeiden.

Denn dort, wo Menschen hinschauen dürfen, Kritik möglich ist und Kinder ernst genommen werden, verlieren Täterstrategien an Raum.

Eine Folge über Verantwortung, Macht, Transparenz und Haltung.
Über Systeme, die schützen sollen und darüber, was passiert, wenn sie es nicht tun.

Kinderschutz ist keine Option.
Kinderschutz ist Verantwortung.
Kinderschutz ist Haltung.

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00:00:13: Kinderschutz im Dialog, der Systemversteher-Podcast mit Kasten

00:00:19: Schüler

00:00:20: und Alexandra Foss.

00:00:29: Herzlich willkommen zurück zum zweiten Teil der Doppelfolge, wo wir über sexualisierte Gewalt sprechen wollen.

00:00:35: Hi, Carsten!

00:00:37: Wie ging es dir nach der letzten Folge?

00:00:39: Hallo Alex, nachdenklich ... Das Thema macht mich immer wieder nachdenklich weil ... Als mich tatsächlich sehr beschäftigt, wie viele... Also wenn wir so bei Dunkelfeld sprechen dann klingt das immer so technisch.

00:00:55: Aber das heißt ja dass es Kinder gibt die still vor sich hin leiden und denen keiner zuhört und die die unvorstellbares durchmachen.

00:01:03: und da ist kein Erwachsen an ihrer Seite der ihnen hilft.

00:01:06: Und ich merke, das beschäftige ich mich, wenn ich mir das so vergegenwerte gebe was das bedeutet?

00:01:13: Und gleichzeitig merke ich mache das was mit meinem meinem Gefühl von Verantwortung für eine Institution zu haben, wo wir ja immerhin in dem Bereich, den ich jetzt verantworte, vierhundertfünfzig Menschen habe.

00:01:30: Die arbeiten in diesem Bereich und ein Vielfaches an Klientinnen so und dann wird einem die eigene Verantwortung auch nochmal viel

00:01:40: bewusster.".

00:01:42: Ja, ich hab das auch gemerkt als wir darüber gesprochen haben sich noch mal präsent zu machen dass Ja auch, so dramatisch das klingt eben nur ein Teil unserer Aufgaben ist der eigentlich schon ausreichen würde um gänzlich Aufgabe zu sein in Bezug auf die Verantwortlichkeit.

00:02:00: Wir haben es gemacht wir haben in den letzten Folge über einen Teil von Täter Strategien gesprochen und wir haben auch ein bisschen die betroffenen Seite beleuchtet.

00:02:08: erst mal noch wenig viel über die Strategien.

00:02:11: heute geht's ums System und eine zentrale Frage davon ist warum werden Täter nicht so richtig erkannt?

00:02:16: Und die Antwort ist glaube ich Unbequem, ehrlich gesagt.

00:02:20: Weil Systeme oft nicht im Kern darauf ausgelegt sind sie zu erkennen.

00:02:25: Es geht um Loyalitäten in Teams, um Unsicherheiten und Strukturen Und es gibt auch immer die Angst falschzulegen.

00:02:34: Was ist deine Erleben?

00:02:37: Deine Wahrnehmung davon in Teams wenn so ein Verdacht im Raum steht dass das einen Kollegen betreffen könnte?

00:02:44: Ich habe ja schon relativ lange die Situation, dass ich gar nicht mehr in konkreten Teams tätig bin.

00:02:49: Die jetzt im operativen Geschäft sind und dennoch ist es mir eben schon das eine oder andere Mal begegnet, dass in meinem Verantwortungsbereich ist Gheisland okay da ist etwas im Raum so dem müssen wir nachgehen.

00:03:06: Und da gibt's einen Vorwurf.

00:03:08: So wie gehen wir damit um?

