Das perfekte System – Wunschdenken oder echte Perspektive für die Jugendhilfelandschaft?

Shownotes

Wie würde ein perfektes Jugendhilfesystem aussehen? Würde es reichen, unbegrenzte finanzielle Mittel bereitzustellen, mehr Personal einzustellen und Angebote auszubauen? Oder greift diese Vorstellung zu kurz?

In dieser Folge von Kinderschutz im Dialog – Der Systemversteher-Podcast sprechen Alexandra Voß und Carsten Schüler über die Frage, was Kinder, Jugendliche und Familien tatsächlich brauchen, damit Unterstützung wirksam werden kann.

Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf bestehende Strukturen, diskutieren die Grenzen eines rein ressourcenorientierten Denkens und fragen, ob die entscheidenden Lösungen vielleicht an anderer Stelle liegen: in früheren Hilfen, niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten, gelingender Kooperation zwischen Systemen und einer Kommunikation, die Verantwortung nicht verwaltet, sondern gemeinsam trägt.

Eine Folge über Visionen, Realitäten und die Frage, ob das perfekte System vielleicht nicht dort beginnt, wo mehr Geld vorhanden ist, sondern dort, wo Menschen miteinander statt nebeneinander arbeiten.

Transkript anzeigen

00:00:14:

00:00:27: Hallo und herzlich willkommen zurück zu Kinderschutz im Dialog, der Systemversteher-Podcast.

00:00:32: Hi, Carsten!

00:00:35: Wir treffen uns heute.

00:00:37: Sonst haben wir immer Vorbereitung.

00:00:38: Ich sag dir, worum es geht?

00:00:41: Überlegen auch schon mal ein paar Ideen dazu.

00:00:43: Heute hab ich gesagt überraschig dich ein bisschen ... Denn ich möchte heute mit dir reden über das perfekte Jugendhilfesystem und da war ich mir sicher, dass das aus dem FF kommt.

00:00:54: Du traust mir viel zu Alex!

00:00:56: Ich wollte mit dir darüber reden was du glaubst?

00:00:59: Was es braucht um Jugendhilfe zu revolutionieren.

00:01:03: wie ... Kann ein perfektes System aussehen?

00:01:08: Was wären Gelingensfaktoren, was sind vielleicht auch erstmal vordergründige Gelingen Faktoren.

00:01:15: Ich habe in der Vorbereitung mit einer Kollegin gesprochen und mein Ansatz war unendliche Personalressourcen.

00:01:21: Und dann hat die gesagt oblos nicht.

00:01:23: als wir in einem Team von zwei auf drei Mitarbeitenden gewechselt haben Das war erst mal eine Schwierigkeit.

00:01:28: in die Abstimmung zu gehen sich neu einzufinden Neu einzugrufen das war gar nicht so super.

00:01:33: Und das hat mich ins Denken gebracht, als ich gedacht habe.

00:01:35: Das würde ich mit dir diskutieren.

00:01:36: was ist das perfekte Jugendhilfesystem und wie könnte es sein?

00:01:40: Was glaubst du was brauchst?

00:01:42: Tatsächlich fällt mein erster Impuls dazu relativ langweilig aus weil ich sagen würde dass so wie wir Jugendhilfe begreifen leben wir in gar nicht so schlechten Bedingungen.

00:02:02: Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen, ich finde die Bedingungen sind sogar ausgesprochen gut.

00:02:08: Wir machen vieles, finde ich nicht nur richtig sondern wir haben tatsächlich auch mit unseren beiden Hauptjugendämtern also dem örtlichen Träger und unserem Hauptbeleger das ist ja Wilfred und Wuppertal.

00:02:22: Haben wir wirklich zwei Städte an der Seite wo man merkt die wissen was in den Jugendhilfe ist Und die wissen, was zum Beispiel eine Kostensatzverhandlung für eine Auswirkung auf die inhaltliche Arbeit hat.

00:02:35: Das haben ja manche, die jetzt aus dem reinen betriebswirtschaftlichen Bereich kommen, haben das gar nicht so.

00:02:40: Das ist hier anders.

00:02:42: Das heißt sie achten schon sehr oft die Kosten und es müssen wir auch.

00:02:46: Gleichzeitig sind es aber Menschen denen es ganz wichtig ist dass wir eine qualitativ hochwertige Arbeit machen Und die können wir durch eine vernünftige Finanzierung auch tun.

00:02:56: Ich glaube übrigens, dass das volkswirtschaftlich auch sehr sinnvoll ist.

00:02:59: also stationäre Jugendhilfe.

00:03:01: nun mal als Beispiel Das ist ja schon die Feuerwehr.

00:03:04: Also Wir sind ja schon nicht mehr der Brandschutz sondern wir sind hier schon lange Die Feuerwehr und wenn man ihn nicht mehr löschen lässt Ja dann Dann wird es halt richtig teuer.

00:03:13: so und ich glaube Dass das schon auf der Ebene vor Ort wo man mit den Problemen noch zu tun hat viele auch schon verstehen.

00:03:19: So deswegen das wäre für mich schon Mal so Erst dass ich sagen würde, Mann die Bedingungen sind eigentlich gar nicht schlecht.

00:03:26: Und dann gibt es aber ein paar Dinge.

00:03:29: da würde ich immer sagen, die ergeben sich ein bisschen aus der normativen Kraft des Faktischen und da sind manche Sachen schwierig und ich hätte trotzdem keine Idee wie man sie anders machen kann.

00:03:41: also ist eine brillante Idee acht Kinder die alle Schwierigkeiten mit ihrem Verhalten haben in einer Gruppe unterzubringen.

00:03:49: An sich nicht, oder?

00:03:51: Also ich meine an sich ist das keine besonders brillante Idee.

00:03:55: aber fällt mir was besseres ein wie man das organisieren könnte?

00:03:58: auf den ersten Blick erst mal nicht.

00:04:01: Ich könnte natürlich schauen dass man sagt ja ich bring vielleicht nur zwei drei Kinder unter.

00:04:10: Meine Erfahrung ist, das führt jetzt nicht unbedingt dazu.