00:03:10: Das was dir dann klar wird Wenn du dem Vorwurf nicht ausreichend nachgehst, beziehungsweise nicht glaubst was da passiert ist oder dich entscheidest zu sagen dass es nicht glaubhaft und das wäre doch so dann zerstörst du ein Leben.

00:03:33: Und wenn du den Vorwurf Glauben schenkst und nach bestem Wissen und gewissen Handels.

00:03:42: gleichzeitig stellt sich hinterher raus, das war eine Verschiebung.

00:03:48: Das stimmt ja einfach gar nicht.

00:03:50: Da zerstörst du auch ein

00:03:50: Leben.".

00:03:51: Und das ist echt hart, weil es bedeutet, egal was du machst ... Du musst mit unfassbarer Achtsamkeit, Präzision und Professionalität vorgehen, wenn so etwas im Raum ist.

00:04:06: Weil es immer existenziell ist.

00:04:09: Also es ist immer absolut existenziellen!

00:04:12: Und du hast es gerade gesagt?

00:04:14: die Schwierigkeit daran, dass das beides große Konsequenzen hat.

00:04:20: Das nicht glauben und relativieren.

00:04:24: Das herunterspielen der Beobachtung bei dem Kollegen quasi, der vielleicht was wahrnimmt seine eigene Beobuchtung runterzuspielen eingebettet in Leitungsverantwortungen, die vielleicht selber eigene Unsicherheiten hat.

00:04:37: Der ist davor grauscht.

00:04:40: all diese Sachen sorgen dafür, dass einem ja noch mal bewusst wird Ergebnissen, also sowohl wir haben es mit einem Täter einer Täterin zu tun als auch Es kann ein falscher Verdacht sein liegt ja eine große Verantwortung und das hat große Konsequenzen.

00:04:58: Und Darin besteht ein bisschen auch die Crux weil dass eine Hemmschwelle ist Dinge erst mal anzusprechen wenn wir fürchten was ist denn Das Ergebnis davon?

00:05:08: und gerade in den Teams führt das natürlich zu einer Unsicherheit zu sagen Was ist wenn ich falsch liege?

00:05:14: Was ist, wenn ich meinen Kollegen, den ich eigentlich gut kenne, von dem ich mir das auch nicht vorstellen kann, will und mag dann doch falsch verdächtige oder richtig verdächte?

00:05:29: Das ist so eine bedeutsame Hürde die im Kopf zu nehmen.

00:05:35: Es geht nicht um eine Bewertung Das finde ich so wichtig.

00:05:38: Es geht nicht darum, dass wir sofort bewerten sondern es geht um das Wahrnehmung von Beobachtern.

00:05:43: und da nochmal zu gucken auch worum geht's bei Schutz insystem weg?

00:05:49: Von dem Blick von sich selbst rein in verantwortungsvolle Strukturen?

00:05:55: würdest du sagen, dass Wir das Leben hierbei uns?

00:06:01: Wir geben uns größte Mühe, das zu tun.

00:06:03: Davon bin ich überzeugt und glaube dass wir eine ganze Menge Instrumente haben die das begünstigen.

00:06:08: Ich habe das letzte mal schon gesagt wie wichtig Führung zum Beispiel für Kommunikation ist oder wie wichtig Kommunikations für Kinderschutz ist.

00:06:17: und wenn du dann das weißt dann wärst du um Führungen den Zufall zu überlassen.

00:06:22: Wir haben es letztes Mal dargestellt Ein Führungskräfte-Seminal, das heißt für eine Bethaltung wo wir Führungskräfteschulen darin gute Atmosphäre zu schaffen in der Kommunikation.

00:06:33: Nicht nur möglich ist sondern angeregt wird, wo übrigens Kinderschutz ein wichtiger Block innerhalb dieses Führingsseminars ist also da dass es nicht nur indirekt sich auswirkt sondern es gibt einen direkten Block zum Thema Führungen und Kinderschutze.

00:06:49: Wie kommuniziert das eigentlich miteinander?