00:04:12: Dass es besser wird so weil es braucht auch eine gewisse Anzahl von Kindern damit sich sowas wie die Gruppe überhaupt bilden kann und nicht mein gesamtes Verhalten sich auf Erwachsene richtet was ja überhaupt mich gesund ist sondern ist ja auch gesund im Kontext zu sein wo man verhalten sich auch auf ne Peer Group richtet dass ich in einer Gruppe mich bewege und so.

00:04:31: also das löst auch nicht alle Probleme und Personalressourcen sehe ich ganz genauso wie deine Freundin.

00:04:39: Also mehr Personal macht nicht immer eine bessere Arbeit.

00:04:42: Mehr Personal erfordert auch mehr Abstimmung und irgendwann steht man sich auf doof, auf den Füßen rum.

00:04:47: Ich bin zum Beispiel überhaupt kein Freund davon wenn die Fälle immer intensiver werden dass wir das ausschließlich mit mehr Personal beantworten.

00:04:55: Die Entwicklung ist aber tatsächlich so.

00:04:57: also ich will das mal sagen die Entwicklung ist gerade dadurch dass die die Intensität der Belastung so zugenommen hat in letzten Jahren dass wir mit immer mehr Menschen immer weniger Kinder betreuen.

00:05:11: Das ist ja die logische Konsequenz, wenn der Betreuungsschlüssel steigt.

00:05:14: Wir betreuben mit immer mehr Menschen und immer weniger Kindern.

00:05:17: Da ist sich eigentlich eine absolute Entwicklung.

00:05:19: Da würde ich auf gar keinen Fall in die Richtung gehen sagen, hau mal noch mehr rein!

00:05:23: Sondern ich würde eher in die Richtungen gehen zu sagen was braucht es denn um besser zu verstehen zum Beispiel?

00:05:29: Braucht das therapeutische Prozesse?

00:05:32: Brauchte es vielleicht auch Prozisse jenseits von Sprache?

00:05:36: Und da fände ich wird viel spannender, aber ich sehe du möchtest was sagen und ich will jetzt auch nicht die ganze Zeit nur durchreden.

00:05:42: Ich habe gerade gedacht dass du zwei Dinge in meiner Wahrnehmung macht das erstens total in realitäten überlegt hast ich will auch ein bisschen utopisch sein wollen Und das zweite ist nochmal auch sozusagen tatsächlich auch eine beantwortung zu finden.

00:05:55: also auch das würde ich gucken Was kann denn eine tatsächliche lösung sein?

00:06:00: Aber auch zu überlegen was ist denn das was wir uns vorstellen könnten?

00:06:03: weil also ich muss dir ganz ehrlich sagen Natürlich denke ich so, es bräuchte viel mehr Intensivpflegefamilien beispielsweise.

00:06:12: Hochqualifizierte Menschen also am liebsten ja Therapeuten, Berufspädagogen mit wahnsinnig vieler Berufserfahrung die fünf Bauernhöfe gründen, tiergestützte Pädagogik anbieten und dort Kinder begleiten ist eine Utopie.

00:06:26: wo ich glaube das wäre ein tolles Jugendhilfssystem wenn's die mannig faltig gäbe.

00:06:30: Optionen für Kinder die einen anderen Kontakt brauchen war ich gerade, fand ich es ganz spannend.

00:06:37: Weil du gesagt hast naja aber nur an erwachsenen Orientieren ist ja auch nicht die Lösung und dachte so ahja stimmt du hast recht!

00:06:43: Und das sei ein bisschen das was ich heute mit dir machen will.

00:06:45: also noch mal zu überlegen... Was sind solche Ideen

00:06:48: die kommen?

00:06:48: Also ich kann das sagen wir haben das bei uns in der Gruppe im Ahorn wo wir vier Kinder betreuen.

00:06:53: da waren wir Zeitlang auf drei Kindern.

00:06:55: Du hast richtig gemerkt da fehlt eins.

00:06:57: Also das war einfach zu wenig.

00:06:59: Die Probleme, die sich gezeigt haben, wurden plötzlich mehr und nicht weniger.

00:07:02: Es braucht auch eine gewisse Anzahl.

00:07:04: Und übrigens – auch das dürfen wir nicht vergessen – viele der Kinder, die wir begleiten, haben so viel Bedrohliches in Familien ähnlichen Settings erlebt dass ein Familie ähnliche Setting und wenn es noch so idyllisch auf einem Bauernhof wäre, viel zu bedrohlich ist.

00:07:20: erstens und zweitens ersetzt eine Bindungskompetenz voraus, die viele Kinder leider gar nicht mehr mitbringen.

00:07:26: Also das heißt ... Die Bindung, die du eingehst und die Bindungserwartung, die Du wenn auch nicht ausformuliert zum Ausdruck bringst überfordert viele Kinder.

00:07:39: Das ist übrigens der Grund warum viele, viele Kindern- und Jugendhilfe-Karrieren im negativen Sinne beginnen mit so Ideen wie Pflegefamilie.

00:07:52: Noch eine Pflegefamilie hat nicht geklappt.

00:07:55: Dann vielleicht ne Profifamilien ging irgendwie auch nicht gut, dann kam die erste Psychiatrie... ...dann kommen die ersten intensivpädagogischen Wohngruppen und so.

00:08:03: Aber da schon so viel mal der Eindruck beim Kind entstanden, ich bin nicht gut genug!

00:08:09: Ich war es nicht wert, dass ich denke, das gilt wirklich zu vermeiden.

00:08:14: Und ich weiß letztes Mal schonmal erwähnt, er finde ich für einen Diagnostiker in Deutschland den Klaus Goldmann, der das Kid in Düsseldorf geleitet hat, der immer gesagt hatte Und da schätzt es nicht, was das für eine Bindungserwartung ist in einer Pflegefamilie.

00:08:28: Damit sind viele Kinder überfordert.

00:08:30: so und auch das muss man sich klarmachen.

00:08:33: Ich finde tatsächlich so ne perfekte Landschaft.

00:08:36: die fängt für mich mit ganz einfachen langweiligen Sachen an.

00:08:39: Die beginnt zum Beispiel damit dass Hilfen frühzeitig beginnen.