00:06:52: Wir legen großen Wert auf Feedback-Kultur.

00:06:54: Das ist ein stetiger Prozess, das nix was du einmal einführst und dann hast es sondern musst immer wieder leben und immer wieder nachschulen und immer weiter dran bleiben an der Thematik Und das kannst du übrigens nur wenn du's hinkriegst dass das Feedback in verschiedene Richtungen gelebt wird.

00:07:12: Also wer Feedback Kultur als Vorgesetzter einfordert muss auch damit leben dass er selber Feedback bekommt ... und muss damit auch umgehen können.

00:07:20: Und dein Umgang damit wieder als Führungskraft, also oder mal anders formuliert... Mein Umgang dann mit als Fährungskraft entscheidet ob Leute das weiterleben?

00:07:28: Also wenn ich Feedback Kultur einfordere und mich hinterher aufrege, wenn ich sie bekomme,... ...dann kann ich das noch so erzählen.

00:07:35: Das wird nicht funktionieren sondern es funktioniert nur dann,... ...wenn ich die dann auch zulasse.

00:07:40: Das sind mal zwei Dinge wo ich denke da sind wir.... Da haben wir Instrumente eingeführt, wo wir glauben die wirken dem entgegen.

00:07:49: Genau wie natürlich der komplette Ablauf von Kinderschutzrelevanten Instrumenten.

00:07:55: also sie zeigen sich bei uns nicht in dem was alles so toll aufgeschrieben ist.

00:07:58: Natürlich ist das alles toll auf geschrieben bei uns aber es ist eben dass aufgeschrieben was wir am Alltag leben und das ist er so entscheidend.

00:08:06: das heißt das was wir aufgeschrieb haben verändert sich ständig weil der Alltag sich auch immer weiterentwickelt Und weil wir versuchen, aus Fehlern zu lernen dann wieder besser zu werden.

00:08:16: Das wieder neu beschreiben.

00:08:18: also das ist ein Prozess der ständig sind wie kommunizierende Röhren, dass es eben das Falschste was du machen kannst is Kinderschutz irgendwie aufschreiben und dann war's das!

00:08:29: Das ist kein Kinderschuss.

00:08:30: Ich hab heute in einem Team gesessen indem wir darüber gesprochen haben was braucht es für gelingene Kinderschütz in Teams?

00:08:37: Und wir sind auch da noch mal zu dem Schluss gekommen.

00:08:40: Ein Kinderschutzkonzept, also wir brauchen das weil wir haben eine Betriebserlaubnis.

00:08:44: Da ist übrigens Kinderschutzteil von so.

00:08:46: Wir müssen das nachweisen wie wir damit umgehen.

00:08:50: Das hilft nichts wenn es Papier ist Weil Papier ist ganz, ganz furchtbar geduldig.

00:08:54: Dieser Spruch ist so alt und trotzdem so richtig.

00:08:57: Es geht darum, dass das gelebte Praxis ist, dass es mit Leben gefüllt wird die Idee wie setzen wir Schutz um?

00:09:03: Dass es Menschen braucht, die das tragen, leben und gestalten und das nur dann Kinderschutz gut funktionieren kann.

00:09:10: Und dass es strukturelle Rahmenbrauche also klare Meldwege in Sofa-Beratung und Einschätzung eine Acht-Ahr Kultur dazu wie melde ich was sind Prozesse all das Der strukturelle Teil, der hat eine große Relevanz.

00:09:26: Wie dokumentiere ich?

00:09:27: Wie finde ich einen Umgang

00:09:27: damit?".

00:09:28: Aber es muss gelebt

00:09:29: sein.".

00:09:30: Und ich sitze oft in den Teams und also war übrigens auch mein Start hier in diesem Unternehmen ganz viel zu fragen – wie habt ihr's denn bisher erlebt?

00:09:38: Was habt ihr geliebt?

00:09:40: Was kennt ihr bereits?

00:09:41: Was ist denn wirkliche Realität?

00:09:43: Weil wir können uns noch so tolle Dinge überlegen wenn die nicht gelebt werden.

00:09:48: Ich bin hier in das Unternehmen eingestiegen, als wir uns beschäftigt haben auch mit der Aufarbeitung.

00:09:53: Die Forum M-Studie vorgestellt worden ist und ich habe davon Aussagen mitgenommen die mir total wichtig geworden sind nämlich zu sagen Thematiken Gefährdungen Bauchgefühle sie müssen denkbar besprechbar und umsetzbar sein.

00:10:08: und dass es genau darum geht nämlich sich dies erstmal auch vorstellen zu können ja und nicht zu sagen bei meinem Kumpel Kläuschen kann ich es mir nicht vorstellen, aber bei meinem Kumpel Peter.

00:10:19: Da ist mir alles klar und genau das zu machen, nämlich zu sagen Ich kategorisiere das nicht sondern die Dinge sind denkbar Die sind besprechbar und dann werden sie erlebbar.

00:10:30: im Faktor Schutz.

00:10:32: Ich weiß hier ob das jedem was sagt Forum M-Studie ist eben eine Form die sich mit sexualisierter Gewalt innerhalb der evangelischen Kirche beschäftigt hat und dort verschiedene Dinge deutlich gemacht hat und auch deutlich gemacht, dass das Thema sexualisierte Gewalt in Kirchen nicht ein katholisches Thema ist was ausschließlich mit Zölle Bar zu tun hat sondern dass das ein Thema ist.

00:10:52: Was uns eben auch als evangelische Christen essentiell betrifft und einen Punkt definitiv den die Studie herausgearbeitet hat war mangelnde Konfliktkultur bedeutet, dass man gerne sehr einig ist, gerne miteinander spricht, wenn es alles schön ist.

00:11:11: Aber wir uns eher gerade in der evangelischen Kirche nicht sagen wollen mal das sehe ich jetzt mal ganz anders.

00:11:16: da habe ich jetzt eine völlige Anhaltung dazu und dann darüber hin den Austausch zu gehen.

00:11:21: Das wurde definitiv als eines der Probleme benannt worden auch noch ein paar andere betont so.

00:11:26: aber das ist mir sehr hingeblieben weil ich gedacht hab ja das trifft uns als soziale Einrichtungen oft auch sind uns auch gerne einig und es fühlt sich ja auch schöner an als Konflikte auszusprechen.

00:11:39: Aber das ist eben unser Auftrag, das zu tun.

00:11:41: Das ist unsere Auffassung.

00:11:42: Es ist eine Form von Wertschätzung.

00:11:44: übrigens wenn ich dir zur Verfügung stelle was mir gerade nicht gefällt.

00:11:48: Und das sind alles so Dinge wo ich glaube angestoßen durch die Firmenstudie.

00:11:52: Übrigens da denke Wir haben auch noch viel vor uns, aber da sind wir in manchen Dingen schon weiter.

00:11:59: Weil wir institutionell schon eine ganze Menge Dinge entwickelt haben, die auch schon eingeübt sind.

00:12:06: Das braucht ja auch eingeübte Strukturen.

00:12:09: Also alles was du erst mal so einführst, das braucht ihr ein bisschen.

00:12:11: Das heißt es braucht eingeübbte Struktur und genauso wie ich dann wieder die Reflektion darüber brauche, sind die noch hinreichend wirksam diese eingeübenen Strukture.

00:12:20: Es braucht immer beides.

00:12:22: Kinderschutz-Innensystem ist ja auch im Prozess Also einen sich stetig entwickelnden Prozess in dem Gespräch heute Morgen.

00:12:28: Ich habe gerade eben schon kurz daraus quasi einen kleinen Einblick gegeben, das passt ehrlich gesagt ganz hervorragend in die Folge.