00:08:44: Was bedeutet für dich früh?

00:08:46: Dass ich nicht immer erst das günstigste mache Weil weil ich denke ja damit ... versuche ich es erst mal, sondern dass sich so früh wie möglich die sinnvollste Hilfe... ... mache.

00:08:59: Also das kann manchmal richtig sein sehr frühzeitig eine stationäre Unterbringung zu machen,... ...die aber vielleicht nach anderthalb Jahren endet.

00:09:07: und dann kann ich eine Rückführung in ein Familiensystem machen... ...und dann bleibt das Kind vielleicht in den nächsten... ...fünfzehn Jahre auch da.

00:09:13: also das ist durchaus denkbar nicht immer ne?

00:09:16: Also definitiv der Subsidiaritätsgedanke beginnt ja auch mit der am wenigsten einsteinssten Hilfeform.

00:09:23: Aber nicht immer ist das die richtige, also wirklich passgenau zu gucken was braucht denn das Kind?

00:09:27: Was braucht der Jugendliche?

00:09:28: und es fängt im Kindergarten an.

00:09:30: Und da sind wir vielleicht beim nächsten Punkt wo ich denke dass müsste einen Kindern-Jugendhilfesystem in meiner Utopieleisten.

00:09:37: Regelsysteme müssten ganz anders im Austausch stehen Also den Profis der Hilfen zur Erziehung Nicht nur mit dem Berufsgruppen.

00:09:45: Ja also mein Augen Wenn du jetzt eine Kita hättest und das stellst du den Sozialarbeiter ein in der Kita, der irgendwie dafür da ist sich um besondere Problemlagen zu kümmern.

00:09:55: Ich glaube es wird gar nicht funktionieren weil er im gleichen System atmen würde.

00:10:00: Da würde gar nichts Neues hinzukommen wenn aber ich einen Mitarbeiter aus meiner Tagesgruppe für denen die Krise zum Alltag gehört.

00:10:08: Der Riesenkraft des Verhalten kennt und der kennt es gar nicht anders ja?

00:10:15: jetzt in einen Kindergarten gehen würde.

00:10:17: Mit zehn Stunden die Woche oder von mir aus mit einer halben Stelle bei den großen Kindern, was auch immer – da würde sich etwas verändern!

00:10:25: Also wenn wir sozusagen mit unserer Kompetenz-Regelsysteme unterstützen dann glaube ich, wären wir durchaus in der Lage dass manche Hilfe vielleicht gar nicht entstehen würde.

00:10:35: Solange wir uns von der Hybris lösen das in dem Moment wo ich Prävention leiste immer sofort die Intervention weniger wird.

00:10:43: Das ist natürlich Quatsch, also keiner kommt auf die Idee die Feuerwehr abzuschaffen weil man Brandschutz einführt.

00:10:48: Also auch im aktuellen Referentenentwurf übrigens kann ich nur sagen wer das geschrieben hat wirklich keine Ahnung von der Realität.

00:10:56: Das es eine Katastrophe das kann eine eigene Folge füllen ehrlich gesagt sich darüber auszutauschen...

00:11:01: Aber trotzdem aber die Grundidee!

00:11:03: Die Grundidea ist ja nicht verkehrt.

00:11:07: bringt euch doch als Kinder- und Jugendhilfeträger in den Sozialraum ein.

00:11:10: Dies ist ja nicht falsch, nur wenn man das immer direkt tut um irgendwie Geld zu sparen, dann wird es sich niemals funktionieren.

00:11:17: aber dass wir uns damit einbringen sollten der Meinung bin ich sehr wohl.

00:11:21: also Ich habe schon anfangen gehabt.

00:11:23: ob wir noch eine Tagesgruppe für Kindergartenkinder eröffnen weigere ich mich standhaft.

00:11:28: Also wir können auch nicht im Kindergaten schon explodieren nicht ernsthaft, sondern wir müssten doch im Kindergarten wirklich mit allem was uns zur Verfügung steht dafür sorgen dass wir als Experten für besondere Problemlagen Kindergärten unterstützen.

00:11:43: Ich würde das immer anbieten und übrigens in einigen Städten tun wir es auch schon und das würde ich gerne ausbauen und sagen hey!

00:11:50: Wir sind als Partner an eurer Seite für besonderen Problemlagen.

00:11:53: Wir gehen in eure Kitas, wir gehen in unsere Schulen und wir unterstützen euch da

00:11:57: in der Idee einer Fachberatung sozusagen zu sagen, wir sind euer beratender Partner an der Seite.

00:12:02: Ich

00:12:02: würde noch einen Schritt weitergehen.

00:12:04: ich würde wirklich sagen das kann beides sein.

00:12:06: es kann die Aktivierung oder die Unterstützung von Fachkräften sein das können auch erste Interventionen sein.

00:12:11: also zu sagen war dass mit dem Markt das läuft ist echt schwierig.

00:12:17: Wir haben Bauchschmerzen.

00:12:18: was wie reden wir denn mit der Mutter?

00:12:20: Wir haben das noch nie gemacht Ist ja nicht selten das habe ich wirklich noch nie.

00:12:27: Unser Herr irgendwas wird es keinen Namen nennen, nicht dass es dem wirklich gibt.

00:12:32: Und er sagt ja mal jeden Tag ist kein Ding, ich rede mit der Mutter und dann macht er das mit einer Berufserfahrung von fünfzehn-zwanzig Jahren mit belasteten Familienverhältnissen zu reden und dann redet er mit einer Mutter natürlich ganz anders als jemanden, der das zum ersten Mal gemacht hat.

00:12:48: Also auch da könnte ich mir durchaus auch pädagogische Intervention vorstellen.

00:12:51: Elternarbeit, auch manchmal vielleicht mal eine Konfliktbewältigung zwischen Kindern oder auch mal mit einer Anzahl von Kindern die jetzt vielleicht gibt es ja nicht nur einen sondern sehr wahrscheinlich vielleicht auch drei vier fünf wo man das Gefühl ist jetzt gerade schwierig dass der Mann sich überlegt was man machen kann alles mit der Erfahrung von Menschen die sich im Hilfen zur Erziehung auskennen.