00:12:36: heute deshalb werdet ihr jetzt ein bisschen etwas davon hören ging es nämlich auch genau darum zu sagen okay was ist denn?

00:12:43: müssen wir uns denn immer einig sein?

00:12:44: war beispielsweise eine Frage müssen wir müssen wir schon als Team eine Haltung haben zu einer Beobachtung, bevor wir sie dann mitteilen?

00:12:53: und ich habe noch mal sehr klar gesagt das Gegenteil ist der Fall.

00:12:57: Die einzelne Wahrnehmung ist es um die es geht, die dann reflektiert wird über die wir in den Austausch kommen und es geht grundsätzlich darum sich eben nicht immer einig zu sein, von der Vielfalt der Blickpunkte zu leben und auch im Zweifel übrigens von der Reibung.

00:13:14: Also dem Diskurs den es darüber geben darf Haltung vergleichen miteinander sich auszutauschen darüber das kann man in ganz wertschätzenden Formen tun denn ich kann dir sagen Im Rahmen von Beobachtungen beispielsweise oder auch dieser Feedback Kultur die du gerade angesprochen hast Kann ich Formulierungen finden wie Ich habe die Beobachtung gemacht und fachlich hat mich das verwundert, ich würde das gerne besprechen.

00:13:38: Und wenn es dokumentiert ist und wir auf unsere Strukturen gucken und es in den Prozessen eingebunden ist dann passiert genau das.

00:13:44: Wir nehmen eine Beobuchtung so wie sie ist und dann gehen wir in die Reflexion darum und darüber Das kann man auf ganz verschiedene Wege verbalisieren zu sagen, das hat mich irritiert!

00:13:57: Ich würde das gern mit dir besprechen.

00:13:59: Ich würde es gerne an einem geschützten Raum besprechen oder eingebettet in unsere Teamstrukturen.

00:14:03: Und Täter wollen nicht hinterfragt werden.

00:14:07: Täter sind darauf angewiesen, dass sie nicht kritisch hinterfragt werden und das nicht ein kritisches Feedback erfolgt.

00:14:16: Dass man nicht sagt, warum hast du das gemacht?

00:14:19: Das ist mir gerade komisch vorgekommen.

00:14:22: Tater brauchen genau diesen Einheitsbrei, indem sich alle ermöglicht, an sich vorbei leben sich ausschließlich nette Sachen sagen, das ist halt ein schöner Boden für Täter und deswegen ist es so wichtig dass wir das tun.

00:14:35: Das ist eine Form von Kinderschutz wenn wir uns gegenseitig hinterfragen.

00:14:39: weil es macht es jeden Täter schwer für sich zu bleiben?

00:14:42: Es macht es schwer unentdeckt zu bleiben ?

00:14:45: Es macht's schwer dieses Geheimnis zu wahren ?

00:14:48: Es Macht es überhaupt sauschwer für Täter und deswegen ist es so wahnsinnig wichtig, dass wir das immer wieder tun und auch Menschen, die das von seiner ihrer Persönlichkeit jetzt mal nicht so mitbringen.

00:15:00: Sich immer wieder aufrafen und sagen doch, doch, das ist genau mein Job, das auch immer wieder zu tun.

00:15:06: Und machen wir uns nix vor!

00:15:07: Wir haben in der ersten Folge darüber gesprochen.

00:15:09: Täter sind organisiert.

00:15:12: Die sind häufig sehr gut vernetzt und das positive daran ist aber es spricht sich Rom wenn es sich lohnt, in einer Einrichtung zu gehen um dort Missbrauch zu verüben.

00:15:24: Aber es spricht sich auch um wenn das schwierig ist in einer einrichtung weil da dauern Leute miteinander reden weil da dauernd hinterfragt wird Weil er ständig Feedback gegeben wird und es total nervt Und du dich nicht einfach mal so zurückziehen kannst mit irgendeinem kind.