00:13:15: also da könnte Ich mir eine Menge vorstellen.

00:13:18: Ich fasse einmal kurz zusammen.

00:13:20: Also quasi die Idee, wie es aktuell ist in der Situation wenn Prozesse ans Familiengericht gehen dann ist ja immer die Frage sind alle milderen Mittel ausgeschöpft sich davon ein bisschen zu lösen und zu fragen haben wir die Sinnhaftesten Mittel ausgeschöpft.

00:13:36: Also gar nicht zu fragen, was ist das mildere?

00:13:38: Im Bezug eben du sagtest früher beispielsweise eine stationäre Maßnahme einzusteigen und dafür aber Rückführung möglich machen zu können mit einem guten Rückführungsmanagement, guten Übergängen die zu gestalten und dadurch Kernfamilien erhalten dazu arbeiten als es quasi jetzt ist Als ersten Punkt und der zweite Punkt quasi des Vernetzen von Systemen noch mal viel deutlicher zu verstärken.

00:14:02: Sind das die beiden Punkte, sag ich jetzt mal zusammengefasst richtig verstanden?

00:14:06: Genau!

00:14:07: Ich würde es nochmal in zwei Sätzen schärfen.

00:14:09: Oft ist natürlich das mildeste Mittel auch das sinnhafteste Mittel aber eben nicht immer.

00:14:16: und dann könnte es auch mal anders sein und das sollte im Zentrum stehen was ist das Sinnhafteste mittel um eine gute Entwicklung, gute Aufwachsbedingungen für dieses Kind jetzt zu kreieren?

00:14:25: rechtzeitig sehr frühzeitig.

00:14:27: Und ich bin nicht sicher, ob es immer um das mildeste Mittel geht oder ob's nicht faktisch um das günstigste... wirtschaftlich günstige Mittel geht.

00:14:35: Und da will ich mal definitiv sagen, dass ist nun nicht immer das Allerbeste.

00:14:39: Manchmal auch da schon?

00:14:41: Kann sich doppeln meinst du?

00:14:42: Kann dich

00:14:43: doppeln aber nicht immer!

00:14:44: Sondern es gibt manchmal Situationen, da sind... Da ist eben gut die Tagesgruppe und vielleicht nochmal sechs Fachleistungsstunden für die Familie ... oder zehnfachtigste Leistungsstunden, um die Familie intensiv zu unterstützen.

00:14:57: Und dafür ist eine Hilfe dann vielleicht auch deutlich kürzer.

00:15:00: Aber das funktioniert nur wenn ich rechtzeitig ansetzte.

00:15:03: Mit einem fünfzehnjährigen der schon keine Ahnung seit seinem fünften Lebensjahr bewusst wahrnimmt... ...dass er nichts kann also dass ihm gespiegelt wird du kannst nix und du bist nix.... die Kinder und Jugendlichen für die Welt retten, ja das funktioniert in den seltensten Fällen.

00:15:20: Und selbst da sind wir manchmal gar nicht so unerfolgreich.

00:15:22: aber mal ganz ehrlich dass ist jetzt finde ich nicht so richtig sinnvoll sondern da wäre es doch viel viel sinnvoller frühzeitig anzufangen.

00:15:29: also ja genau so würde ich das beschreiben das sinnvollste Mittel so früh wie möglich und das zweite das Vernetzen der Hilfen zur Erziehung mit Regelleistungen, so würde Und wir haben viele Regelleistungen.

00:15:47: Das kann das sein, was ich gerade gesagt habe.

00:15:48: Kita-Schulen in meinen Augen auch Kinderärzte sein übrigens?

00:15:53: Also dass Kinderärzter Beratungen in Anspruch nehmen könnten aus dem Bereich der Kinder und Jugendhilfen könnte eine Menge bewirken.

00:16:00: Kannst du ein Beispiel machen für eine Situation, in der diese Beratung dann stattfinden könnte?

00:16:04: weil ich sage mal bei der klassischen Impfung jetzt vielleicht nicht unbedingt der Schürfwunder am Knie, Halsnasen, Ohren schnupfen.

00:16:14: Beim Kleinkind stelle ich mir jetzt ehrlich gesagt eine Beratungsfunktion durch Profis aus unserem Setting nicht unbedingt vor.

00:16:21: Wir fahren mal mit den ganz offensichtlichen Sachen an.

00:16:23: wir haben immer noch Kinderärzte die ohne Überweisung in den Psychiater Ritalin verschreiben.

00:16:29: Das kommt immer noch vor.

00:16:30: halt das halte ich.

00:16:32: mal ist es offensichtlich dass das keine gute Idee ist so und sich da mal eine Berätung vorzuholen.

00:16:37: aber Ich glaube, dass auch in einem Impfkontext oder im Kontext von U, also den Untersuchungen die regelhaft stattfinden um die altersentsprechende Entwicklung einzuschätzen immer mal wieder Dinge auffallen wo Kinderärzte wahrscheinlich Fragen haben.

00:16:57: Aber wo bleiben sie mit ihren Fragen?

00:16:59: Also da kommt der nächste Patient und dann geht es halt weiter.

00:17:02: was sollen die auch machen?

00:17:04: aber wenn man wüsste also wenn da regelmäßig es einen Austausch gäbe.

00:17:09: Natürlich muss man wieder gucken, dass das mit dem Datenschutz auch gewährleistet ist und so.

00:17:13: Aber natürlich wäre das eine gute Möglichkeit dann mal zu gucken, ich habe ein komisches Gefühl gehabt.

00:17:18: Ich meine wie es bei uns ging und gebe es ja.

00:17:20: Jemand hat ein komisches Gefühl und sagt, ich brauche mal ne Beratung.

00:17:23: Ist bei uns Teil der Acht-Aberatungen.

00:17:25: Das beginnt mit den komischen Gefühlen und konkretisiert sich entweder oder das komische Gefühl verschwindet weil man chinesisch... oder Deutsch, oder irgendeine andere Küche gegessen hat die aber nicht gut vertragen hat.

00:17:39: Aber manchmal erhärtet es sich eben auch und dann erhärtete es sich deswegen weil man feststellt ah dieses komische Bauchgefühl hatten konkreten Hintergrund so Und das wäre doch durchaus denkbar dass man sowas was bei uns zur Regel gehört also ist ja Das weißt du am besten Es ist bei uns regelhaft im Alltag verwurzelt wenn man sich vorstellt dass Kinder Ärzte diese Möglichkeit hätten Kinderärzte, die wahrscheinlich diejenigen sind.

00:18:07: Ich würde sagen fast alle Kinder sehen aber doch eine ganz große Anzahl von Kindern sehen.

00:18:15: Die meisten!

00:18:15: Ja ich mein klar auch.

00:18:17: das würde übrigens damit zu dieses Thema Utopie.

00:18:21: vielleicht ist für mich nicht nur Ponyhof, ich würde durchaus damit machen, dass es mir umbeliebt.

00:18:27: jetzt aber ich würde gehört durchaus zu denen die sagen also wenn du deinen Kind nicht zu den regularen US-Schicks.

00:18:36: Und das immer komplett folgenlos bleibt, halte ich es für

00:18:40: Fehler.".

00:18:41: Jetzt kann man die andere Seite betrachten... Ich habe das in einer der vorigen Folgen schon erwähnt, meinen beruflichen Hintergrund im Jugendamt.

00:18:47: und grundsätzlich ist es schon so dass wenn Untersuchungen nicht gemacht werden, es eine Information an die zuständigen Sozialdienste und allgemeinen Sozialdienstes gibt.

00:18:58: also damit kurz die Lanze brechen sie kriegen zumindest eine Information!

00:19:03: Und müssen dann versuchen, es im Rahmen von Brandschutz und Feuerwehr einzusortieren.

00:19:09: Und zu sagen wie können wir's bearbeiten?

00:19:12: Erzähl mal ganz konkret weil mich interessiert ist und was weiß ich auch darüber.

00:19:15: aber jetzt kommt eine Arzt die war nicht da und jetzt

00:19:19: Also selten meldet sich der arzt sondern es gibt eine information darüber dass Die u-Untersuchung nicht erfolgt ist.

00:19:25: das wird ja erfasst und diese Information landet in bsd.

00:19:30: Und dann war es zu meiner Zeit.

00:19:32: Ich bin jetzt auch schon eine Weile nicht mehr im Jugendamt, also Veränderungen will ich mal hier nicht mit besprechen weil die kann ich nicht mehr beurteilen.

00:19:39: aber zu meinerzeit war es so dass dann schon geguckt worden ist.

00:19:42: haben wir so eine Information beispielsweise schon Mal?

00:19:45: Ist das ne Erstinformation?

00:19:47: Also weil auch dir und mir gehen Termine dadurch Auch eine Untersuchung, also bei uns steht jetzt bald wieder einer an.

00:19:53: Gut dass wir darüber sprechen, sage ich da nur zu gucken und diese Informationen passieren manchmal je nachdem wie schnell die Praxen das auch pflegen.

00:20:02: wenn ein Termin von nachts oder zwei Wochen dieses Zeitraster überschreitet Und dann ist eingetragen hat nicht stattgefunden und dann wird ihr vielleicht nachgeholt Dann sind manche Sachen obsolet und daher erfolgt natürlich auch ein bisschen ehrlich gesagt der Umgang damit und die Bewertungen.

00:20:19: aber Bei uns im BSD war es schon so, dass dann geguckt worden ist.

00:20:23: Ist das eine erste Information, die wir darüber halten?

00:20:27: Gab es diese Informationen schon einmal und ist die Familie beispielsweise bekannt?

00:20:32: Ist es ein Baustein in unserer Gesamtschau zu sagen wie ist die Versorgungslage dieses Kindes?

00:20:37: Aber

00:20:38: nehmen wir mal an, das ist jetzt kein Bausteinn in einer größeren Geschichte aber es ist eben nicht das Erste Mal.

00:20:45: Es ist jetzt schon häufiger vorgekommen dass die US nicht wahrgenommen worden sind.

00:20:51: Was passiert denn dann?

00:20:52: Also ich habe das so gehandhabt in meiner Tätigkeit schon auch zu sehen, es ist ein Teil der Gesundheitsfürsorge und dann Eltern einzuladen und zu sagen Ich würde gern verstehen wie kommt es dazu Dass das nicht stattgefunden hat manchmal das total praktische

00:21:08: Wenn man die einlädt

00:21:10: Dann kann ich immer noch hinfahren und klingeln und mal sagen hallo ich hatte ihn post geschickt.

00:21:14: Ich glaub, Sie haben das versäumt.

00:21:16: Ich kann noch mal einen Brief schreiben und vorbeikommen ... Glaubst du es gibt?

00:21:19: ... ich schmeiß eine Visitenkarte ein.

00:21:21: Glaub's, da gibt man Sourcen

00:21:22: dafür, das zu tun?

00:21:24: Jetzt aktuell in der aktuellen Belastungslage den Jugendämter ausgesetzt sind.

00:21:30: Ganz begrenzt.

00:21:31: Es kommt sicher auch auf die Städte an, die Einwohner zahlen.

00:21:33: Ich bleibe mal in unserem Kosmos.

00:21:36: In unserem näheren Kosmos ist das ... nahezu unmöglich, das stimmt auf jeden Fall.

00:21:43: Also ich

00:21:43: drück's mal so aus!

00:21:44: Ich finde es sollte nicht freiwillig sein ob man seinem Kind einem Arzt vorstellt um zu gucken wie ist die Entwicklung des Kindes?

00:21:53: Weil das betrifft ja das Kind und nicht den Erwachsenen und ich finde sollte der Oppo des Erwachsen unterliegen ob man das tut oder nicht.

00:22:01: und wenn das... Und ich glaube darüber sind sich sogar noch alle einig.

00:22:04: und dann müsste aber echt die logische Frage dann sein und welche Konsequenzen hat das eigentlich.

00:22:11: Und da finde ich schon, dass allein auf dem BSD abzuwälzen und zu sagen, ja dann müsst ihr euch mal irgendwie kümmern mit euren eh schon relativ beschränkten Ressourcen aber seht mal zu... Ihr macht das schon!