00:15:39: Das wird eben auch wahrgenommen und es wird eben weiter getragen.

00:15:42: und deswegen ist es so wahnsinnig wichtig dass wir uns dem stellen.

00:15:46: Wenn Du dir überlegen würdest was Was ist das, was du konkret als ersten Schritt machst?

00:15:51: Wenn du den Verdacht hast, dass du eine Grenzverletzung ein Übergriff einen sexuellen Missbrauch einer sexualisierte Gewalt beobachtet.

00:16:04: Einen Anhaltspunkt dafür gesammelt hast.

00:16:06: Was konkret wäre für dich der erste Schritt mit dem betreffenden Kind?

00:16:12: Das Wichtigste... ...das ist etwas, was wir auch immer wieder schulen ist das Kind, nachdem es eine der schlimmsten Grenzverletzungen erlebt hat.

00:16:25: Die man sich so vorstellen kann nicht direkt die nächste Grenzüberschreitung erlebt indem ich einfach losrenne und irgendwas mache.

00:16:31: damit mit der Information die ich bekommen habe und das Kind erlebt meine Grenzen werden schon wieder nicht gewahrt.

00:16:37: Das heißt dass allererste und wichtigste ist das kind von dem Moment an wo's sich mir geöffnet hat mitzunehmen zu sagen okay das sind jetzt die Schritte die ich für notwendig halte.

00:16:47: oder auch wenn das Kind sagt, ich bin das jetzt erst mal los geworden.

00:16:51: Das hat mir wahnsinnig geholfen.

00:16:52: so dann also es klingt zu hart aber diese Kinder machen das häufig schon immer.

00:16:59: ein sehr langen Zeitraum mit lieber einen guten und strukturierten Prozess der ein bisschen länger dauert aber dass dann wirklich beendet diesen Missbrauch wirklich beended als loszurennen in wilder Panik weil man denke ich muss das morgen beenden.

00:17:16: Also lasst dir auch Zeit dabei, das in Ruhe zu tun.

00:17:19: Auch wenn es schwer auszuhalten ist.

00:17:21: diese Kinder erleben das häufig seit Jahren und deswegen geht's nicht darum ob du das morgen oder übermorgen beendest.

00:17:28: Das geht darum dass du es beendes und das kriegst du häufig nur hin.

00:17:31: Wenn du einen sehr gut vorbereiteten und sehr gut reflektierten und strukturierten Prozess einholst bleibt nicht damit alleine.

00:17:40: Sprich mit dem Menschen sprich aber auch natürlich.

00:17:44: Also, so wie es auch vorgesehen ist.

00:17:47: Wir haben ja dafür ... Das ist nicht irgendwie so jeder macht das mal wir denkt so sondern da gibt's ja bei uns ganz stark vorgegebene Strukturen übrigens auch Dokumentationspflicht gerade dann wenn ich sage du pass auf Ich hab das gehört.

00:18:00: Du brauchst jetzt noch zwei Tage bis ich mit jemand anders darüber spreche.

00:18:02: okay aber ich habe schonmal dokumentiert dass es also wirklich wirklich wirklich entscheiden und dann aber eben nicht allein zu bleiben sondern im professionellen Kontext zu wissen wo sind noch welche Professionen die mich unterstützen können?

00:18:14: Du bist eben die Kinderschutzfachkraft.

00:18:16: Also das ist natürlich absolut wichtig, dich dann auch hinzuzuziehen als absolute Expertin auf dem Gebiet so vorgesetzt sind zu ziehen und dafür haben wir eine Reihenfolge.

00:18:25: ja also die und die kennt hoffentlich jeder und wenn nicht dann müssen wir sie immer wieder auch in Erinnerung bringen so weil das natürlich ganz ganz entscheidend ist.

00:18:38: ich finde du hast einen guten Punkt gesagt nämlich dass Man hört, wahrnimmt, dokumentiert und dann nämlich folgendes macht.