00:22:22: Ich drücke euch die Daumen Das ist mir zu wenig.

00:22:24: Also so Da gäbe es auch andere Möglichkeiten.

00:22:28: Aber

00:22:28: Kasten, an der Stelle macht das noch mal deutlich.

00:22:31: also alle die uns zuhören haben vielleicht auch unsere Sonderfolge gehört die raus gekommen ist zum Grundgesetz und den damit verankerten Kinderrechten beispielsweise.

00:22:43: wenn wir jetzt schauen würden mit aus der Perspektive Es ist ein Recht des Kindes diese Versorgung zu haben dann hätte es vielleicht auch einen anderen Wert.

00:22:51: und da schließt sich der Kreis weil Es geht in erster Stelle nicht um Kinderrechte.

00:22:55: Habe

00:22:55: ich Anspruch auf Kindergeld, wenn ich mit meinem Kind nichts zu nahe ugehe?

00:23:01: Also, das ist auch mal provokant zu sagen!

00:23:03: Ich kann nicht Leistungen anspruchen nehmen und dann kümmere ich mich um die elementarsten Dinge, die die Entwicklung meines Kindes betreffen.

00:23:13: Die Selbstverständlichkeit, mit der wir das tun, fühle ich manchmal bemerkenswert.

00:23:19: definitiv erforderlich, ob das dann so radikal sein muss wie ich es jetzt angedeutet habe.

00:23:24: Aber ich finde da muss man sich mal gelangt machen und das geht so nicht.

00:23:27: Und ich finde das ist doch eigentlich ein großartiges Instrument.

00:23:30: ja alle Kinder werden regelmäßig gesehen von einem Arzt und man kann sich das anschauen.

00:23:35: Wie ist die Entwicklung?

00:23:36: Wie is' die Spracheentwicklung?

00:23:37: Wie's die körperliche Entwicklung?

00:23:39: bisschen dazu, dass die Kinder sich ja da auch zeigen.

00:23:41: Man sehen würde übrigens ob es zum Beispiel Verletzungen gibt.

00:23:46: wie oft haben wir das?

00:23:47: Dass wir in ambulanten Hilfen feststellen.

00:23:49: Es gibt bis zu zehn, fünfzehn alte Knochenbrüche Meinen man muss sich das Mathürium mal vorstellen durch dass Kinder da schon gegangen sind und es ist noch niemanden aufgefallen.

00:23:59: echt jetzt?

00:24:00: Da habe ich wirklich der Meinung Auch das gehört für mich zu Kindler- und Jugendhilfe und zu einer vernünftigen Erziehungshilfe dass wir das im Vorfeld bevor es dazu kommt, nicht alles dem Belieben von Erwachsenen überlassen.

00:24:13: Und wenn wir jetzt zurückgucken auf was wir heute in der Folge machen, nämlich zu überlegen, was wäre ein richtig super gutes Jugendhilfesystem?

00:24:21: wäre es quasi also denkbar zu sagen, wir brauchen eine Erweiterung der Angebote.

00:24:25: Zum Beispiel Sozialarbeiter die in Trägern arbeiten, die sich genau mit diesen Bereichen beschäftigen – also mit der Gesundheitsfürsorge und mit der Umsetzung dieser basalen Themen, die das nur als Job haben?

00:24:39: Zum Beispiel aber auch da wieder ich würde immer nie was Neues aufbauen, sondern ich würde mal regelreste Systeme, die es schon gibt und die ja gut etablierts in Gesellschaften wie zum Beispiel Kinderärzte in Verbindung bringen damit.

00:24:50: Ja, würde sozusagen das unterstützen durch Sozialarbeiterinnen die sich eben schon gut in den Thematiken auskennen so?

00:24:58: Würde in der praktischen Umsetzung quasi bedeuten dem Kinderarzt fällt auf durch die Dokumentation hier ist ein Kind nicht zur Untersuchung gekommen.

00:25:05: ich rufe meinen kooperierenden Sozialarbeiter an kann dem Bescheid gehen und da Geht direkt quasi ein Prozess der Beratung begleitungslos, des Aufsuchenden auch zu sagen.

00:25:16: Wir gehen in Kontakt mit der Familie und sagen hey uns ist aufgefallen also das auch ein bisschen wegzuverlagern von der Aufgabe der BSD.

00:25:23: wir haben es eben schon gesagt die Ressourcen sind begrenzt die Aufträge mannigfaltig.

00:25:28: Das ist auch schwierig zu händeln muss ich dir ganz ehrlich sagen.

00:25:31: Die Familien Fallzahlen Belastungen die auf eine Fallführung kommen die sind Wahnsinn mal ab von Vertretungen unbesetzten Bezirken und so weiter, die das Aufgabenkontingent einfach auch sprengen.

00:25:46: Aber es könnte beispielsweise dann so eine Kooperation sein, die dann ein Wirksamwerden von Sozialarbeiterprofis in aufsuchender Form direkt

00:25:54: inkludiert ist?

00:25:56: Ja wo auch immer das angesiedelt ist, das bräuchte auf jeden Fall zusätzlicher Ressorts definitiv sonst würde das nicht funktionieren.

00:26:02: Das ist für mich ganz entscheidender Punkt.

00:26:05: also Da würde ja Rechtszeitigkeit beginnen.

00:26:08: Ich meine, wann finden die?

00:26:10: Die EU findet im Krankenhaus statt und danach sind ja ich glaube die zweite auch noch mit der Entlassung.

00:26:16: Je nachdem wenn man nach Hause geht Geburtshaushentbindung und so.

00:26:19: Also es gibt verschiedene Modelle.

00:26:20: aber spätestens die dritte und da sind die Kinder nicht besonders alt dann findet beim Kinderarzt statt.

00:26:26: also ich sage mal das stärken der Regelleistungen Aber eben nicht indem man nur die Regelleistung, Regelleistungen sein lässt und das stärkste Regelleistungs durch die Profis der AZE Träger oder der AZD erfahrenen Menschen.

00:26:40: Das wäre ja super weil du brauchst natürlich extrem wachsam erfahrene Menschen sonst nützt dir jetzt alles nichts.

00:26:47: also wird man da wieder einfach losgelöst von irgendwelchen bestehenden Strukturen irgendwelche Sozialarbeiterstellen schaffen.

00:26:53: es bringt gar nicht so sondern du brauchtest das angegliedert an richtig richtig gute bestehende Systeme.

00:26:59: dann dann könnte mein Augen-Schule aus werden, das könnte funktionieren.

00:27:04: Und wenn wir jetzt sagen... Wir haben überlegt wo sollt es beginnen?

00:27:09: Was sind Optionen?

00:27:10: wie könnte es gut sein und wenn wir hier sitzen in einem netten schönen Büro und mal die optimale Gruppe kreieren würden?

00:27:20: Das erste was mir dazu einfällt ist sie wäre bestückt mit Menschen die allesamt Wissen des Erstens, Beziehungsorientierung des A und O ist der Arbeit die ich mache.

00:27:38: Das Glück haben wir dass das gar nicht gar keine Utopie ist sondern dass das bei uns in vielen Systemen wirklich schon erfeilt ist aber es eben auch nicht selbstverständlich dass da Menschen sitzen die sagen Ich bringe mich als Mensch ein In eine Beziehung gestaltung mit einem Kind mit einem Jugendlichen Und in dieser Beziehungen versuche ich wirksam zu werden Versuche ich wirksam zu werden, versuche Wachstum zu generieren.

00:28:00: Versuche vielleicht sogar aufzurichten, heilsam zu sein... So!

00:28:05: Das ist mal das erste?

00:28:06: Dann wären dort Menschen.

00:28:08: also da sind wir ganz am Anfang eines lernen Weges die vielleicht verstanden haben dass Sprache oft total überschätzt wird.

00:28:17: Also wir Pädagogen, wir denken immer wir können alles bereden.

00:28:22: Dass man über alles reden kann stimmt ja auch so Aber es ist nicht immer das Mittel der Wahl.

00:28:29: Ich finde, es gibt so viele andere wirksame, heilsame Dinge für Kinder und Jugendliche außerhalb von Sprache.

00:28:37: Und ich glaube übrigens, dass sich viele, viele Kinder- und Jugendlichen das auch wünschen würden, dass Erwachsene nicht immer nur die Tendenz haben zu reden und zu reden noch mal zu reden, sondern manchmal ist Bewegung das Richtige.

00:28:49: Manchmal ist gemeinsam kreativ sein das Richtigen.

00:28:53: Wir wissen einfach über die Neurobiologie mittlerweile so viel darüber, wie wir auch gerade Kinder, die Traumatisierung erlebt haben.

00:29:03: Die aus Traumakontexten kommen.

00:29:05: Wie wichtig da Intervention sind, die fernab des sprachlichen Raums stattfinden.

00:29:10: und das wäre für mich eine große Utopie, dass wir darüber nicht nur mehr wissen sondern dass das regelhaft zum tragen kommt, dass umgehen, die wirklich absolut up to date sind.

00:29:25: Die den neuesten Erkenntnis der Neurobiologie kennen und sich mit biochemischen Ausschüttungen beschäftigen und wissen was passiert biochemisch im Körper?

00:29:34: Die wissen welche Gehirnareale sind eigentlich wann wie aktiv.

00:29:37: das muss ich jeder einzeln wie einer Doktor aber beschreiben können.

00:29:40: Aber er müsste wissen welcher Auswirkung hat es auf meinen Handeln!

00:29:43: Und da finde ich geht eine ganze Menge wobei wir tatsächlich gerade ungesprächs sind.

00:29:48: also gehen da in die ersten Ideen rein.

00:29:53: Und ich sage mal so ein Beispiel dafür, was ich interessant fand weil ich das neulich gehört habe.

00:29:58: Das kann manchmal auch bedeuten Kinder und Jugendliche ganz anders in die Verantwortung zu nehmen.

00:30:03: Jeder Diabetiker weiß... Ich muss etwas tun damit ich nicht in einen diabeteschen Schock schlimmstenfalls komme.

00:30:15: Und das kann ich nur dann machen, in dem Moment wo es mir gut geht.

00:30:19: Also in den Momenten wo's mir gutgeht... ...kann ich dafür sorgen, kann ich gucken was ich esse?

00:30:24: Kann ich dafür sagen dass die Insulinzufuhr gut eingestellt ist, dass es mir hilft.

00:30:30: Ich muss es aber im Blick haben.

00:30:32: also ich verlange der ganze Menge damit es mir so gut geht weil wenn ich in der Krise bin also wenn sozusagen das kippt Boah, dann müssen Ärzte kommen und dann muss mir geholfen werden.

00:30:45: Das ist auch gut so, dass das passiert.

00:30:46: Aber ich kann vorher eine ganze Menge dafür tun, dass es nicht passiert.

00:30:49: Ehrlich gesagt gilt das auch für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

00:30:55: Wir können Kindern und Jugendlichen im Sinne von Selbstwirksamkeit eine ganze menge beibringen von Dingen die sie tun können damit sie zum Beispiel nicht in einen dissoziativen Zustand kommen.

00:31:06: Da gibt es mittlerweile viel, was man tun kann.

00:31:09: Kann man sagen, er ist aber voll ungerecht weil die haben schon soviel Miss erlebt und die haben sich auch noch anstrengend.

00:31:17: Und meine Antwort darauf wäre, weil sie sich dann selbst wirksam erleben können.

00:31:23: Ich finde das immer besser als ausschließlich zu erleben dass da Erwachsene sind, die mir helfen.

00:31:28: Das ist eine wichtige Erfahrung

00:31:30: Die Kombination.

00:31:32: Genau, die Kombination wäre ein Traum zu wissen aber ich kann auch selber eine Menge tun und ich bin damit wirksam.

00:31:38: Und da zum Beispiel sind das sind ausschließlich Dinge die haben gar nichts mit oder wenig mit Sprache zu tun.

00:31:45: Also ein bisschen Hilfe zur Selbsthilfe?

00:31:47: Ja

00:31:47: definitiv

00:31:48: Okay Ich fasse zusammen.