00:18:44: Ein Schritt zurück atmet und weg von blindem Aktionismus geht denn der ist oft gerade wenn es um den Schutz geht auch kann gefährliche Dynamiken auslösen.

00:18:56: also wird es gesagt es geht darum das dauerhaft zu beenden.

00:19:00: das bedeutet aber auch eine Sicherheit zu haben Täterschaft beenden zu können.

00:19:06: Das passiert übrigens nicht wenn ich in blinder Aufruhr alles und jeden verschrecke, das Kind.

00:19:12: Aber beispielsweise auch ein Täter.

00:19:14: also es geht ja darum einen Umgang zu finden haphaft handhaft zu werden Und wirklich auch Missbrauch abstellen zu können langfristig Schutz zu gestalten.

00:19:25: Das ist ein Ziel und so hart das klingt Du hast gerade gesagt Ich kann das nie mehr unterstreichen.

00:19:32: Es ist übrigens nicht der eine Tag um den es dann geht, sondern es geht darum langfristig die Erlebensrealität verändern zu können.

00:19:41: Und um die Chance zu haben irgendwann in ... Ich sperr mich immer ein bisschen vor dem Begriff Aufarbeitungsprozesse.

00:19:49: ich glaube es geht da drum das zu implementieren ins erleben aber daran kommen zu können und dafür braucht es eine langfristige Änderung von Missbrauchskulturen.

00:20:01: und das passiert eben nicht im Blendemaktionismus

00:20:04: Genau.

00:20:05: und wenn ich das zusammenfassen würde, dann ist es wir brauchen Strukturen.

00:20:09: Darf nicht alles möglich sein in Institutionen?

00:20:12: Das wäre das andere Beispiel ohne Waldschule wo es gar keine Strukture gegeben hat, wo Autorität nicht die Hauptrolle gespielt hat sondern Strukturlosigkeit.

00:20:20: also wir brauchen diese Strukturn.

00:20:22: Wir brauchen auf der anderen Seite eine Feedback Kultur.

00:20:26: Wir brauchen eine Führungskultur Die das ganze im Blick hat aber auch dafür sorgt dass Kommunikation möglich, nicht nur ist sondern sich durchzieht durch eine Einrichtung.

00:20:37: Wir brauchen Professionalität wir brauchen einen guten gut organisierten Kinderschutz.

00:20:43: also wenn Missbrauch organisiert ist dann müssen wir Kinderschutze dreimal so gut organisieren damit wir erfolgreich sind.

00:20:50: und das glaube ich wenn wir das als Institutionen nicht nur sagen sondern immer wieder machen und immer wieder auch zusammenführen da bin ich ziemlich davon überzeugt Dann schrecken wir Täter auch ab.

00:21:03: und dann sagen Täter, okay das ist jetzt vielleicht nicht die allerbeste Idee sich an diese Institution zu werden.

00:21:09: Und ich wünsche mir dass sich alle Institutionen die Verantwortung bewusst sind, dass sie in einem Feld arbeiten, das Täter anlockt.

00:21:19: Denn ich spreche das mal so hart aus wenn ich Kinder missbrauchen will es eine doofe Idee IT-ler oder Tischler zu werden Dann ist es eine deutlich bessere Idee, Erzieher oder Sozialpädagoge zu werden.

00:21:34: Und das müssen wir uns klarmachen so hart diese Realität ist.

00:21:37: aber das ist absolutetäterlogik.

00:21:40: und wenn ich mir die klarmache dann habe mich ne Chance aktiv dagegen vorzugehen um das Täter richtig schwerzumachen und damit Kinder zu schützen.

00:21:49: Und das eingebettet in Fortbildung, Schulung und Sicherheit.

00:21:52: In Handlungssicherheit für Mitarbeiter.

00:21:56: Wir machen das über verschiedene Prozesse.

00:21:58: also wir haben Kinderschutzschulungen.

00:22:00: Wir haben einzelne Teambesuche die ich mache du hast es eben gesagt wir haben ein Führungsseminar was das aufarbeitet was Führungskultur prägen soll Was kinderschutz mit einfliessen lässt zu sagen wo ist denn die Verantwortlichkeit zwischen Leitungsverantwortung und Schutz verantworten dem Mitarbeitenden gegenüber, Teams zu prägen.

00:22:22: Übrigens auch Haltung in Teams zu Prägen, Prozesse zu prägnen und all das auch zu bearbeiten.

00:22:29: also das machen wir sehr konstant weil wir uns genau dieser Verantwortung bewusst sind und weil wir eben wissen es gibt kein Garant aber Rahmenbedingungen, die begünstigen oder dies erschweren.

00:22:41: Und wir wollen uns definitiv bewegen auf der Seite, die es Tätern erschwern und guten Mitarbeitern begünstigend gutem Kinderschutz zu gestalten.

00:22:49: Das machen wir hier immer wieder.

00:22:51: Ich habe noch eine Frage Was braucht es aus deiner Sicht?

00:22:56: Wenn du, wir haben das in einer der ersten Folgen mal gemacht die Top fünf sozusagen zusammenzählst.

00:23:02: Es müssen jetzt nicht fünf sein.

00:23:03: ich weiß sich über Rumpel dich vielleicht kurz mit diesem Auftrag hier aber was braucht es aus deiner Sicht nochmal zusammengefasst an Punkten dafür dass Systeme sicher sind und sicher sein wollen?

00:23:15: Und dass ein System nicht einem Täter nützt.

00:23:19: Feedback Kultur würde ich am liebsten zweimal nennen weil's so wahnsinnig wichtig ist eine Führungskultur, die federfreundlich ist und trotzdem federvermeidet.

00:23:32: Das ist kein Widerspruch.

00:23:33: also die sozusagen so aufgestellt ist dass sie so professionell ist das wir gute Abläufe haben und gleichzeitig zu wissen hey wenn mal was passiert dann darfst du das sagen?

00:23:47: Dann darfst Du sagen mir da ist mir ein Fehler passiert so.

00:23:51: Also ich finde das gehört zusammen.

00:23:52: ja Feedback-Kultur, Fehlerkultur.

00:23:56: Eine gute Führungskultur also Menschen in Führungen wirklich stark zu machen dann würde ich sagen eine Reflektion über das Thema also das Denkbarmachen des Themas wäre für mich der vierte Punkt dass es geht bei Führungslos aber es geht weiter in jedes Team das denkbare das undenkbare denkbar zu machen.

00:24:17: so würde ich das ausdrücken.

00:24:19: und der fünfte Punkt wäre für dass wir uns klarmachen, Missboss-Täter sind organisiert.

00:24:26: Wir müssen so gut organisiert sein im Kinderschutz, das unsere Organisation besser

00:24:30: ist.".

00:24:32: Und das bedeutet?

00:24:35: Kinderschutzz ist keine Option.

00:24:36: Kinderschurz ist eine sehr klare Verantwortung und damit beenden wir die heutige Folge Und bedanken uns fürs Zuhören, fürs Mitdenken und wenn ihr Rückmeldungen dazu habt.

00:24:49: Wenn ihr selber in den Institutionen arbeitet... ...wenn ihr uns ein Feedback geben wollt darüber, wenn ihr Fragen habt dann nutzt gerne Kommentarspalten.

00:24:58: wir sind vertreten auf Instagram TikTok.

00:25:00: auch darüber kann man sich melden nochmal Fragen stellen eine Rückmeltung geben und wir freuen uns über Feedback.

00:25:07: und wir freuen uns wenn ihr aus der Doppelfolge etwas mitnehmen konntet und sagen bis zum nächsten Mal.

00:25:15: Bis zum nächsten mal,

00:25:34: tschau!

00:25:39: Tschüss!

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