00:31:50: Wir haben Gruppen die eine perfekte... oder mit dem Begriff muss man vorsichtig sein So wie wir sie bauen würden ohne Grenzen, sage ich jetzt mal.

00:32:00: Wäre eine Gruppe die aus Mitarbeitenden besteht, die eine klare Idee davon haben das Bindung und Beziehung des A und O meiner Arbeit ist... eine breite Aufstellung von Handlungsmöglichkeiten haben und wissen, dass nicht nur Sprache ein Teil von pädagogischer Begleitung ist.

00:32:22: Also einen Ressourcenpaket, ein Handlungsspektrum von dem wie sie Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit – das ist Punkt drei – unterstützen und stärken.

00:32:33: und eben diesen dritten Punkt, das was gerade gesagt ist Hilfe zur Selbsthilfe den Kindern Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und die erleben erproben umsetzen und erfahren zu dürfen.

00:32:44: Das sind deine Top drei?

00:32:45: Also naja, du hast mich ja damit überrascht dass ich spontan darauf reagiere.

00:32:51: von der sind es die ersten Dinge die mir einfallen.

00:32:53: das könnte auch sein dass beim nachdenken wir auch noch Punkte kommen und dann vielleicht sich zwischen top vier oder top drei was verschiebt.

00:32:59: aber am groben Jahr.

00:33:00: das sind wichtige dinge und nicht glaube Luke Perry hat das mal geschrieben in einem seiner Bücher.

00:33:05: die kann man übrigens sehr empfehlen in dem Zusammenhang.

00:33:10: Also, dass man Beziehungsgestaltung... Das ist ja erst mal so ein ganz allgemeiner Begriff.

00:33:15: Aber ich würde den noch viel enger fassen und würd sagen.

00:33:18: es geht um Mitgefühl.

00:33:20: also es geht tatsächlich selbst in ganz schwierigen therapeutischen Beziehungen auch.

00:33:26: Es geht wirklich um sowas wie Mitgefühle.

00:33:29: Ich finde mit Gefühl geht über Empathie hinaus.

00:33:31: Also ich gebe mich mit fühlend In eine Beziehung Und manchmal Genau das, was Kindern und Jugendlichen fehlt.

00:33:43: Perry beschreibt in einem seiner Bücher ... Das habe ich total beeindruckt.

00:33:46: Es ist schon ein bisschen her, dass ich das gelesen hab.

00:33:50: Ich versuch es trotzdem mal herzuleiten.

00:33:52: Er schreibt von einem Mädchen die sehr jung noch ist, vielleicht vier Jahre alt... Und die extrem abnimmt.

00:34:02: Und zwar so abnimmend, dass es lebensbedrohlich ist.

00:34:05: Sie ist an der Krankenhaus sozusagen im einen Bereich der sich darauf auch spezialisiert hat.

00:34:11: Und ihr wird über eine Infusion Nahrung und Kalorien zugeführt, aber sie verliert die immer wieder.

00:34:19: Die Ärzte können nicht erklären warum das passiert.

00:34:22: Aber Fakt ist, sie nimmt immer mehr ab!

00:34:25: Dann gibt es schon die ersten Ideen darüber wie das jetzt passieren kann.

00:34:28: So weil spätestens wenn du es in der Infusion bekommst... Wie soll das passieren?

00:34:34: Man hat dann vermutet dass Sie heimlich abgenommen hat oder dann doch es sowas wie eine ganz frühkindliche Anorexie gibt.

00:34:42: Damit hat sich dann ein Arzt versucht zu profilieren, damit dass er die dann entdeckt hat übrigens nicht vorhandene frühkindlichen Anorexy.

00:34:49: Das heißt sie doch irgendwie ist heimlig geschafft hat das Essen wieder loszuwerden und so.

00:34:53: aber alles.

00:34:54: das war nicht der Fall.

00:34:54: Das konnte man hinterher auch nachweisen.

00:34:56: Es hat alles nicht passiert und trotzdem dieses Kind wäre fast verhungert obwohl sie reichlich Nahrung zugeführt bekommen hat.

00:35:03: Und Perry ist auf die Idee gekommen, dieses Kind, also Perrys Arzt und hat diese ärztliche Verantwortung auch übernommen und hat dieses Kind in eine, sagen wir mal, eine Pflegestelle gegeben, also in den USA und hat die zu einer ganz tollen, wie sie so beschrieben wird, wirklich ganz tollen unfassbar mitfühlenden empathischen Mama gegeben.

00:35:32: Also so und diese Mama hat dieses Kind angefangen wieder in den Arm zu nehmen, das Kind auf dem Schoß gewogen also nicht im Sinne von wie viel siehst du sondern hin und her gewogen ja?

00:35:44: Und hat wieder Kontakt hergestellt oder Beziehung hergestellt.

00:35:48: hochgradig gefährlich weil alle gesagt haben Perry passt auch wenn die noch ein paar Gramm verliert dann war es das mit der.

00:35:53: Das Gegenteil ist passiert.

00:35:54: Dieses Kind hat wieder angefangen zuzunehmen Und die Ärzte, die reinkörperlich geschaut haben waren hochgradig erstaunt.

00:36:01: Aber letztendlich ist dieses Kind verhungert.

00:36:05: also das emotionale Verhungern hat zu einem tatsächlichen Stoffwechsel generierten Verhungen gefüllt und ich sage mal dass Zuführen von Mitgefühl Empathie Einfühlung übrigens auch in dem Fall körperlicher Berührung hat dazu geführt, dass dieses Kind wieder zugenommen hat und lebt mittlerweile relativ gesund und zufrieden.

00:36:27: Und ich finde es ist so ein schönes Beispiel dafür wie wichtig das ist, dass wir uns wirklich mit all dem was wir zur Verfügung haben einbringen in Prozesse und das Pädagogik ja, dass das einen eigenen geradezu heilenden Wert hat.

00:36:43: Dem will ich gar nichts mehr hinzufügen.

00:36:45: Danke dafür!

00:36:48: Bis zum nächsten Mal!

00:37:02: Im Dialog, der Systemversteher

00:37:06: Podcast

00:37:08: mit Carsten Schüler

00:37:10: und Alexandra Foss.

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